Platine für Röhrenpreamp ätzen - was beachten?

  • Hallo.

    Ich habe eine Frage zum Platinenätzen.
    Bislang habe ich nur Platinen für Transistorgerödel geätzt. Mein bisheriges Röhren-Gebastel habe ich nur mit Lötleisten gemacht.
    Wenn ich nun für einen Röhrenpreamp (z.B. die Vorstufe eines 2204) auf Platine ätzen möchte, was sollte ich beim Entwurf zwecks Leiterbahnabständen, Masseführung, AC-Röhrenheizung usw. beachten?
    Ich möchte nun nicht einfach drauflos ätzen und dann erst feststellen, dass es hier einstreut, dort pfeifft, hier brummt ... ihr wisst sicher was ich meine.

  • Du kannst ja mal nach ein paar PCBs von bekannten Amps suchen, da erkennt man das schon ganz gut. Wichtig ist auf jeden Fall das pro 100V ca. 1mm Abstand zwischen den Leiterbahnen sein muss.
    Die Masseführung ist auf so einer Platine auch eine sehr kritische Sache. hier gelten ähnliche Regeln wie bei der verdrahteten Variante: möglichst keine Umwege, sondern teile zusammenfassen und irgendwo zusammenführen, als Sternmassepunkt. Aber auch wenn man sich daran hält ist keine Garantie gegeben, dass alles schwinungsfrei ist. Da muss man dann eventuell in den sauren Apfel beißen und das ganze nochmal neu machen.

    Tschüssi

  • Zitat von der_gitarren_M;290078

    ... auch wenn man sich daran hält ist keine Garantie gegeben, dass alles schwinungsfrei ist. Da muss man dann eventuell in den sauren Apfel beißen und das ganze nochmal neu machen.

    Ich habe mir jetzt ohnehin erstmal bisschen Platinen-Vorrat bestellt. Dass ich die ein oder andere Platine mehr ätzen muss, damit habe ich gerechnet. Nur möchte ich eben von vornerein die groben Fehler vermeiden, um nicht ganz so viele ätzen zu müssen.
    Schon mal danke für die Tipps :)


    Zitat von Rockopa58;290084

    Studier mal Andys Preamp-Platine.

    Danke für den Hinweis. Wie war das "... den Wald vor lauter Bäumen ..."? ;)
    Bisserl blöd bin ich auch ab und zu. Hab das eine Board von ihm als PDF ja bereits auf der Platte liegen :D

  • Hallo,

    bei einer solch simplen Schaltung und obendrein bei einem Erstlingswerk, würde ich Abstand vom PCB nehmen oder man nimmt in Kauf, das Ding mehrmals zu Layouten, zu bestücken, einzubauen und dann wieder rauszunehmen, weils doch noch nicht 100% ist.


    Ansonsten, Masse! - Masse ist das A und O.
    Ich glaube mit einer Flächenmasse kann man sich richtig in die Nesseln setzen, wenn man da keine Erfahrung hat.
    Ich würde ganz strenge Stufenmassen verwenden und auf einem Star am PCB zusammenführen.

    AC-führende Leitungen; lassen sich nicht verdrillen, also vorsichtig sein.
    Den Preamp würde ich DC-heizen (unstabilisiert) und das Netzteil etwas separieren, sodass der ripple nicht in die Schaltung bruzzelt.

    Grüße,
    Swen

    PS; wenn du ein Layout hast, kannst du das ja auch hier erstmal zur Diskussion stellen.

    Crank it!

  • Salü,
    Ich würde die Heizung nicht als Leiterbahn ausführen, sondern mit flexiblen Leitungen oberhalb der Platine verlegen. So schlägts auch Rainer zur Linde vor.
    Vorteile

    • Das Layout ist einfacher wenn man nicht noch Leiterbahnen für die Heizung ziehen muss
    • Die Leitungen lassen sich verdrillen (wenn man mit AC heizen will)
    • Es lässt sich leichter en größerer Querschnitt verwirklichen (bei Vorstufe nicht so wichtig, aber wenn noch ne Endstufe dazu kommt wird doch schon ordentlich Strom gebraucht)


    mfg sven

  • Hi,

    bei AC-Heizung würde ich auch dünne Litzen unter der Platine verlegen und diese gut verdrillen. Ansonsten gilt auf einem PCB all einfach das, was auch sonst gilt. Immer hilfreich ist's, wenn Du alle Drahtbrücken in der Größe einer Widerstands ausführst und dann mit einer Biegelehre biegst.

    Gruß
    Andy

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