Bauprojekt Stromgitarre

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    Hei.

    Unter Werkstattbedingenugen heißt z. B. ein tockener, mäßig beheizter Raum, also keine Scheune, kein Unterstand, kein Wohnzimmer, kein feuchter Keller. Im Idealfall tatsächlich die Werkstatt oder der Dachboden auf dem das Zeug weiterverarbeitet wird.
    Das gibt Dir ein Wenig Sicherheit. Denn "abgelagertes" oder "altes" Holz sagt allein nicht viel aus. Wenn es in einem feuchten Schuppen gelegen hat, hat es vielleicht nicht zum Schimmeln gereicht, aber das Zeug kann immer noch so nass sein, als wäre es vor ein paar Wochen geschlagen worden.
    Man muß da aber wirklich in Monaten denken, nicht in Wochen oder ein paar Tagen.

    Bei einer Lapsteel ist das nicht ganz so kritisch, weil es eigentlich nur um ein Brett geht - ist jetzt nicht abwertend gemeint - aber gewisse kleinere Verwerfungen im Holz, die jeden Hals unbespielbar machen, haben bei einer Lapsteel keine Konsequenzen.

    Du kannst auch einen Test fahren: Säge z.B. von der Bohle, die Du verarbeiten möchtest seitlich einen Streifen von ca. 5 Millimetern ab, falls das Rohformat das abgibt. Wenn Du ein freundliches, dünnes aber gerades Scheibchen Holz erhältst, ist alles OK. Wenn das Teil einen Flitzebogen macht, wars nasses Zeug. Wenn das der Fall ist; ein halbes Jahr liegen lassen und dann nochmal ein Scheibchen schneiden.

    Ciao
    Wolfgang

    Stur lächeln und winken :cool:

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    Okay, dankeschön für die ausführliche Erklärung!
    Dass ne Lapsteel nur n Stück Holz is is klar ;D Ich denk halt nur dran dass sich das bei ordentlichem Saitenzug au verziehen könnte. Allerdings hab ich ja mehr "Hals-"masse. Deswegen vermute ich dass das da nicht so viel ausmacht.
    Der Tipp mit dem absägen is gut, danke :)

    Micha, wie schauts denn aus mit dem Holz? Ich werd langsam ganz fickrig ;D Will Dich aber net hetzen!!

    Give me enough knobs, and I can control the world. -Z. Vex

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    Tümmüh

    hab gerad noch mal gemailt,ich weiss das er ab diesem weekend semesterferien hat.hoffe heut noch antwort zu bekommen.lass es dich natürlich sofort wissen

    gruss micha

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    >:( AAAARRRRGH! >:( WIE KANN MAN SO BLÖD SEIN?

    Ich habe die doppelten Dots auf dem Griffbrett nicht auf den 12. Bund gelegt sondern auf den 15.! Guck auch noch tagelang drauf und merke nichts! :-[ ;(

    Hilft nichts. Ich versuche zu retten, was zu retten ist. Der zwölfte Bund muss stärker betont werden - also ein Inlay. Auf diesem Weg bekommt Ihr nun auch noch mit wie ein Inlay gemacht wird. Perlmutt habe ich noch rumliegen also säge und feile ich das Inlay zurecht. Eine schlichte Form - ein Super-Dot sozusagen. Das Inlay wird dann mit zwei kleinen (!) Tröpfchen Punktkleber auf dem Griffbrett fixiert. Mit einer Stahlnadel wird die Kontur ins Holz geritzt und das Inlay vorsichtig wieder losgehebelt. Bei dunklen Hölzern kann man dann noch Kreide in den Anriss wischen, damit man ihn besser sieht.
    http://www.guitarlinks.de/pics/inlay1.jpg

    Dann kommt die Minioberfräse für die Bohrerwelle zum Einsatz. Da das Griffbrett ja schon verrundet und bundiert ist muss in der Mitte etwas tiefer gefräst werden als außen. Als Fräskopf nehme ich in diesem Fall einen ziemlich dicken Eumel mit 2 mm Durchmesser. Bei komplexen Inlays geht das runter bis auf 0,5 mm. Ohne Lupenbrille sollte man Inlayarbeiten gar nicht erst versuchen.
    http://www.guitarlinks.de/pics/inlay2.jpg

    Da es sehr gut passt wird das Perlmutt einfach mit Punktkleber eingesetzt. Wenn es Fugen gibt, vermischt man Epoxykleber mit Holzstaub, gibt ihn relativ satt in die Fräsungen und drückt die Perlmuttteile ein. Die Paste soll in den Fugen hochquellen. Nach dem Aushärten wird das dann wieder plangeschliffen. Normalerweise macht man das ja auf dem rohen Griffbrett.
    http://www.guitarlinks.de/pics/inlay3.jpg

    Zu diesen Arbeiten gibt es eine sehr gute Site von einem Hobby-Banjo-Bauer (Ok, Banjos sind schon ziemlich grausam, aber die Inlaytechnik zeigt er sehr gut):
    http://members.tripod.com/~banjoist/banjo.html

    Ich hingegen passe das Perlmutt mit der Feile an - die benachbarten Bünde werden zur Sicherheit abgeklebt. Etwas Schleifpapier, Stahlwolle, Öl und voilá:
    http://www.guitarlinks.de/pics/inlay4.jpg

    EIn "richtiges" Inlay sieht übrigens so aus:
    http://www.guitarlinks.de/pics/dr5.jpg
    und braucht 3-4 Arbeitstage und einen steifen Hals (des Gitarrenbauers).


    Fast Fertig:

    Erstmal kommen Billigsaiten rauf. Denn falls noch was am Griffbrett zu korrigieren ist werden die nicht alt.

    Setup: Halskrümmung, Saitenlage und Bundreinheit. Für die E und A Saiten bekomme ich mit dem Einteilersteg die Bundreinheit nicht 100-prozentig hin, damit kann man aber leben, der Rest stimmt. Vielleicht wirds ja mit anderen Saiten besser. Ich habe noch zwei kleine Holprigkeiten der Bünde im Bereich der D-Saite auf dem 7. und 11. Bund gefunden, da muss ich noch mal ran, ansonsten kann ich am 12. Bund eine Saitenlage von 1,5 mm (e) bis 1,9 mm (E) realisieren - nicht schlecht - meine vorherigen Klampfen lagen höher. Die Bundstäbchen muss ich noch ein wenig nachpolieren, man hört zwar nichts beim Saitenziehen, fühlt es aber.


    Sound:

    Ist natürlich megaspannend. Unverstärkt angeschlagen relativ laut, eigentlich kein gutes Zeichen. Am Verstärker ist dann aber alles gut, zunächst clean und linear. Dann etwas fetter und Zerre.

    Den Sound einer Gitarre verbal zu beschreiben ist natürlich Quatsch, denn genaugenommen besteht der Sound aus dem System "Gitarrenanlage" und zwar vom Plectrum bis zum Speaker. Ich werd's trotzdem versuchen, geht natürlich nur über Vergleiche.

    Hals-u. Mittel-PU: Häussel BigMags, der mittlere reversed: Die haben zwar Strat-Optik, klingen durch ihre extrafetten Magnete eher P90-like. Sehr ausgewogen, nix Schrilles und fast so viel Output wie der HB! Trotzdem kann man in Verbindung mit einer Spule des HB TWÄNG herstellen.

    Steg-PU: Rockinger JayBeeCustom, ist sozusagen ein getunter PAF, der ein wenig mehr Output und Höhen bringt, letztere aber ausgesprochen harmonisch. Ein echter Klangdiamant, der aber nicht blendet. Da ich ihn schon einige Male verbaut habe, gehe ich mal von diesem PU aus um den Klang der Gitarre zu beurteilen:

    Grundcharakter Paula-ähnlich - war auch so beabsichtigt. Der Korpus erscheint zwar von den Konturen her relativ zierlich, ist aber Dicker als gewöhnlich (45 mm Stärke) und bringt 3,4 Kilos auf die Küchenwaage.
    Suistain bis der Arzt kommt, aber auch gut direkte Ansprache. Beim ersteren tragen die Carbonstreben mit bei (wenn Ihr Ahornhälse mit viel Twäng wollt, lasst Ihr die bitte weg!), bei der Ansprache scheint der Alu-Steg tatsächlich was zu bringen.

    Die Olivendecke bringt etwas weniger Brillianzen als Ahorn - aber was für einen Charakter! Er bestimmt sämtliche Pickup-Kombinationen, die natürlich alle unterschiedlich klingen, aber dessen Sounds alle zu einer Familie gehören und Gemeinsamkeiten haben. Vielleicht bringe ich doch noch ein paar Sound-Samples - dauert aber noch.


    Spielbarkeit:

    Super! Ist ja auch kein Wunder - ich habe das Teil auf mich maßgeschneidert.

    Dazu eine kleiner Exkurs Stratform oder Paulaform? Nee mache ich in einem eigenen Thread.

    Auf dem Knie und am Gurt ausgewogen. Das Halsprofil - flaches D - ist erstmal etwas ungewohnt, (sonst spiele ich rundere Formate) man kommt aber schnell rein und dann offenbaren sich die Vorteile. Das gefühlvolle Saitendämpfen am Steg geht über diesen Einteiler genial! Besser als bei einem Tunamatic oder Einteilern mit Saitenreitern und natürlich wesentlich besser als mit Fender-Konstruktionen.


    Und nu?

    Ich bin - abgesehen von dieser unsäglichen Dot-Panne - sehr zufrieden mit dem Teil. Aber wegen dieser blöden Macke werde ich wohl NOCH ein Instrument bauen müssen um endlich ein perfektes Teil realisiert zu haben. ;D

    Achja, sorry, so sieht sie nun aus:
    http://www.guitarlinks.de/pics/klampfefertig.jpg


    Also Leute! Dann baut man schön Klampfen! Soo schwierig ist es ja nun nicht - und zeigt sie her, damit wir was zum Staunen und zum Lachen haben!


    PS.: Was diese kleinen Korrekturen an den Bünden angeht - mir ist da was eingefallen - ein Spezialwerkzeug - ich melde mich nochmal wenns soweit ist...

    Stur lächeln und winken :cool:

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    Hi

    Kucke sowieso diesen herrlichen Korpus solange bis ich den Hals vergesse,

    wieso ; na ich kann sie ja leider nicht testen ;( wir sind zum Spannen

    verurteilt ??? Ist ein Soundsample geplant ;)

    Ich kanns nur hoffen !

    Gruss Jimini

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    hallo wrkdesign :)

    die klampfe is echt prima geworden und ja wohl ein unikat.
    man sollte eigentlich eine kleine mp3 aufnehmen mit applaudierenden getöse 8)
    hast echt beifall verdient

    gruss micha

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    Wie lange, also in STunden, hast du jetzt an der gebaut?
    Deine wie vielte Gi´tarre ist das, die du selber gebaut hast!

    Also ich bin auch total begeistert und sprachlos, weil ich mir das irgendwie garnicht vorstellen kann, sowas selber zu bewältigen.
    HAst du da nen Kurs vorher besucht? Oder alles selber angeeignet?!


    Ich weiß, Fragen über Fragen

    DER WAHNSINN!!! :o ;D ;)

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    hi wolfgang,

    lob!! und nochmal lob!! sieht sehr gut aus deine gitarre. am meisten freut es mich,
    daß du damit zufrieden (abgesehen von dem kleinen mißgeschick) zu sein scheinst.
    deine aussage, daß du wahrscheinlich noch eine bauen wirst, kann ich sehr gut nachvollziehen.
    alle sagen wie wundervoll die gitarre geworden ist, aber man selbst weiß, wo noch
    igendwelche kleinen schwächen sind, die man gerne vermieden hätte, oder wo
    man, manchmal nicht offensichtlich und/oder technisch, gepatzt hat.

    Zitat:
    " Unverstärkt angeschlagen relativ laut, eigentlich kein gutes Zeichen. "

    wiso ist das kein gutes zeichen?

    frage an alle (glaubensfrage):
    ab wann besitzt eine gitarre ein gutes sustain? ist das meßbar (ausklingzeit)? oder ist das
    einfach nur ein ausdruck den jeder individuell nach seiner erfahrung benutzt?

    auf alle fälle motiviert dein bericht den einen oder anderen es dir nach zu tun. vielleicht hören
    wir hier ja darüber.

    gruß
    christian

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    ca-music:

    Das sicherste Zeichen dass deine Gitarre ein langes Sustain hat ,ist dass dein erster Kunde

    Carlos Santana heisst :)

    Gruss Jimini

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    tom:
    Das war die Nummer 7, wobei eine Akustische dabei ist.
    Bauzeit: ca. 40-50 Stunden
    Vorbereitungszeit und Education: Lässt sich kaum messen. Für die erste Gitarre hatte ich über ein halbes Jahr Infos gesammelt bevor ich die Säge angesetzt habe, meistens übers Internet. Mittlerweile geht die Planung natürlich viel flotter.

    ca-music
    Je lauter eine Gitarre unverstärkt klingt, desto mehr Schwingungsenergie geht den Saiten verloren. Das ist der Grund, warum eine Halbakustische etwas perkussiver klingt und die Akustische nur noch "Ploing" macht.

    Ein "gutes" Suistain gibt es nicht, es kommt drauf an was man für Klangvorstellungen hat. Für die Rhythmusarbeit z.B sind etwas perkussivere Instrumente ja wesentlich besser geeignet. Diese unterschiedlichen Suistainausprägungen sind m. M. nach der Hauptgrund dafür, warum es nie eine "Universalgitarre" geben wird. Da kann man noch so viel PUs und Schaltungstricks verwenden.

    Messen macht keinen Sinn, denn endgültig wird das Suistain ja auch vom Übersteuerungsgrad des Amps mitbestimmt. Da klingt jede Gitarre lange aus wenn man das Signal ordentlich boostet, aber mit jeder Menge Nebengeräuschen.

    Ich möchte ein sattes Suistain so definieren: Wenn man mit der Klampfe etwas Santana-Ähnliches hinkriegt und zwar ohne jene Nebengeräusche, also mit mäßig übersteuertem Amp und dann noch einen definierten Anschlag wahrnehmen kann, ist es OK.

    Stur lächeln und winken :cool:

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    Wolfgang, Respekt! Wirklich eine, zumindest optisch und technisch, großartige Gitarre! Den Sound kann ich nicht beurteilen und um Dich da auch noch lobpreißen zu können fordere ich hiermit im Namen der gesamten Verfolger dieses Projekts welche! Ohne Soundsamples wäre das ja, wie wenn James Bond am Ende die Frau nicht bekommt ;)

    Give me enough knobs, and I can control the world. -Z. Vex

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    ich brauch noch das Holz. Bastler ist gerade dabei was für mich aufzutreiben. Wenn alles glatt läuft kann ich noch im März anfangen. So richtig gehts dann aber erst Mitte April nachm Abi los :)

    Give me enough knobs, and I can control the world. -Z. Vex

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    wrkdesign

    er möchte ein 1meter langes holzstück haben,kann ich eh net besorgen,ich dachte vielleicht 2teilig und in gibson manier(zapfen ) zusammengeleimt.was meinst du,geht das?siehe anhang,da könnte er sich seine lapsteel rausschnitzen

    gruss micha

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    Ach Käse - daran hab ich nicht gedacht - für die Lapsteel braucht er ja ein Sonderformat.

    Man könnte von Basshals-Rohlingen ausgehen und dann bei Bedarf Seitenteile anleimen.

    Bei Woodland gibts die Rohformate:
    1200x90x65 mm (Bass neck-trough body)
    870x110x30 mm (Bass standard)
    http://www.woodland-gmbh.de/woodland.html

    In Ahorn kosten die 11 bzw. 33 Euros netto. Ist also bezahlbar. Das kürzere Format müsste mit 870 mm für eine Lapsteel auch noch reichen.

    HAST DU ZUGEHÖRT TÜMMÜH?

    Stur lächeln und winken :cool:

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    den vorschlag hatte ich auch schon gemacht neck through body.das find ich sogar die bessere lösung,den woodland hals und 2schmale teile esche,zb.er will ja nur 300mm breiten korpus.mal schauen was er meint.
    danke für den selben vorschlag,das macht die sache einfacher

    gruss micha

  • Re:Bauprojekt Stromgitarre

    @tuemmueh:

    Oh da habt ihrs ja gut in Luxbg werden Abiturienten bis Anfang Mai gekuaelt ;D

    PS Hab das lange hintr mIr aBBer icch hassse die Raechtsschribreformmmm

    trotzttztdem

    Gruusel Jimini

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