Eigenen Effekt von Grund auf selbst entwickeln

  • Hallo zusammen,

    war leider lange nicht mehr aktiv im Forum unterwegs und somit weiß ich nicht, ob so ein thread schon existiert (falls ja bitte url angeben :) Danke).

    Falls nicht, nun zu meinem Anliegen. Ich habe schon einige Effektgeräte nachgebaut und das ist ja eigentlich auch nicht so schwer, wenn man ein bischen Feinmotorik besitzt :p. Nun bin ich auf die Idee gekommen mal meinen eigenen Effekt entwickeln zu wollen. Ich selber bin Elektroingenieur, hab somit zwar die Theorie, die hinter den Bauteilen steckt, jedoch fehlt mir die Verknüpfung zur Musikelektronik. Wie fängt man am besten an, z.B. einen Verzerrer zu entwickeln? Such ich mir einfach eine schon existierende Schaltung und verändere Sie ein bischen je nach Frequenzen, die ich raus bekommen möchte? Tausche ich einfach die ICs oder Transistoren? Oder geht man bei der Entwicklung einer Effektschaltung einfach nach der Try N Error Methode vor, so das ich einfach teste ob mir das Resultat vom Klang gefällt oder nicht und man dann dementsprechend Anpassungen vornimmt (Transistor tauschen, anderen Kondensatortyp etc... ). Vielleicht ist das meiste auch nur Erfahrung, die mir als Anfänger Effektentwicklung fehlt?!

    Über Hilfreiche Tips für den Einstieg wäre ich sehr dankbar. Vielleicht habt ihr ja ein paar Literaturtips oder ähnliches...

    Vielen Dank und ein schönes Osterwochenende!

    Gruß
    Chris

  • Hey ;)!
    Also ich würde sagen zu Beginn solltest du dir mal ein oder zwei klassische Schaltungen (Fuzz Face, Big Muff, Ts etc.) angucken und die verändern.
    Z.B. Widerstände durch Potis ersetzen usw.!
    Also ich bin auch noch am knobeln wie man pauschal sagen kann, welches Teil was bewirkt allerdings hat mir da die Erklärung zum lpb1 booster von beavisaudio sehr geholfen. Welcher Widerstand da z.B. welche Frequenz abschneidet usw. oder bei Mods dieser Gerate zeigt sich auch oft das Gainvermögen von verschiedenen Transistoren und ICs.
    Schau diese Sachen mal durch ;)!
    Letztendlich basieren die meisten heutigen Pedale eh auf diesen Vorlagen!

  • mhm, ist meistens nicht so einfach - die meisten technisch möglichen wege gibts nämlich schon ;)

    was willst denn entwickeln? verzerrer sind im prinzip einfach, modulatoren sind datenblattjongliererei bekannter ic's (z.b. PT2399), booster/router werden zielführend für das individuelle problem entwickelt und sonst fällt mir grad nichts ein.

    also zum konkreten beispiel verzerrer:
    du kannst dir überlegen, wie du das machst, also welche technologie du verwendest, aber das ergebnis wird immer einem bekannten effekt stark ähneln: opamp mit diodenclipping geht richtung TS oder MXR Distortion, übersteuerte JFETs in richtung der einschlägigen ROG-Projekte, CMOS-Clipping richtung Hex Fuzz oder 22/7 usw...

    oder du hast ne richtig gute, neue idee, dann mal los ;)

    aber wenn du was entwickeln willst, dann solltest du schon richtig ahnung von der materie haben...

  • Hi!

    Also meine Meinung ist:

    Die meisten Effekte entstanden indem mann nachzuahmen versuchte was schon akustisch da war:
    Vibrato entsteht indem man die Saiten mit einer best. Frequenz zieht – kann man simulieren indem man dem Musiksignal eine Low-Frequenz zumischt
    Zerr – entsteht wenn man Röhrengeräte übersteuert
    Hall – entsteht wenn man in einem entsprechendem Raum spielt
    Tremolo - machte man früher bei Kirchenorgeln bspw. indem man drehbare Blenden vor die Register baute.
    Einzig Flanging soll entstanden sein als man im Tonstudio zwei nicht synchronisierte Bandmaschinen parallel laufen ließ. Dadurch löschten sich bestimmte Frequenzen aus...

    usw....

    Einen wirklich neuen Effekt zu finden nur indem man kontemplativ vor den Bauteilen sitzt wird schwer sein.
    Einen bekannten Effekt zu verbessern oder neu zu interpretieren ist da schon realistischer, aber da sollte mann doch einen guten Draht zur Musik haben.
    Und vor allem wissen was schon da ist und wie es funktioniert. Zwar kann man theoretisch auch rechnen wie mit Filterschaltungen etc. aber mit Bauteil austauschen – anhören kommt mann immer noch weit.


    Deshalb basteln wir alle selber.

    Bastlergruß

    Because Shit happens!

  • Ich habe auch schon mal über neue Ideen in bekannten Schaltungen nachgedacht, diese aber noch nicht umgesetzt.
    Da wären:
    Tremolo mit fußbedienbarer Geschwindigkeit (über ein ext. anschließbares Volumenpedal z.b.)
    Im Prinzip die selbe Geschichte am einem Delay (Zeiten variieren).

    Nur so mal als Anregung ;)

    Grüße, Thomas

    [LEFT]"Nun komm schon Gehirn: Du magst mich nicht und ich mag Dich nicht. Aber da müssen wir jetzt leider durch. Danach werde ich Dich auch wieder kräftig mit Bier ersäufen."(Homer Simpson)
    [/LEFT]

  • Zitat

    also zum konkreten beispiel verzerrer:
    du kannst dir überlegen, wie du das machst, also welche technologie du verwendest, aber das ergebnis wird immer einem bekannten effekt stark ähneln: opamp mit diodenclipping geht richtung TS oder MXR Distortion, übersteuerte JFETs in richtung der einschlägigen ROG-Projekte, CMOS-Clipping richtung Hex Fuzz oder 22/7 usw...

    der Meinung bin ich auch.
    Bei einem Verzerrer macht man wie der Name schon sagt eine Verzerrung/Übersteuerung.
    Um diese zu erreichen gibt es mehrere Möglichkeiten mit verschiedenen Bauteilen.
    OPAmp, JFet, Dioden,....
    Die Grundschaltung wie man diese zur Übersteuerung bringt ist immer die selbe.
    Alles andere drum herum sind noch Buffer, Filter, Tonregler,......diese sind nach belieben veränderbar.
    Man kann auch mehrere Verzerrstufen hintereinander schalten um mehr Zerrung zu bekommen oder mehrere Verzerrstufen mit verschiednene charakteristiken um eine ungleiche Verzerrung zu bekommen.

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