J5mk1 macht keinen Ton mehr

  • Hallo liebes Forum

    Habe neulich mal wieder meinen J5Mk1 angeschlossen, weil er demnächst richtig in der Band zum Einsatz kommen soll.

    Das Vergnügen war leider kurz, jetzt gibt er leider keinen Ton mehr von sich. Hilfe!

    Was ist also passiert: Vor einiger Zeit hatte ich schon Probleme mit dem Master Volume Poti. Diese habe ich schon ausgetauscht (gegen ein billiges von Conrad) hat aber funktioniert.
    Beim letzten anschalten hat der Verstärker noch funktionert, dann habe ich Probleme mid dem MID Poti festgestellt aber in der Stellung MID Poti fast ganz zugedreht kam zumindest noch ein Ton raus(in anderen Stellungen hatte ich Tonaussetzer - meine Vermutung Poti defekt). Dann war auf einmal Stille.

    OK, habe die Spannungen durchgemessen (bin kein Profi Elektriker) soweit ich das einschätzen kann passt alles (also es passt natürlich nicht alles, sonst würde es ja funktionieren - ich finde den Fehler halt nicht). Es kommt nicht mal mehr Röhrenbrummen wenn ich das Volumen aufdrehe. Wenn ich das Volume ganz nach oben drehe kann ich allerdings einen hohen leisen Ton hören. Nur leider nicht aus dem Lautsprecher, sonder da surrt ein Bauteil.

    Jetzt wollte ich ein paar neue Potis bei Musikding bestellen und diese einbauen, natürlich die Deluxe Version.
    Aber ich kann keine 22k linear und auch keine 220k linear Potis finden. Da bräuchte ich Hilfe, welche soll ich bestellen?

    Des weiteren, ist es möglich die Klangregelung mal zu umgehen (herauslöten) - um zu sehen obs daran wirklich liegt.
    Ich würde jetzt einfach mal zwischen R14/V2B Kathode und der oberen Fahne am Master Poti verbinden. Die untere Fahne des Master Poti auf die Sternmasse.

    Wo würdet ihr mit der Fehlersuche anfangen.

    Schon mal vielen Dank für eure Hilfe.

    Grüße Daniel (pacmanson)

  • Hallo Daniel,

    22k bzw. 220k wirst du nicht finden, weil 25k und 250k die Standardwerte sind. ;)

    Das Tonestack zu brücken ist ne doofe Idee, da muss dann hinter die Kathode ein Kondensator zum DC-entkoppeln.

    Grüße,
    Swen

    Crank it!

  • Hi Bierschinken

    Danke für die Antwort, ich kann also auch die 25k und die 250k einbauen, auch wenn im Schaltplan 22k und 220k eingeplant sind?

    Danke
    Daniel

  • Hi,

    ja, das kannst du. Die Differenzen sind kleiner als die durch Bauteiltoleranzen (bei Potis i.d.R. 20%) möglichen Schwankungen.

    Und mit dem Tonestack brücken: Habt ihr beide unglücklich ausgedrückt. Mit Draht brücken ist doof, das stimmt, wegen dem besagten DC-Potential. Aber mal nur testweise das ganze mit einem ausreichend spannungsfesten Kondensator (z.B. 22nF/630V) zu testen, schadet nicht, klingt höchstens nicht gut.

    Grüße,
    Raph

  • Hi Raph
    Danke, für die Erklärung.
    Ich denke da ich eh löten muss, kann ich auch gleich die neuen Potis einbauen. Werde also die Sachen bestellen, einbauen, messen und dann berichten on der Amp geht.

    Kann also ein paar Tage dauern, aber ich melde mich wieder.

    Bis dann
    Daniel

  • Zurück nach der Sommerpause

    Hallo

    So jetzt habe ich die Potis bestellt und reingelötet. Hat wegen Urlaub und schönem Wetter etwas gedauert.

    Leider macht der Amp keinen Ton. Bei voll aufgerehtem Volumen konnte ich ein hohes Pfeifen hören (nicht aus dem Lautsprecher, sondern aus irgendeinem Bauteil) - ist jetzt aber auch weg.

    Die Spannungen habe ich auch durchgemessen, scheinen alle in der Toleranz zu sein.

    Wo kann ich am besten mit der Fehlersuche anfangen?
    Wie kann ich den Ausgangsübertrager testen?

    Ich messe derzeit nur Volt zur Sternmasse. Also wenn ich zum messen etwas ablöten muss um Stromstätke zu messen wäre ich für eine genaue Erklärung sehr dankbar.

    Also wo genau starte ich die Fehlersuche?

    Für eure Hilfe bin ich jetzt schon sehr dankbar.

    Grüße
    Daniel

  • Hallo Daniel,
    beim Ausgangsübertrager kannst du die Primär- und Sekundärwicklung messen (siehe S. 21 der Bauanleitung), zwischen Primär- und Sekundärwicklung muss der Widerstand unendlich sein. Zum Messen jeweils einen Anschluss primär und sekundär auftrennen.
    Gruß
    Martin

  • Hallo Martin, Forum

    Bin jetzt einen Schritt weiter gekommen:
    Am Ausgangsübertrager sekundär Seite war ein Kabel abgebrochen.
    Habe den Ausgangsübertragen mal wie beschrieben gemessen. Primärseite 160 ohm und auf der sekundärseite 1,8 ohm.

    Der Amp is leider 1-2 Minuten am Stück mit dem Kabelbruch gelaufen, also ohne Last/Lautsprecher.

    So, nachdem ich das gebrochene Kabel erneuert habe kommen auch wieder Töne aus dem Amp. Aber ich habe jetzt so ein brutzeln und der Amp wird laut und leiser.

    Spannngen sind bei mir alle etwas niedriger, ausser die Heizpannung die bei 6,8 Volt liegt.

    Soweit ich mich erinnere hat es beim letzten einschalten (noch mit dem gebrochenen Kabel) mal kurz im Bereich der Platine geraucht .... da könnte also was kaputt geganen sein.

    Wie finde ich am schnellsten das kaputte Bauteil? Wie kann ich feststellen ob ein Kondensator was abbekommen hat?

    Viele Grüße
    Daniel

  • Wenn was auf dem Lötösenstreifen geraucht hat, ist das eher ein Widerstand gewesen als ein Kondensator. Beim Betrieb ohne Last kann beim Röhrernverstärker (nach einiger Zeit, bei Volllast auch nach ein paar Sekunden) zuerst der Ausgangsübertrager zerstört werden, dann erst dadurch auch andere Bauteile. Davon gehe ich bei dir aber nicht aus. Wenn wirklich alle Spannungen passen (+/- 10% ist völlig in Ordnung!), musst du letztendlich alle Bauteile durchmessen.
    Gruß,
    Martin

  • Hi

    OK, da ich ja noch am Anfang meiner elektrotechnischen Karriere stehe, frage ich lieber noch mal nach:

    Wenn ich einen Widerstand nachmessen will muss ich ihn dann an einer Seite ablöten oder gibt es eine andere Möglichkeit in so einem größeren Schalkeis Widerstände zu messen???

    Danke für die Tips, bevor ich jeden einzeln herraus löten.

    Grüße Daniel

  • Hallo Daniel,
    wenn du die Röhren entfernt hast, denk dir die Kondensatoren weg (Unterbrechung der Leitung), dann siehst du, welche Widerstände du messen kannst (z.B. die Kathodenwiderstände) und bei welchen du eine Seite loslöten musst. bevor du das tust, solltest du die Spannungen direkt an den Röhrenfassungen messen und prüfen, ob alle pins guten Kontakt haben (daher kann das "Brutzeln" auch kommen.
    Gruß,
    Martin

  • Hallo Martin - Forum

    Mein J5 klingt leider immer noch fürchterlich. Ton brutzelt und ist stark verzerrt.

    Es sind ein paar Dinge passiert:

    1. Gestern ging beim J5 garnichts mehr -> Wackelkontakt im Powerswitch! Habe jetzt mal so hingebogen das ich zumindest weitermessn kann -> Schalter wirs aber demnächst entsetzt.

    2. Alle widerstände durchgemessen (Röhren raus und ein paar abgelötet). Scheinen alle zu passen.

    3. Wollte an der Oberseite der Röhrensockel messen - komme aber mit meinen Messspitzen garnicht in die Sockel rein -> habe ich also wieder aufgegeben.

    4. Zwei größere Spannungsabweichungen festgestellt.
    Zwischen R3 und C3 (also an der Anode von V1a) habe ich 213Volt und nicht wie im Plan 200Volt.
    Zwischen R7 und C5 (also Anode V1b) habe ich 190Volt und nicht 172Volt.

    5. Ich habe ja größere Aplha Potis eingelötet 24mm Durchmesser. Also an den Lötpins der Potis ist es jetzt etwas enger zu den grünen Masseleitungen geworden. (kann euch da ein
    Bild helfen?)

    Mich wundert jetzt selbst, dass ich zwischen R9 und R3 282 Volt habe (also korrekt) und nach R3 und R7 falsche Spannungen (habe doch eigentlich die Widerstände überprüft. Kann V1 kaputt sein? Kann man den Spannungsabfall an einem Widerstand in so einem Schaltkreis einfach ausrechnen oder ist die Schaltung zu komplex?

    Ich hoffe jetzt habe ich nicht zu viele Dinge auf einmal gepostet. Wir können gerne die Punkte einzeln abhandeln. Mit welchen fangen wir an?

    Viele Grüße und schon mal Danke
    Daniel

  • Hallo,
    also zu den Spannungen glaube ich dir weiterhelfen zu können: die sind soweit OK. du bist bei ca. 10%. Das ist, soweit ich weiss, im grünen Bereich. Also daran liegts sicher nicht. Überprüfe noch mal die die Widerstandswerte, ob alles am richtigen Platz ist und vor Allem die Masseanschlüsse!
    Ich persönlich würde mir die Röhren und die SOCKELN vornehmen. Das kling sehr nach schlechten Anschlüssen an den Sockeln. Hast du die Röhren stecken gehabt, asl du die Anschlüsse angelötet hast? Wenn nicht, kann sich ein Pin verzogen haben. Kannst versuchen, den Verstärker anzuschliessen mit Röhren und an den Röhren herum drücken. Falls da was verzogen ist, könntest du es merken. Ist zwar nicht die feine Art, aber manchmal hilfts. Ich hab mal sowas in einem Röhren-Bodentrter (Booster) gehabt. Jenachdem wie ich die Röhre hingedrückt habe, hats gebrutzelt, oder war Ok.
    Grüsse
    Hans-Jörg

    Nur wer fragt, wird (irgendwann) wissend. ;D

  • Hallo Hans-Jörg

    Gerade eben habe ich mal deinem Tip gefolgt und an den Röhren gewackelt.
    Ich konnte leider keinen nenneswerten Unterschied feststellen.

    Dann dachte ich mir -> ich probiere mal eine alte EL84 aus. Ergebnis war noch schlimmer, die alte war wohl doch hin.
    Also originale EL84 wieder reingebaut und Amp angeschalten. Als ich dann gerrade wieder den Rütteltest starten wollte, kam Rauch aus dem EL84 Sockel.
    Habe den Amp ausgeschalten und mal reingeschaut -> R21 am Endstufensockel ist abgeraucht.

    Jetzt meine Frage: Tausche ich den Widerstand einfach aus und schalte den Amp wieder ein (in der Hoffnung es war Altersschwäche) oder muss ich mich erst auf Fehlersuche begeben? Wenn Fehlersuche, dann wo fange ich an?

    Danke für die Tips.
    Gruß Daniel

  • Hallo,

    Zitat

    Tausche ich den Widerstand einfach aus und schalte den Amp wieder ein (in der Hoffnung es war Altersschwäche)?

    nein! - wessen Altersschwäche eigentlich?;)

    Wenn R21 durchbrennt, fließt zu hoher Schirmgitterstrom (Pin 9). Das passiert u. a., wenn die Anode (Pin 7) nicht richtig angeschlossen ist /Kontakt hat. Diese ist durch den AÜ mit der positiven Versorgung verbunden.

    Bei ausgeschaltetem Amp (und entladenen Kondensatoren!) müßtest du den Gleichstromwiderstand des AÜ zwischen Pin 7 und dem Pluspol von C17 messen können.

    Außerdem solltest du mal den Widerstand vom Steuergitter nach Masse überprüfen - VR6 dabei einmal ganz auf und ganz zu drehen...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo

    Also zwischen Pin7 und Plus von C17 messe ich 160 ohm und jetzt Hilfe:

    Der widerstand vom Steuergitter zu Masse, also zwischen Pin2 (am Sockel wo R16 hängt) zum Hauptmassepunkt kann ich nicht richtig messen: Widerstand am Messgerät steigt ständig??? Was mache ich falsch?

    Soll ich noch mal alle Lötstellen nachlöten?

    Danke

  • Hallo,

    Widerstand am Messgerät steigt ständig

    dann müßte er jetzt bei 10^23 Ohm sein...;D

    Im Ernst: Was heißt das? Wenn du die Meßleitungen anlegst, dann steigt er von... bis... innerhalb von ca. ... Sekunden.

    Überprüfe mal die Kontaktgabe von Poti VR6 (Master) vom Schleifer zu einem äußeren Pin, geht der Widerstand beim Drehen über die angegebenen 1Mohm (+/- 20%) hinaus?

    Erst direkt an den Poti-Pins messen, wenn das i. O. ist, dann an den Leitungen, die zum Poti führen. Wenn es dort "spinnt", die entsprechenden Lötstellen nachlöten - wenn's vorher schon zu Störungen kommt, ist das Poti im Ar....

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo Bernd

    Ich habe den VR6 gestern mal raus gelötet. Durchgemessen und der war total hinüber.

    Also habe ich heute einen neuen eingebaut und habe auch R21 ersetzt (gegen 2 2,2kOhm parallel leider mit weniger Watt).
    Verstärker eingeschaltet - und wieder Rauch. Jetzt bei R22 - der glüht sogar rot - dann habe ich sofort wieder aus gemacht.
    R22 hat aber noch 1kOhm.

    Jetzt habe ich mal am VR6 rumgemessen. Zwischen linken PIN (der zu VR3) und mittel PIN habe ich folgende Ohm "Zusammensetzung": Er startet bei 160kOhm nach 3/4 Drehung steigt er auf 330kOhm um dann im letzten Teil auf 0Ohm zu sinken. Ist das normal oder ist VR6 schon wieder hin? Wieviel Leistung muss VR6 denn so abkönnen, nicht das ich da nen falschen Poti bestellt habe. Amp macht übrigens keinen Ton mehr.

    Was kann ich tun? HELP!

    Danke
    Gruß Daniel

  • Hallo,

    Zitat

    Ich würde jetzt einfach mal zwischen R14/V2B Kathode und der oberen Fahne am Master Poti verbinden. Die untere Fahne des Master Poti auf die Sternmasse.

    das ist aus deinem ersten Beitrag zitiert - Ist es beim Konjunktiv "würde" geblieben?

    Mir ist die Antwort egal, denn du hast den Amp jetzt so abgefackelt, daß ein kompletter Neuaufbau "hinter" V2B nötig ist: Jedes (ja jedes einzelne, ausgebaute Bauteil) auf Wert und Funktion überprüfen - oder halt neue Bauteile nehmen (trotzdem vorher messen).
    Da du keine Röhren testen kannst, ist auch eine neue EL84 erforderlich am besten auch eine ECC83 zum tauschen (klar, kannst du dir das sparen, wenn du dir für ein paar hundert € einen Röhrentester kaufst.;).

    Potis auch nicht vergessen. Die Log-Potis sind (fast alle) für 1/4 Watt spezifiziert. Ein 1M Poti wie VR6 zu himmeln ist schon schwer, das hält zwischen Anfang und Ende auch 230 V aus (53 mW), aber eine falsche Verkabelung und eine hohe Spannung zwischen Schleifer und einem der Enden killt es auch schon bei niedriegen Spannungen.

    Dann muß der Amp mit Regeltrafo langsam hochgefahren werden (aber mindestens mit einer Glühlampe in Serie). Wenn dann nichts qualmt und brennt müssen alle Betriebspannungen gemessen werden.

    Da wir keine Fotos von deinem Aufbau gesehen haben, können wir nicht wissen wie sauber dein Aufbau ist/war. Denn das ist die Hauptursache für Frühausfälle (danach kommen erst Bauteildefekte...;)).

    Treffe deine Entscheidung: Entweder du traust dir das mit deinen Kenntnissen und Erfahrungen zu - weil eine genauere Erläuterung der Vorgehensweise wäre nur ein Abschreiben der Aufbauanleitung -

    ... oder du gibst das Teil zur Fehlerbehebung in erfahrene Hände.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hi

    Das hört sich aber schlecht an. OK, ich überlege mal was ich mache.
    Ichhabe auf jeden Fall nicht wie unten beschrieben irgendwas überbrückt.

    Was mich halt wundert ist, der Amp lief ja gut, also ist er nicht gundlätzlich verbastelt. Aber irgendwo ist der Fehler! Frage mich nur wann der reingekommen ist.
    Ich nehme mir noch mal die Aufbauaeitung vor und arbeite das durch!

    Dann melde ich mich so in einem halben Jahr wieder :-). Nö, ich hoffe des dauert net so lange.

    Trotzdem danke für die Hilfe.

    Gruß Daniel

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