Einblicke in die Welt der Relais?

  • Hi,
    ich habe folgendes vor:

    Ich will einen TrueBypass-Looper mit 10 Loops für mein Effektboard. Bis jetzt wollte ich die jeweiligen Loops direkt über 3pdt-Schalter schalten. Jetzt bin ich jedoch auf die Idee gekommen, das ganze über Relais zu machen.
    Ich will eine Box auf meinem Board haben, in der In, Out sowie die 10 Loops untergebracht sind. Schalten will ich das ganze über einen externen Fußschalter, wie bei einem Amp.
    Im Fußschalter will ich also 10 Taster/Schalter haben, die nur den Befehl geben, schalten sollen es dann die Relais in der Box auf dem Effektboard.

    Ich hoffe, ich habe es einigermaßen verständlich erklärt.


    Habt ihr ein paar Internetseiten,... für mich, die den Hintergrund von Relais und der Verdrahtung für so ein Projekt beleuchten? Auf dem Gebiet bin ich nämlich ziemlich planlos. ;)

  • Hallo,

    Wikipedia verrät dir nahezu alles wissenswerte.

    Im Grunde gibt es 2 Typen; Monostabile und Bistabile.

    Monostabil: Das Relais hat eine Steuerspule und der Schaltkontakt fällt ohne Strom in den Ruhezustand zurück.
    Bistabil: Das Relais hat 2 Steuerspulen, jede Steuerspule Schaltet bei Stromstoß und bleibt in der Position bis die andere Steuerspule Strom bekommt.

    Die Dinger gibts dann in allerlei Ausführungen.
    Schließer, Wechsel (1fach, 2fach, 4fach).

    Grüße,
    Swen

    Crank it!

  • Hi,
    Hi,
    so, ich habe mich ein wenig eingelesen, ist garnicht so kompliziert, wie ich gedacht habe.

    Ich hätte noch eine Frage zum Fußschalter. Ich würde das jetzt so machen:

    Für 2 Relais bräuchte ich 4 Leitungen:
    1x Plus zu den Schaltern
    1x Plus von S1 zu Relais 1
    1x Plus von S2 zu Relais 2
    1x Minus für die LEDs
    Für jedes weitere Relais bräuchte ich eine weitere Leitung.

    Ich habe das ganze mal schnell in "Paint" gezeichnet (siehe Anhang). Der Schaltplan für die Relais stammt von hier:
    http://www.jimkim.de/html/guitar03_03.htm
    (vielen Dank "dirk")
    Würde das so funktionieren?


    Edit:
    die LEDs brauchen natürlich noch Vorwiderstände .

    Edit 2:
    der Octa-Switch ist leider nichts für mich, weil ich keine Presets will. ich will die Effekte frei zuschalten können. Außerdem möchte ich den Schalter neben dem Effektboard haben (aus Platzgründen).

  • Hi,

    Ja der Octa-Switch ... darüber wurde hier schon des Öfteren gepostet...

    Hier sind die passenden Schaltbilder/Layouts und Erläuterungen. Der Looper/Switcher hier entspricht im Prinzip dem Octa-Switch (bis auf die Buchsenbelegung).

    http://www.generalguitargadgets.com/pdf/ggg_sss_diagrams.pdf
    http://www.generalguitargadgets.com/pdf/ggg_sss_notes.pdf

    Wenn Du die Taster dann z.B. durch Klinkenbuchsen ersetzt, kannst Du dat Dingen in ein Rackgehäuse o.ä. einbauen. An die Klinkenbuchsen schließt Du dann einfach ein einfaches Multicore (bestehend aus 8x Mono-Klinkenkabel) an, auf der anderen Seite dann einfach 8 Fußtaster mit Mono-Klinkenbuchsen (am besten in ein Gehäuse) oder Du legst auf beiden Seiten alles auf Multipin-Buchsen und bastelst Dir ein entsprechendes Multicore incl. Taster-Gehäuse.

    P.S. ich habe den Octa-Switch selber und bin absolut zufrieden (... seit ich den habe, habe ich die Midi-Steuerungen und das ganze Pipapo drumrum wieder abgeschafft ...)

    Und wenn man bedenkt, was das allein an Material (Taster, Relais, Buchsen, Gehäuse, ...) und Arbeit kostet, wenn man sich so etwas selber baut, dann sind die 300 Steine für den Octa-Switch wirklich nicht zuviel.

    Gruß
    Häbbe

  • Hey Basti,

    sieht für mich richtig aus :)

    Die RC-Glieder an den Relais (47uF/47R) kannst du meiner Meinung nach weglassen. Solang du keine riesen Relais benutzt, die einige 100mA Spulenstrom haben. Die Stereo Loops schaltest du dann einfach die beiden Relais Spulen Prallel.

    Gruß
    Dirk

  • Zitat von dirk;288794

    Die RC-Glieder an den Relais (47uF/47R) kannst du meiner Meinung nach weglassen.

    Ist zwar vielleicht schon ein bisschen «over-engineering», aber ich persönlich würde in dem Fall zumindest eine Freilaufdiode einbauen. Also antiparallel zum Relais - wie beim Verpolungsschutz am Eingang.
    Ich denke, es ginge bei diesen kleinen Teilen auch ohne, aber schaden kann es meiner Meinung nach auch nicht unbedingt (von ein paar Cent Mehrkosten mal abgesehen).

  • Hi,
    kann mir jemand nochmal kurz erklären, was der 47uF/47R bzw. die Diode machen? So richtig habe ich das noch nicht verstanden.


    Achja:
    "antiparallel" heißt parallel zum Relais, jedoch in Sperrichtung, richtig?

  • Zitat von basti;288838

    Hi,
    kann mir jemand nochmal kurz erklären, was der 47uF/47R bzw. die Diode machen? So richtig habe ich das noch nicht verstanden.


    Das Relais enthält eine Spule, mit der ein Magnetfeld aufgebaut wird, durch das der eigentliche Schaltvorgang stattfindet. Das Problem bei Spulen ist: Sie lassen sich relativ «ungern» abschalten, sondern haben - einfach gesagt - das Verlangen, den Strom weiterfließen zu lassen. Durch das RC-Netz kann, jetzt, wenn der Schalter geöffnet wird, der Strom, der noch durch die Spule läuft, über den Kondensator fließen (bis er [mehr oder weniger] langsam «zu Null wird»). Der Widerstand davor «trennt» das ganze quasi vom restlichen Stromkreis.
    Ganz einfach gesagt ist das RC-Netz also dazu da, die Störungen, die sich (vor allem) beim Abschalten zeigen können, zu mindern.

    Zitat

    Achja:
    "antiparallel" heißt parallel zum Relais, jedoch in Sperrichtung, richtig?


    Richtig. Die Aufgabe der Diode ist im Prinzip ähnlich wie oben beschrieben: Die Spule «schiebt» weiter Strom, der Dann über die Diode im Kreis (also Relais->Diode->Relais->...) laufen kann.
    Zumindest einen Kondensator für die gesamte Schaltung mit allen Relais würde ich vielleicht trotzdem noch einbauen - zumindest, wenn du am gleichen Netzteil noch andere Geräte hast.

  • Hi,
    ich würde das ganze jetzt noch gerne erweitern und mit Tastern steuern. Ich mag das "weiche drücken" bei Tastern irgendwie lieber als den harten Punkt, den man bei normalen Schaltern überwinden muss.

    Wie würde das funktionieren? Brauche ich dazu eine FlipFlop-Schaltung?

  • Zitat

    ich würde das ganze jetzt noch gerne erweitern und mit Tastern steuern. Ich mag das "weiche drücken" bei Tastern irgendwie lieber als den harten Punkt, den man bei normalen Schaltern überwinden muss.

    Wie würde das funktionieren? Brauche ich dazu eine FlipFlop-Schaltung?

    Richtig. Ich hab dir mal grob eine Schaltung skizziert (ohne Garantie ;)).

    Die Werte sind jetzt nur Pi mal Daumen ...

    R1x: Vorwiderstand für die LED (je nach LED und Versorgungsspannung)
    R2x: Bei dieser Schaltung auf jeden Fall <<R3x, soll ein bisschen als Schutz dienen
    R3x: Zusammen mit C2x zur Entprellung* des Tasters
    R4x, R5x: Vorwiderstände für den Transistor (je nach Transistor)
    C1: Siebelko für die Eingangsspannung
    C2x: Zur Entprellung*
    D1: Verpolungsschutz
    D2x: Freilaufdiode für Relais
    T1x: NPN-Transistor für LED
    T2x: NPN-Transistor für Relais
    IC1: 4013 (2x D-Flipflop)

    Die Freilaufdiode sollte bei so einer Schaltung meiner Meinung nach auf jeden Fall rein, weil beim Abschalten des Transistors (T2x) an diesem sonst eine relativ hohe Spannung anliegt (wie beschrieben, die bösen Spulen :)).
    Eventuell könnte es sinnvoll sein, dem IC noch einen kleinen Kondensator (~100nF?) zwischen +V und GND zu geben.

    * Da Schalter und Taster beim Schaltvorgang zum Prellen neigen (also mehrfach zwischen «ein» und «aus» hin- und herspringen, bis der eigentliche Zustand erreicht wird) und der IC auf eine positive Flanke reagiert, muss das Schaltsignal «entprellt» werden - dazu die RC-Beschaltung (die sich vielleicht auch eleganter umsetzen ließe ...). Könnte eventuell noch mit einem Schmitt-Trigger deutlich verbessert werden.

  • Hi,

    den zweiten Transistor für die LED kann man sich bei den meisten Relais sparen - einfach die LED inklusive Vorwiderstand parallel zum Relais an den zugehörigen Transistor anschließen. - Ein 2N3904 kann bis zu 200mA und das wird für jedes "vernünftige" Relais plus LED reichen.

    Zum Entprellen könnte dagegen ein Transistor sinnvoll sein.
    So gibt es z. B. auf geofex.com eine entsprechende Flip-Flop-Schaltung mit dem 4013 (hier zum Schalten eines 4053, aber das Prinzip hinsichtlich des 4013 ist dasselbe):
    http://www.geofex.com/article_folders/cd4053/cd4053-3.gif
    Einfach das Relais mit Freilaufdiode parallel zu "Status iindicator" mit Vorwiderstand.


    Auch eine interessante Seite zu Flip-Flops und prellfreien Tastern:
    http://www.ferromel.de/tronic_271.htm

    Gruß
    Ulrich

  • Hi!

    hab hier auch noch eine ERPROBTE Schaltung,
    [Blockierte Grafik: http://forum.musikding.de/cpg/albums/userpics/16830/FlipFlop1.jpg]
    die Du allerdings noch umstricken musst. Weil sie ist so beschaltet dass bei Betriebsspannung Ein das Relais schon durchschaltet. Deshalb wird zum Schalten ein Schließer betätigt. Ich denke dass kann man auch mit einem Öffner passend umbasteln oder einfach am FF auf Pin 2 legen. Aber sonst geht es einwandfrei. Einen Extra Transistor für die Diode halte ich für over-engeneered:D, kann mann doch parallell zur Spule hängen. Pro IC hat man 2FFs bei Nichtbenutzung dringend auf Masse legen.

    Bastlergruß

    Because Shit happens!

  • Hi,
    vielen Dank für die Taster-Schaltungen. Das ganze ist mir dann doch ein bisschen zu aufwendig, ich werde es doch mit normalen Schaltern machen.

    Die Relais von "dirk" sind heute angekommen. Ich habe (mal wieder mit Paint) eine Skizze für die Verschaltung gemacht (siehe Anhang). Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand mal eine Blick darauf werfen könnte.


    P.S.:
    Das ganze ist mit der beschrifteten Seite des Relais nach oben gezeichnet, im Stromlosen Zustand

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