Röhren DI Aguilar DB-900

  • Moin Moin,

    Anbei für Leute die Erfahrung mit Spannungen über 48V haben, Ausgebildet in einem Elektronischen Beruf sind, genug Geld haben, und immer alle einschlägigen VDE 100 Bestimmungen einhalten.
    Also: NIX für Anfänger, KEIN Wochenendprojekt.

    Achtung, lebensgefährliche Spannungen !!!

    So, genug der Warnungen hoffe ich;D

    Die beigefügte Schaltung habe ich noch nicht geprüft, sieht aber Sinnreich aus. Der Jensen Transformator ist das "Herzstück" ( und auch der Preis mit ca. 55,-EUR + Versand ).
    Sobald meine Spardose den Trafo verkraftet werde ich die DI-Box mal aufbauen um zu sehen ob diese besser/anders ist als die Meinige.

    Viel Spass,

    Karsten

  • Hallo Karsten,

    mal ein paar Anmerkungen zu deiner Schaltung.


    • Du unterheizt die Röhre etwas. Nicht übermäßig, aber wenn du eine Diode zwischen den GND-Pin des Reglers und Masse legst, würde es genau stimmen.
    • Einer vorsichtigen Schätzung nach dürfte die Kathode der oberen Triode in Richtung 200V liegen. Damit überschreitest du die zulässige U_kf von 180V dauerhaft. Die Heizung muss auf jeden Fall hochgelegt werden.
    • Ich würde ja für eine reine Bufferschaltung eher zu ECC81/82 greifen wenn man bei gängigen Röhren bleiben will. Aber für eine DI, wo eigentlich keine allzu großen Pegel zu treiben sind und bei dem hohen Übersetzungsverhältnis, ist es wohl egal.
    • Die XLR-Buchse ist nicht richtig beschaltet, Schirm ist immer Pin 1. Im Plan ist das nicht vermerkt (mache ich aus Bequemlichkeit auch nie...), aber Masse der Buchse sollte direkt aufs Chassis, Signal sollte einen eigenen Massestern bilden der dann auf das Chassis geht.
    • Mal davon abgesehen, mit einem Kathodenfolger machst du nicht besonders viel Röhrensound, gerade bei so niedrigem Pegel, was ja wohl aber Ziel der Übung ist. Da du ja sowieso zwei Trioden zur Verfügung hast, würde ich eher eine einfache Verstärkerstufe mit Kathodenfolgerausgang aufbauen. Den Pegel dann mit einem höheren Übersetzungsverhältnis wieder runter bringen. Oder eben einen Lautstärkeregler/Dämpfungsglied zwischen die beiden Stufen. Nur meine Meinung dazu. Aber aufbauen kann man ja immer und mal sehen, so groß ist der Aufwand nicht.


    Und mit 55€ liegst du doch bei Jensen noch fast im Wühltischbereich finanziell gesehen ;D.


    Gruß, Volker

  • Zitat von marshmellow;309528
    • Mal davon abgesehen, mit einem Kathodenfolger machst du nicht besonders viel Röhrensound, gerade bei so niedrigem Pegel, was ja wohl aber Ziel der Übung ist. Da du ja sowieso zwei Trioden zur Verfügung hast, würde ich eher eine einfache Verstärkerstufe mit Kathodenfolgerausgang aufbauen. Den Pegel dann mit einem höheren Übersetzungsverhältnis wieder runter bringen. Oder eben einen Lautstärkeregler/Dämpfungsglied zwischen die beiden Stufen. Nur meine Meinung dazu. Aber aufbauen kann man ja immer und mal sehen, so groß ist der Aufwand nicht.


    jaja, die röhre im nicht-gitarrenverstärkerbereich ;D

    ich hab hier ne vollröhren-stereoanlage, die ich überlassen bekam, wieder flottgemacht.
    hammerteil, macht echt was her, auch wenn ich sie nie gekauft hätte.
    Aber sorry, auch wenn das soundergebnis wirklich gut ist, die röhre höre ich nicht raus.
    und ein blick in die dokumentation verrät auch warum: da wird über 20 seiten angegeben, wie linear das ganze selbst unter volllast ist und wie gering der klirrfaktor ist - jaaaa, dafür brauch dann ich die röhre :rolleyes:

    naja, aber wems spaß macht - dein projekt ist cool, müssen halt noch ein paar verbesserungen rein, aber dann läufts :)

  • Hallo,

    Vielen Dank für euer Interesse und die guten Tipps!

    Ich habe das Schaltbild nicht selbst entwickelt, es ist eine Zusammenstellung aus diversen Quellen des "Netzes". Das Design ist das Original von Aguilar und wird so seit Jahren recht teuer verkauft. Die Resonanz von diversen Musikern zu dieser DI ist recht positiv. Ich steh´nicht so auf den Röhren-Voodoo ob nun diese oder jene Röhre ( NOS, Svetlana, JJ .... besser sei. Betriebssicherheit ist mir hingegen sehr wichtig. Daher schon mal vielen Dank für die eventuelle Überschreitung von Uk/f. Ausgehend von dem Original könnte man durchaus Dinge anders/besser? machen.

    Ob nun das klassische "Verstärger-Stufe -> Kathodenfolger" Konzept besser klingt als der Kaskoden-Ansatz bleibt abzuwarten.

    Sobald ich also den Jensen habe, werde ich die DI aufbauen und alle Spannungen/Ströme sowie Frequenzgang und Spectrum messen und hier veröffentlichen.

    Beste Grüße
    Karsten

    P.S. Und immer hübsch daran denken, daß diese Schaltung Lebensgefährliche Spannungen enthält!

    /// Never forget your towel \
    You who are doomed, enter and abandon yourself to despair!

  • Hallo Karsten,

    naja, besser... das liegt doch immer im Ohr des Hörers. Die Frage ist doch mit welcher Zielsetzung man etwas baut und was man erwartet. Will man ein möglichst klangneutrales Gerät oder will man, gerade wenn man mit Röhren Studiogeräte baut, eine mehr oder weniger bewusste Färbung. Oder freut man sich weil es glüht, auch das ist legitim ;D.


    Gruß, Volker

  • Hallo Bernd,

    schön dass es nicht nur mir so geht :D. Im Prinzip ist das ja mehr oder weniger eine Konstantstromquelle, eingestellt über den Kathodenwiderstand. Aber eigentlich hat die bei einem Kathodenfolger da oben nichts verloren, wenn dann würde man ja den R2 durch die Konstantstromquelle ersetzen. Letztendlich setzt es einfach nur die Anodenspannung für die untere Triode herunter würde ich vermuten. Aber der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht.

    Den C8 könnte man denke ich rauslassen ohne dass sich viel ändert. Oder man trennt die Verbindung zwischen den zwei Kondensatoren und geht mit C9 an die obere Kathode um das Ausgangssignal abzugreifen, so reicht man es einmal weiter. Auch nicht besser, aber so hätte die obere Triode wenigstens etwas zu tun.

    Vielleicht wurde die Schaltung ja auch falsch rausgezeichnet. Ich würde das obere Gitter als Eingang nehmen. C9 geht an die obere Kathode, R2 wird 0, C7 raus. So arbeitet die untere Triode als Last wie es sein sollte. Und eine ECC82 statt der ECC83.


    Gruß, Volker

  • Hallo,
    Hummm jaaa, V1B hat mir auch schon den Kopf zerbrochen. ich hatte bis dato den Ansatz das dies eben eine Konstantstromquelle für V1A sein könnte.

    ABER: Kann auch gut sein, das das Schaltbild falsch abgezeichnet wurde >:(. Dann habe ich hier mit fetten Zitronen geworfen und muss mich herzlichst entschuldigen!

    Vielleicht gibt es ja jemanden der eine Augilar DB-900 hat und ein Messgerät ( bei ausgestecktem Netzstecker und entladenen Elkos ! ) bedienen kann.

    Ich muss gestehen, Ich hab etwas "feuer" gefangen und versuche noch weitere Quellen in der großen Sigularität ( Internet ) zu finden. Vielleicht macht ja jemand mit ;D...

    Herzlichen dank schon mal für eure großartigen Beiträge!

    Karsten

    /// Never forget your towel \
    You who are doomed, enter and abandon yourself to despair!

  • Hallo Karsten,

    funktionieren tut das schon, so ist es nicht. Es ergibt nur nicht viel Sinn für mich das so zu machen. Solange du die Heizung hoch legst, ist auch alles in Ordnung technisch gesehen. Ich wollte dich nicht von deinem Bauvorhaben abbringen.

    Ich weiß ja nicht wo du die Schaltung her hast, aber ich habe sie gerade hier gefunden, und das sieht genauso aus (beachte auch Seite 3 oben, das wäre auch mein Ansatz). Also ich würde nicht zwingend an der Richtigkeit zweifeln. Nur weil eine Schaltung jahrelang verkauft wird, heißt das ja nicht dass sie auch auf dem Papier eine gute Figur abgibt. Letzten Endes ist es bei Audio ja immer so: wenn es klingt, dann klingt es.


    Gruß, Volker

  • Hallo Volker,

    Daaanke für deine Beiträge! Ich habe die Schaltung aus der gleichen Quelle aber noch einige andere ( habe ich jetzt vergessen.. >:( ) als Vergleich herangezogen.
    Da ist doch gerade so ein armer Mensch an mangelnder Quellenangabe in Verruch geraten; Gut das ich keinen akademischen Grad habe ;D

    Ursprünglich wollte ich ja die Schaltung der Demeter VTDB-2B ermitteln. Die habe ich aber nicht gefunden. Sie soll der Schaltung der Aguilar sehr Ähnlich sein...

    Ich werde einfach den Jensen Trafo besorgen ( Geld aus der schwarzen Kasse.. ) und das Ding nachbauen. Inzwischen werde ich mal sehen ob ich die Schaltung schrittweise aus einer simulierten SRPP nachbilden kann.

    Beste Grüße
    Karsten

    /// Never forget your towel \
    You who are doomed, enter and abandon yourself to despair!

  • Hallo,

    ich habe die Schaltung aus Beitrag #1 anhand von Platinen (oder heißt es Paltinen?)-Fotos verifizieren können. Der einzige Unterschied ist, daß die beiden Triodensysteme vertauscht sind...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo Karsten,

    dann viel Spaß dabei und lass hören wie es funktioniert. Simuliert hab ich die Schaltung mittlerweile auch, verrichtet schon ihren Dienst wie sie soll. Soweit man denn den Röhrenmodellen in Speiß trauen kann.

    Aber du kannst es ja mal wenn dir danach ist, wie im Anhang probieren. Viel umzuöten ist das nicht... Optional natürlich mit der ECC82, die ist einfach besser geeignet für den Job.


    Gruß, Volker

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