Kurze Frage - Kurze Antwort! Festgenagelt!

  • Hallo Peter,

    die Unterbrechung des Masseringes brachte keine Veränderung. Ebenso wenig das Ablöten der Mittelanzapfung der Heizwicklung und Symmetrierung mit 2x100Ohm. Wenn man nicht alles selber plant... Das Brummen trat erst auf, als ich die Gegenkopplung entfernte. Vorher war die Verstärkung zu gering, als das man da etwas hätte hören können. Leider gibt es keine Heizungsdaten, aber die Heizdrähte, die aus dem Trafo kommen, haben einen unverschämt dicken Querschnitt und der Trafo selbst ist ein Gigant. (120x100x50, also ein EI120). Käme vielleicht auf einen Versuch an, ihn zusätzlich mit 1,5A zu belasten. Tja, was soll ich noch sagen, irgendwie verändert sich das Brummen in keinster Weise, egal, was ich auch mache. Der Nachteil bei Platinenbauweise ist halt, daß man nichts groß ändern kann, ohne eine Katastrophe anzurichten. Wahrscheinlich ist die Platine schlecht designt und zum endlosen Auftrennen diverser Leiterbahnen verspüre ich eigentlich wenig Lust. Falls ich ein PCB-Layout mit 4xEL84 finde, baue ich lieber neu. Mit ein paar kleinen Handgriffen scheint das Problem hier nicht lösbar zu sein.

    Gruß, Bernd

    P.S. Du kannst Kanzlerinnen haben...

  • Hallo Bernd,

    ich glaube da waren zwei Denkfehler drin.
    Was haben denn Deine EL's gesagt als Du die Mittelanzapfung abgelötest hast?
    Du schriebst ja, daß die mit 6,3V gespeist würden. Idealer Weise sollten 2 aus dem oberen Teil der Heizwicklung und Mittelanzapfung,
    die zwei anderen aus unterem Teil und Mittelanzapfung gespeist werden.
    Wenn Du die Mittelanzapfung geklaut hast müssen die ja im Dunkeln gestanden haben ?(
    Die Mittelanzapfung ist die Symmetrierung!! Du mußt nur dafür sorgen, daß beide Seiten gleichmäßig belastet sind. Sonst brummt's.
    Das ist später mit "Entbrummer-Trimmern" eher zu verschlimmbessern!

    Neben der konventionellen, verdrillten Heizungsverdrahtung und Stillegung der Leiterbahnen auf der Platine wäre dann noch ein Blick auf das Netzteil sinnvoll.
    Sind die Elkos kurz vor der Rente oder schon mitten drin?
    Man sieht ja oft den Wald vor lauter Bäumen nicht :D

    So, nun muß ich aber ins Bett!
    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

  • Hallo.

    Das mit der Mittelanzapfung hat mich auch erst gewundert. Dann habe ich gesehen, daß je 2 EL84 parallel geschaltet sind und mit 12,6V geheizt werden und hintenrum über die Masse in Reihe geschaltet sind. Da hätten sie sich die Mittelanzapfung sparen können. Na gut, sie haben die beiden 100 Ohm-Widerstände gespart. :D

    Gruß, Bernd

  • So, kurzer Zwischenstand: Nix hilft.

    270R/10W in die B+ geklemmt - minimalste "Verbesserung". 220µF an verschiedenen Stellen des NT's geklemmt - nix. Hier und da noch Massen verändert - nix. :/

    Gruß, Bernd

  • Ja, von der Seite her dürfte alles OK sein. Ist ja ein industriell gefertigter Amp, ich gehe davon aus, daß die sich solche groben Schnitzer nicht leisten. Es hört sich für mich nach einem Brummen an, welches entweder durch die Heizung, oder durch Unsymmetrische Belastung hervorgerufen wird. Allerdings habe ich nicht wirklich ein gematchtes Quad Röhren, sondern von mir nach Ruhestrom halbwegs selektierte Exemplare. Durch den Tausch untereinander kann ich das verdammte Brummen schon beeinflussen. Und die Tuben, die drin waren, (Philips Miniwatt) sind durch die hohe Anodenspannung ziemlich ausgelutscht. Vielleicht sollte ich mir ein ordentliches Quartett besorgen. (60 Euro investiert und dann liegt es nicht daran. Hahaha.)

    Gruß, Bernd

  • Hallo Bernd,

    steck doch noch mal die alten Tuben zurück auf ihre originalen Plätze.
    Geht hierbei ja erst mal nicht um Output, sondern um eine mögliche Veränderung im Brummen.
    Dann wüßtest Du vielleicht schon mal ob sich ein neues Quartett lohnen würde.

    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

  • Hallo Bernd,

    ich habe mir aufgrund Immos berechtigtem Einwand vorne noch mal die Bilder angesehen.
    Den AÜ würde ich mal lösen und um 90° drehen. Das könnte auch eine Ursache sein.
    Past auch zu: "Brummt auch bei gezogener PI-Röhre"
    Und von wegen industriell gefertigt- Jim Marshall hatte genau das Problem bei vielen JTM45.

    Leider haben wir heute viele Jungingenieure, denen Jims Erfahrungen kalt am A.... vorbei gehen.

    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

    2 Mal editiert, zuletzt von Rockopa58 (6. Februar 2019 um 22:38)

  • Hallo Leute.

    Bevor ich mir die Arbeit mit dem Ablöten der Drähte des AÜ und deren Verlängerung mache (sie sind extrem kurz und der AÜ lässt sich nicht ohne weiteres drehen), habe ich die alten Tuben eingesetzt. Ruhe. Das heißt fast Ruhe, Leute wie mein Keyboarder hören natürlich immer noch was. Haha. Nee, im Ernst: da ist eigentlich nix mehr, trotz abgelöteter Gegenkopplung, ist es absolut akzeptabel. Zuerst führte ich das darauf zurück, daß die Röhren ja in einem ziemlich erbärmlichen Zustand sind, über die Jahre wird die Emissionsfähigkeit der Katoden stark abgenommen haben. Der Katoden- und damit der Anodenstrom reduziert sich dementsprechend. Deshalb stellte ich den Ruhestrom, der sich weit im kalten Bereich befand, einigermaßen ein und erwartete nun mein altes Brummgeräusch. Aber nichts geschah. Alles ruhig. Und das, obwohl sich die Ik's teilweise bis 5mA unterscheiden. Es müssen für die Symmetrie also noch andere Parameter verantwortlich sein, wie nur der Kathodenstrom, z.B. Anodenstrom, Steilheit oder Schirmgitterstrom. Lange Rede, kurzer Sinn: Wer hat noch ein gut gematchtes Qartett EL84 zu veräußern? :rolleyes:

    Danke an alle Beteiligten, besonders Peter, für die konstruktiven Vorschläge.

    Gruß, Bernd

  • Hallo zusammen!
    Habe hier eine Frage. Wieso kann die Ausrichtung des Au bzgl. Brummen eine Bedeutung haben? Habe bisher nur gedacht, dass das Magnetfeld des Netztrafos mit seinen 50hz einen Weg ins Signal finden kann. Beim Au würde es da nicht eher quietschen?
    Gruß Christof

  • Hallo Christof,

    Deine Annahme ist richtig!!!
    Aber da das Feld des Netztrafos, so wie die Dinger da stehen, sich auch auf den AÜ übertragen kann,sollte man den drehen, an den man am einfachsten ran kommt.
    In Bernds Fall ist das der AÜ (siehe Fotos vorne) Für das Design von Amps gilt der Grundsatz, daß die Eisenpakete immer!!!!! im rechten Winkel zueinander stehen sollten.
    Damit umgeht man eventuelle gegenseitige Einstreuungen von Anfang an weitgehendst!

    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

  • Hallo Bernd,

    freut mich daß wir das finden konnten und Du nun Deiner Schöpferkraft weiter freien Lauf lassen kannst. :D
    Für ein neues Quartett empfehle ich Dir Dirk (TT) Der macht da immer gute Qualität zum fairen Preis. :thumbup:

    Weiter viel Spaß und Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

  • unten auf der Seite kommt noch ein passender Beitrag zum Thema "eure blödesten Fehler beim basteln" - find ich gut dass das selbst solchen "Guru´s" noch passiert - sollte aber trotzdem vermieden werden ;(
    Also Spannung an die Röhre - nicht an die Finger ;)

    Gruß Markus


    ---- in der Beschränkung zeigt sich erst der wahre Meister -----

  • Hallo Bernd,

    ich hatte mir in den 70er Jahren so ein Gerät für die Regenerierung von Schwarz-Weiß-Bildröhren gebaut.
    Ich war begeistert! Nur hielt die Freude nicht lange. Nach 1-2 Monaten waren die Bilder wieder negativ.
    Eine Dauerüberheizung mit 8V erwies sich als bessere Lösung und verlängerte die Zeit bis zum Neugerät
    um 3-4 Jahre.
    Über das "Abknallen" der Kathoden von Farbbildröhren mit einer 50/50 Chance schreibe ich hier lieber
    keine Details :D

    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

  • Ich weiß nicht, ob Fernsehbildröhren nun noch eine andere Hausnummer sind, als EL84er. Aber ein Versuch wäre es vielleicht mal wert, da ich schon öfters was von 1000 Stunden und mehr neuer Betriebszeit gelesen habe. Ich hab' ja nichts zu verlieren außer ein paar ausgelaugte Röhren, die ich ohnehin wegwerfen wollte.

    Bitte verschone uns mit Einzelheiten über das "Abknallen" der Kathoden von Farbbildröhren. 8| :D

    Gruß, Bernd

  • Nochmal kurz zu meiner Endstufe: ich habe ja leider nicht den Originalplan und hatte auf Verdacht als PI eine ECC83 eingesetzt. Jetzt habe ich mal probeweise eine ECC82 eingesetzt, und das Brummen ist völlig verschwunden, trotz ausgelutschten Endstufenröhren. Allerdings ist die Eingangsempfindlichkeit von 450mV bei der ECC83 auf nun 1,15V gestiegen. Habe mal im Netzt gestöbert und herausbekommen, daß die meisten Endstufen so um die 1-2V Eingangsempfindlichkeit haben. Somit könnte sich das Problem wohl geklärt haben, oder? Ist 1V ein akzeptabler Wert für die Eingangsspannung?

    Gruß, Bernd

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