Amp 'überempfindlich'? << Knacken

  • Moin Moin allerseits!

    Ich hoffe, mir kann jemand bei meinem Problem, respektive der Ursachenforschung, helfen, auch wenn es sich nicht um eine DIY-, oder Röhren-Frage handelt... ;)

    Bei mir wird jeder Anschlag von einem mehr oder weniger starken, "punchartigem" Knacken, vergleichbar mit einer eloktrostatischen Entladung, begleitet.
    Zusätzlich habe ich oft den Eindruck, als würde der Amp minimal übersteuern, bzw. als wären "ultra-hohe" Frequenzen im Sound.
    Sobald der Klang etwas höhenlastiger, oder gar angecrunsht ist, klingt es schnell unangenehm klirrig.
    Alles in allem scheint es, als wäre der Amp irgendwie überempfindlich.

    Das Gemeine ist für mich allerdings, dass ich die Ursache nicht lokalisiert bekomme.
    Die klirrigen Sound-Probleme, hatte ich ansatzweise auch mit anderen Amps; bei meinem Aktuellen (Fender Mustang II) fallen diese aber am deutlichsten auf - bei zwei Röhrenverstärkern hingegen praktisch gar nicht.

    Mit elektrostatischen Entladungen, habe ich definitiv regelmäßig Probleme (Knacken beim Berühren der Brücke). Das oben beschriebene Knacken, tritt allerdings nahezu permanent auf, auch wenn meine linke Hand bereits die Saiten berührt, oder ich mich probiere, am Heizkörper zu erden, sowie auch beim Anschlag mit dem Plek.

    Verschiedene Standorte, quer durch die Wohnung, habe ich auch schon ausprobiert. Das Kabel ist nagelneu und auch kein Billigteil.

    Hat vllt. jemand noch eine Idee, wie ich der Ursache weiter auf den Grund gehen kann? Bin hier schon ziemlich am verzweifeln...

    Vielen Dank im voraus! :)
    idefix

  • Hallo,

    jetzt hast du schon so viele Angaben gemacht, aber keine zu dem Instrument, bei dem diese Effekte auftreten. Oder sind es mehrere?

    Aufgrund deiner Beschreibung habe ich nämlich das Instrument im Verdacht...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Huch, hab ich glatt vergessen! :)
    Es tritt bei allen Gitarren auf:
    Gretsch 5120, DeArmond Les Paul (HBs), Epi Les Paul (P-90).
    Bei der Gretsch eher noch am wenigsten, bei der Epi (weil recht punchige P-90s) am deutlichsten.

    Sound ist tendenziell Rockabilly bis Rotz'n'Roll.
    ...fällt dabei vielleicht im Vergleich zu weichen, bluesigen, oder 'vermatschten' High-Gain Sounds, auch nochmal extra störend auf.

    VG,
    idefix

  • Hallo,

    Zitat

    tendenziell Rockabilly bis Rotz'n'Roll.

    bei der Stilrichtung könnte es ja auch eine

    plitsch-platsch ReverbUnit zwischen Git und Amp sein...;D

    Im Ernst, ich bin etwas ratlos. So ein mit dem Anschlag verbundenes Knacken (die anderen Effekte lasse ich mal aussen vor) deutet normalerweise auf einen DC-Sprung im Signal hin oder PUs mit hoher Dynamik/Output.

    Um das zu Überprüfen könntest du mal in ein Klinkenkabel (nicht das beste nehmen) ein Folien-C von 10...100 nF im Stecker zum Amp einlöten (in Reihe: Kabel - C - Tip)

    Ach so, Lautsprecher/Boxen können es nicht sein?
    So ein Effekt kann auch auftreten, wenn die Weiche für einen Hochtöner (falls so was überhaupt in deiner Box ist) durchgenallt ist und die falschen (nämlich die tiefen) Frequenzen auch am HT ankommen.

    Effekte, oder eine "Fernspeisung" ist auch nicht im Spiel?

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Danke schon mal für deine Antwort! :)

    Bodentreter (EQ, Noise Filter, Mic-Preamp) habe ich nur probehalber vorgeschaltet, um zu testen, ob ich den Kram irgendwie herausgefiltert bekomme (so er denn nicht erst im Amp entsteht). Vergebens.
    Mit dem Boss Overdrive (SD-1) ist der Effekt nochmal extra heftig, was ich allerdings mal relativiere und eher aussen vor lasse, da Overdrive vor Modelling Amp selten der Knüller ist.

    Lautsprecher ist es leider(!) auch nicht: Habe hier einen Celestion V30, den ich liebend gerne nutzen würde, aber bei dem kommt der Effekt, bzw. die extremen Höhen, schon unerträglich stark rüber.

    Fernspeisung hatte ich auch schon im Verdacht und hab mir eine Steckdosenleiste mit Netzfilter zugelegt. Leider auch erfolglos.

    Bzgl Kabel: Mir kommen diese auch ohne angeschlossene Gitarre, ziemlich empfindlich vor, bin mir aber unsicher, in wiefern das normal ist.
    Abgesehen von dem nagelneuen, teuren Sommer Kabel, kann ich alle anderen abklopfen und höre das über den Amp.
    Bei dem Sommer Kabel habe ich diesen Effekt nur am Steckergehäuse.

    Ich bin zwar stolzer Besitzer eines Multimeters, aber sonst leider eine ziemliche Elektronik-Niete.
    Gibt es anstelle des Kondensators zufällig noch eine andere Möglichkeit hier etwas zu testen?

    Ich kann's nicht wirklich begründen, aber ich habe irgendwie den Verdacht, als würde das ganze (nur) indirekt vom Amp ausgehen, da die elektrostatischen Entladungen die zwischendurch dabei sind, auch so ungewöhnlich oft auftreten.
    Muss mich auch immer erst brav erden, bevor ich meiner Freundin näher kommen darf (< es funkt halt zwischen uns)... ;-))

  • So ähnlich - ich spiele nur auf dem Rücken liegend und trage dabei am liebsten einen Ganzkörper-Samt-Flanell-Anzug, während ich probiere die Bewegungen eines Rotbarsches in der Laichzeit zu immitieren! ;)

    Ne, ehrlich: Habe hier zwar Teppich, aber das alleine kann's auch nicht sein...

  • Ich frag ja nur, ich kenne das ja von mir nur zu gut, ich mache auch gerne den Rocker und rutsche auf den Knien rum ;)

    Bernds Idee mit dem Kondensator ist auf jeden Fall einen Versuch wert, da könnte der Übertäter schon irgendwo versteckt sein. Könnte auch eine Erklärung für das zeitweise leicht Übersteuern des Amps sein, falls sich da eine Gleichspannung mit durchdrückt.

    Mal folgendes probieren:
    - Effekte mal einzeln und in Kombinationen vor dem Amp probieren
    - den Vol-Regler der Gitarre mal ein Stück zurückdrehen und dann testen

  • Hallo,

    habe jetzt dein erstes Posting noch mal gelesen: Der Pop-Noise scheint ja auch unabhängig vom Spielen (Saitenanschlag) aufzutreten?!

    Ist das eigentlich nur in der Lokalität, wo du übst oder tritt das zuverlässig woanders (anderes Gebäude) auch auf?

    Das erinnert mich nämlich an einen Fall, wo wir tagelang einen Fehler in einer Anlage gesucht haben und es die Oberleitung einer benachbarten Bahnlinie war, die wir nicht wahrgenommen hatten - weil wir mit dem Auto da waren.:rolleyes:

    Gruß Bernd

    Noch was: Zum Herausfinden die "Kette" so klein wie möglich halten, also:
    Git - Kabel - Amp - Kabel - Box und dann diese Komponenten (immer einzeln) gegen andere tauschen (evtl. leihen).

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo zusammen,

    die Effektgeräte habe ich normalerweise gar nicht vor dem Amp; hier nur probiert, durch Signalabsenkung / -anhebung / -filtern die Geschichte in den Griff zu bekommen. Wie auch mit dem Vol-Poti, verändert sich mein Problem zwar mit dem Sound, bleibt aber bestehen.

    Amp und Gitarren setze ich ausschliesslich zu Hause ein.
    Habe hier auch schon ziemlich jede Steckdose durch, ohne merklichen Unterschied.
    Eine Bahnlinie habe ich zwar nicht in der Nähe, aber nach sowas in der art suche ich auch... ;)

    eBernd:
    Was genau meinst Du mit "unabhängig vom Spielen"?
    Der Effekt ist für mich sehr schwer zu beschreiben, da er mal mehr, mal weniger auffällt. Würde ich beispielsweise eine Aufnahme machen, käme das wahrscheinlich entweder gar nicht richtig durch, oder man würde das Ganze für billigen Sound / schlechte Settings / übelste Fingertechnik / übersteuertes Recording halten.
    "Unabhängig vom Spielen" ist es insofern, als dass immer wieder kleinste Berührungen, sei es beim Greifen, Rutschen, Abdämpfen, oder Anschlagen, stark wiedergegeben werden und selbst bei dumpfen Sounds noch extrem hohe Frequenzen mit drin sind, wodurch bspw. das Rutschen über die Saiten betont wird.
    'Harte' Berührungen, wie Plek, Fingernagel, kommen dann so deutlich durch, dass sie wie ein leichtes Knacksen erscheinen.

    Habe gerade eben zum Testen noch ein AC/DC Preset angespielt: Hatte nach zwei Minuten genug, da mir vor lauter klirriger Höhen die Ohren weh taten! < kein Scherz! :(

    Den Eindruck der Überemfindlichkeit habe ich nebenbei auch deshalb, weil ich mit keinem Amp (20W-, 100W Transen, 15W Röhre) so Probleme hatte, die Lautstärke im Zaum zu halten.
    Der Fender Mustang ist eine 40W Transe, das Volume am Amp steht auf 2 (1 = tot), bei 2,5 hört man es schon vor der Wohnungstür.
    Das Grundproblem der klirrigen Höhen, hatte ich allerdings prinzipiell bei allen Amps.

    Nochmal kurz zu den Kabeln: Hört ihr das auch über den Amp, wenn ihr (ohne eingestöpselte Gitarre) gegen das Kabel klopft?

    So einen Kondensator habe ich hier leider nicht zur Hand, könnte aber mal schauen, ob einer meiner alten Amps sowas entbehren kann. :rolleyes:
    Einen anderen Workaround gibt es nicht zufällig, oder?


    Mannomann, ich such hier wirklich die Bahnlinie die durch mein Wohnzimmer läuft...

    Vielen Dank schon mal für eure Mühe und Hilfe!!
    Cheers,
    idefix

  • Gut, halten wir fest, du hast diese Problem bei sämtlichen Amp-Gitarre-Kombinationen, von daher fallen diese beiden Teile schon mal nach hinter in der Fehlerliste. Ich tippe immer noch aufs Kabel.

    Was meinst du mit "gegen das Kabel klopfen"? Berührst du die Spitze des Steckers? Da ist ein Brummen normal, das ist immer so. Oder tippst du gegen das Kabel selbst?
    Wenn es am Kabel selbst ist, dann ist es stark mikrofonisch, was auf eher mindere Kabelqualität schließen lässt. Welcher Hersteller ist es denn?

  • Hallo,

    aufs Kabel hätte ich auch getippt, habe aber taufrisch zwei Brandneue hier: Eines von Fender, eines von Sommer (< teuer, teuer).
    Letzteres ist dreifach geschirmt und hat Neutrik-ähnliche Stecker.
    Bei allen anderen (Fender inklusive), höre ich es halt über den Amp, wenn ich gegen das Kabel selbst (nicht Stecker) klopfe, teilweise auch, wenn ich das Kabel bewege.
    An der Klinke selbst ist natürlich logisch, war mir bloß nicht sicher, ob der rest auch normal ist...

    Cheers,
    idefix

  • Also ich besitze (bis auf so ein paar Test-Patchkabel in der Werkstatt) nur noch Kabelage von Sommer. Auch wenn sie recht teuer sind, bekommt man Qualität fürs Geld.
    Bei Fender weiß ichs nicht, da habe ich noch nie eines in der Hand gehabt.

  • falls du das spiralkabel von fender hast kann ich das knacken verstehen, jedenfalls beim weißen. das knackt bei mir auch, wenn auch nicht so extrem wie du es hier angibst. das schwarze ist da bei weitem stabiler.

    Was glauben sie was hier los wär, wenn alle wüssten was hier los ist?

  • Um den Fehler mal einzugrenzen:
    1.) Wenn du die Gitarre und das Kabel, mit denen du die Störgeräusche hast, in einen anderen Verstärker einstöpselst, sind die Geräusche dann weg?
    2.) Wenn ein Kumpel mit seiner Gitarre und seinem Kabel sich anstöpselt,gibt's dann auch die Geräusche?
    Ich tippe nach deinen Beschreibungen auf einen Defekt in deinem Modelling-Amp. Aber um das festzustellen, solltest du die oben beschriebenen Tests durchführen.
    Gruß Striker52

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