MXR Phase 100-Klon verzerrt - Profis bitte!

  • Hi,

    nun melde ich mich auch (wieder mal) zu Wort.
    Im Anhang habe ich noch einen Plan vom Phase100 gelegt. Kennt den schon jemand. Beim ersten Überfliegen ist mir als einziger Unterschied aufgefallen, dass hier die Verbindung zwischen R51 und R45 (bezogen auf den GGG Plan) nicht existent ist. Vielleicht bringt diese Änderung einen vernünftigen Phaseeffekt. Allerdings ist genau diese Verbindung bei dem Phaser von Uwe vorhanden.
    Meine persönliche Meinung ist allerdings, dass das Problem an den Optokopplern liegt. Vielleicht sind die VTL5C3/2 einfach zu schnell/hart. Im Original werden 21L312 verwendet. Was sagen die Profis zu den Unerschieden zwischen den Optokopplern.
    Gruß
    Oli
    PS: Hast Du, Uwe, Soundbeispiele von Deinem Phase100?

    Bilder

    [size=1]DIY: Soldano X88R, Peavey 5150, Engl 530,Boss AC-2,BD-2,BF-2,CE-2,DM-2,DS-1,DS-2,EH-2,FT-2,HM-2,MD-2,MT-2,NF-1,NS-2,OC-2,OD-1,OD-2,OD-3,OS-2,PH-1, SD-1,SD-2,SG-1,SP-1,TW-1,XT-2,Rocktave Divider,Small Stone,Woody,STL,TS10,TS9,TS808,Obsidian 1+2,EasyVibe,Ultraflanger,Zombie Chorus,PT-80,MU-TRON, etc.[/size]

  • Hallo,

    ich hatte es ja bereits in der Nachricht geschrieben - ich will mich nicht als Profi darstellen, sonst hätte ich die Frage auch nicht gestellt.:(

    Eine zu schnelle Reaktion der Optos halte ich als Ursache für sehr unwahrscheinlich: klemmt man eine LED an, kann man feststellen, dass das Blinken kein hartes An/Aus ist, sondern ähnlich einer Sinuskurve ein- und aufgeblendet werden (allerdings deutlich unsymmetrisch). Selbst die lahmsten Fotowiderstände werden das bei höchstem Tempo mitmachen und zu schnelle Reaktion kann man sicher ausschließen.

    Ich kann mir höchstens vorstellen, dass die Hell- und Dunkelwiderstände der Optos nicht dem Original entsprechen. Dagegen spricht, dass der Effekt bei sichtbarer Helligkeit der LED (s.o.) deutlich vorhanden ist, aber es klingt mehr nach einem Vibrato-Effekt.

    Den zweiten Schaltplan werde ich mal testen, falls das noch jemand machen möchte: Man lötet dazu den zweiten Draht von links (vom Schalter) sowie von R51 das linke Bein aus und klemmt dort direkt die Leitung vom Schalter an.

  • Hi,

    Mit schnell/hart meinte ich, dass die Optos eine zu steile R(I) Kennlinie habe, nicht die Reaktionszeit. Die absoluten Dunkelwiderstände spielen jenseits der 100k keine Rolle, da dieser Widerstand eh durch den 100k begrenzt wird. Nach dem Datenblatt des VTL5C3/2 liegt der vermeintlich interessante Bereich zwischen 0,5 mA und 10 mA (also einem Widerstand von 100k bis ca.3k). Mit ermeintlich meine ich, dass ich in diesem Bereich einen Phasingeffekt erwarte. Ich kann mich aber auch total täuschen. Leider finde ich im Netz kein Datenblatt zu den 21L312! Hat das wer?
    Zwischen welchen Widerstandswerten werden denn die FETs beim Phase 90 durchgeschalten?

    Also ein Profi bin ich auch nicht, aber analog zum Phase90, dessen Sound ja bekanntlich von selektierten (also möglichst identischen) FETs abhängt, könnte ich mir auch vorstellen, dass die Optokoppler mal unabhänig von deren Kennlinien einfach interindividuell zu unterschiedlich sind. Aber wie gesagt, vielleicht weiß Uwe da mehr.
    Gruß
    Oli

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  • So, meine Damen und Herren,

    es gibt ausnahmsweise mal Erfolgsmeldungen: Ich habe die Tage einen Riegel LM1458 erhalten und eingesetzt (Sockel sind was tolles), soweit nichts neues.
    Ich habe aus Neugier den alten Rückkopplungswiderstand R1 an den 30kΩ gehalten, siehe da, mit den neuen OPs sind die Verzerrungen weg. Also wurde der alte 15kΩ wieder eingebaut, mit dem Ergebnis, dass die Einstellungen mit Rückkopplung sich viel deutlicher abheben und sich dieser phaser-typische "Kotzeffekt" bei langsamerer Geschwindigkeit einstellt.

    Das Trimmer-Poti für die Mittenfrequenz habe ich sehr hoch eingestellt, eine testweise angeklemmte LED leuchtet deutlich auf (in den beiden oberen Stellungen des Schalters). Trotzdem muss ich leider festhalten, dass der Effekt insgesamt eher unauffällig ist, richtig abgefahrene Einstellungen sind einfach nicht drin; dennoch bin ich soweit zufrieden, weil es erheblich besser geworden ist und endlich mal nach Phaser klingt.:D
    Nächste Baustelle wäre ev. noch der Test mit abgeklemmtem R51, dann soll es das gewesen sein.

    Das bereits genannte unsymmetrische Verhalten kann ich auch bestätigen, wirklich musikalisch ist das nicht.

  • Hi,

    ich kann's dir nicht genau sagen, da ich darauf verzichtet habe, meinen PH-10 zu tracen. Aber sagen wir mal so: Er verfügt über dieselben Einstellungsmöglichkeiten und funktioniert nach dem gleichen Prinzip und klingt am Ende auch wie einer - mit allen Macken aber auch Vorteilen. Schau einfach mal auf die Seite vorher - da hab ich ein paar Fotos gepostet.

    Helge

    The Rules of hacking:
    Rule #11: Don’t drink and solder (chapter 7).
    Rule #23: Distortion is Truth. (Poss’s law; chapter 23).

  • So, bevor ich mich ewig mit nem Eigenbau und viel mehr Ausgaben herumschlage hab ich den PH-10 jetzt auch einfach mal bestellt. Wenn Interesse besteht kann ich ja mal n paar Samples posten, wenn das Teil da ist.

  • Hi,

    ich habe da schon einmal was vorbereitet. Billig mit Headset und Audacity aufgenommen. Gespielt habe ich glaube meine Epi 66er Wilshire Reissue über DOD 280 Compressor Klon und Fame PH-10 in einen Engl Screamer 50. Hinterher habe ich noch ein wenig Software-Reverb hinzugefügt. Ich schalte alle Schalterstellungen durch; von den subtilsten Einstellung bis zur tiefsten; zum Ende genau umgekehrt. Ich hoffe, es konnte ein wenig helfen.
    Hier der Link: http://www.supload.com/listen?s=5syxBM
    Im Anhang dann mal ein kurzes Sample verzerrt. Das ist eigentlich so der Einsatz, wofür ich ihn eigentlich haben wollte. Klingt bloß leider nicht so doll bei diesem Sample. Egal, ihr bekommt sicherlich trotzdem eine Idee davon.

    Gruß
    Helge

  • Hast Du den Phaser vor den Amp geschaltet?

    Also clean geht das schon sehr deutlich in die Richtung, vielleicht etwas subtiler - der Aufbau war doch erfolgreich! :D
    Verzerrt bekomme ich den Klang aber nicht so kräftig hin, allerdings ist mein Phaser vor dem Amp (kein drittes Kabel da).

  • Jap, vor dem Amp. Zerre kommt allerdins aus'm Pedal vor den Phaser. Phaser vor Vorstufenzerre kannste beim 100er vergessen. Beim 90er mag das noch halbwegs gehen. Aber beim 100 klingt's einfach nur schrottig.

    The Rules of hacking:
    Rule #11: Don’t drink and solder (chapter 7).
    Rule #23: Distortion is Truth. (Poss’s law; chapter 23).

  • Gut, das erklärt den schwachen Klang. Ich hab' mal schnell eine Strippe aus einem Schrottkabel und Schrottstecker gebastelt und den Phaser in den Einschleifweg des Rectifiers gehängt - wow, geiler Sound, genauso wie in den Soundfiles. Verzerrt kommt das noch viel besser rüber als unverzerrt, auch die schwächeren Einstellungen ohne Feedback, mit geringer Modulation und langsamer Geschwindigkeit werden sehr deutlich übertragen.

    Also, ich bin echt zufrieden - jetzt muss das Gekröse noch in das Gehäuse. :rolleyes:

  • Danke Herr Chefentwickler für die tollen Samples! Das Verzerrte macht doch n recht guten Eindruck. Somit erübrigt sich auch die Frage, wo man das Ding am besten aufm Board platziert. Hätte den vermutlich sowieso in den Loop gehängt.

    Ich freu mich schon auf das Teil.

  • Hi,

    bitteschön!:)
    Ich finde ihn clean so für klass. Funk-Sachen auch nicht mal so schlecht. Mit heißeren PUs viel besser als der 90er, da der dann schon ziemlich schnell verzerrt, was dir beim 100er nicht passiert. Außerdem ist dieser leicht "künstliche" Sound eigentlich ganz nett für solche funky Riffs. Schon ein paar mal bei Funky-Jams genutzt und sehr angetan gewesen. Hinter der Zerre in der Maximalstellung klingt es einfach nach Fu Manchu. So richtig schön tief "wwwwuuuuusch".=) Wenn ich mir nicht schon einen Flanger gebaut hätte, würde ich mir glatt mal auch noch den Flanger von Fame besorgen. Sieht verdammt nach Ibanez FL-9 aus.;)

    Gruß
    Helge

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    Rule #11: Don’t drink and solder (chapter 7).
    Rule #23: Distortion is Truth. (Poss’s law; chapter 23).

  • Weil wir einmal hier damit angefangen haben, ich hab n Problem.
    Das Teil ist nun da, funktioniert an sich auch alles bestens, aber so bald ich den in den Loop meines Amps hänge, also zwischen Vor- und Endstufe hör ich nur noch einen vernünftigen Phasersound, wenn ich den Overdrivekanal vom Amp anschalte. Auf dem Cleankanal kommt fast nix an. Wenn ich den Effekt aber einfach vor den Amp schalte klingts zwar clean richtig gut, aber verzerrt dafür nicht mehr so besonders, da ja der Phasersound verzerrt wird.
    Ich hab nen Marshall DSL 401, wahrscheinklich liegt hier der Hase im Pfeffer, auch wenn ich nicht weiß, warum. Kann mir da jemand wenigstens erklären, woran das liegt wenn nicht gar ne gute Lösung präsentieren? Vielen Dank.

  • Sorry, wenn ich dazwischenstolpere, aber hier meine (vorläufig) endgültigen Ergebnisse:

    Als OPs habe ich TL072 (Originalbestückung), LM1458 und NE5532 getestet. Am besten funktionieren die LM1458, mit den anderen Typen hatte ich deutliche Verzerrungen, vor allem mit Rückkopplung beim TL072; der NE war besser, aber nicht optimal.
    Trotzdem bleibt mit kräftigen PUs (Gibson P-498T) ein leichtes anzerren bei sehr starkem Anschlag, das Ding gehört aber so oder so in die einstellbare Effektschleife, das merzt das Problem völlig aus. Ich kann mir den Hinweis aber nicht verkneifen, dass der baugleiche(?) Fame/Biyang-Phaser das nicht tut!

    Klanglich ist der Fame/Biyang übrigens deutlich anders, dieser phast noch einen Deut stärker, allerdings ist die unsymmetrische Abstimmung noch viel extremer als beim Phase-100-Klon.

    Nochwas: Man kann an der MXR-Kopie viel höhere Geschwindigkeiten einstellen, leider ist der Einstellbereich am Ende sehr ungünstig verteilt. Das teure Spezialpoti (C, Rev-Log) sollte man sich sparen und eventuell experimentiert man mit einem linearen Poti, dem man einen Widerstand für die richtige Charakteristik verpasst. Der Widerstand R56 (in Reihe zum Poti) bestimmt das maximale Tempo: Wer Lust auf Experimente hat, kann mit dem Potiwert, Zusatzwiderstand und R56 spielen, um den sinnvollsten Wert zu ermitteln oder sogar schaltbare Presets einbauen.

  • Mal eine Frage an die Leute, die das Teil fertig gebaut haben. Ich bin krampfhaft auf der Suche nach einem im Layout erwähnten 2pol 4position Drehschalter - bisher ohne Erfolg. Nun hab ich mir bei Musikding den 2pol 6position Drehschalter besorgt - mir ist allerdings nicht ganz klar, wie man das mit dem Teil verkabelt - vielleicht könnte mir da jemand mal einen Tipp bzw. eine Skizze machen.
    Ich hab das ganze nach ggg-Layout gebaut - sollten irgendwelche Teile wie Widerstände oder ICs eurer Meinung nach lieber getauscht werden?
    Habe die TL072er drin - aber noch nicht ausprobiert...

  • Moin,

    lies' mal das ganze Thema durch, Lösungen bzw. sinnvolle Änderungen habe ich ja ausprobiert und beschrieben.

    Du hättest lieber einen Drehschalter mit vier Positionen und mindestens zwei Polen nehmen sollen (Musikding hat dieses Modell im Programm - der zusätzliche Schaltkontakt bleibt einfach unbenutzt. Den gleichen Schalter gibts bei Reichelt auch als Printversion, was je nach Platz etwas sinnvoller ist). Es gibt auch ein GGG-Verdrahtungsplan mit zwei Kippschalter (einpolig, An/Aus), wenn man keinen Drehschalter haben möchte oder einbauen kann.

    Ok, jetzt aber zu Deinem Schalter (Du hast das GGG-PDF mit dem Verdrahtungsplan hoffentlich in petto): In der Mitte des Schalters sind zwei Kontakte - an einen die graue, den anderen die orange Leitung. Dann werden die äußeren Kontakte 3+4 mit der braunen Leitung verbunden sowie 12+10 an die violette.
    Es gäbe natürlich noch mehr Varianten, die trotzdem funktionieren. Man könnte jetzt auch zwei Schaltstellungen wiederholen, also zweimal haben - die letzten beiden Positionen sind ja ungenutzt.
    Vielleicht hast Du einen Schalter mit einem einstellbaren Anschlag: Man erkennt ihn an einer U-Scheibe, die eine Nase hat. Je nachdem, wo man sie in die Öffnungen am Schalter steckt, kann man die Positionsanzahl verringern.

  • Ich hab mir jetzt doch einen anderen Schalter bei Musikding besorgt: http://www.musikding.de/product_info.p…Stellungen.html

    Allerdings wird das mit der Verdrahtung auf Grund der kleinen Ausführung etwas schwierig.

    Wenn ich mir die Pins so anschaue: Obere Reihe A 1 2 3 4 5
    untere Reihe B 1 2 3 4 5

    Wie ist das ganze dann zu verdrahten?

    Laut ggg müsste es doch so sein:
    orange Litze an A1, A2 frei, A3 zusammen mit A5 und violetter Litze, A4 frei
    graue Litze an B1, B2 und B3 frei, B3 und B4 zusammen und mit brauner Litze

    Seh ich das richtig?

  • Moin,

    also wenn da garnichts kommt, egal bei welcher Schaltstellung, dann liegt der Fehler woanders. Sind nämlich beide Schalter geöffnet, kommt bei funktionierendem Phaser auf jeden Fall was raus. Möglicherweise klingt das null nach Phaser-Effekt, das ist aber nur eine Sache der Einstellung des Trimmers.

    Warum hast Du nicht einfach den vorgeschlagenen Lorlin-Drehschalter gekauft? Der wird in dem originalen GGG-Bausatz auch verwendet und funktioniert.
    Zu dem Schalter, den Du jetzt gekauft hast, kann ich nicht viel schreiben, weil - wie so oft - kein Datenblatt zu dem Artikel verlinkt worden ist. Aber ich bin ja nicht blöd, bei Mouser habe ich wahrscheinlich den Schalter gefunden, es könnte ein Modell von Alpha sein, folgende Belegung (Farben nach GGG-Layout!) würde dann passen, die Kontakte sind nummeriert:
    Hintere Kontaktreihe, die näher zur Rückseite ist:
    1 - frei
    2 - frei
    3 + 4 braun
    5 - grau (kein Fehler, der Bockpol ist in dieser Reihe Nr. 5, auch wenn es unlogisch klingt!)
    Vordere Kontaktreihe, die näher zum Schaft ist:
    1 - orange
    2 - frei
    3 + 5 violett
    4 - frei

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