Catalinbread DLS oszilliert/pfeift, außer wenn Booster davor?!?

  • Hallo,

    habe gestern ein Catalinbread "Dirty Little Secret" fertiggestellt. Klang ist eigentlich genial gut, aber in Abhängigkeit vom Gainregler und den Gitarrenpickups fängt die Kiste laut an zu pfeifen. Wenn der Minischalter (SW2 im Plan) auf "Rock"-Modus steht (weniger Gain), ist nur bei max Gain ein ganz leises hochfrequentes Geräusch zu hören, als wenn irgendwas kurz vor dem Oszillieren wäre. Steht der Schalter auf "Rawk"-Modus, pfeift es ab Gain auf ca 12 Uhr. Es pfeift schon bei niedrigeren Gainwerten, wenn an der Gitarre der "no load" Schalter (Bypass aller Klang-/Volumeregler) aktiviert ist. Kabel auswechseln, verschieden Netzteile (9/18V), Batterie probiert etc - ändert alles nichts.

    Da die Fehlersuche "auf Sicht" erstmal nichts ergeben hat, habe ich auf gut Glück für Input und Output der Platine geschirmte Kabel verwendet und bei der Gelegenheit Sternmasse an der Inputbuchse realisiert und den Kondensator des Spannungsfilters (C14) auf 220µF vergrößert.

    Pedal angestöpselt und ... läuft, klingt gut, pfeift nicht. Kurz gefreut. Dann Kabel aus dem Normal-Channel meines Vox in den Top Boost-Channel umgestöpselt und ... Pfeifen wieder da, genau wie am Anfang. Auch, wenn ich wieder in den anderen Kanal stöpsele. Alle Buchsen geprüft, Kabel gewechselt, andere Gitarre/Amp - es pfeift im "Rawk"-Modus bei höherem Gain.

    Dann mal spaßeshalber einen Booster (SHO) vor das Pedal gesetzt: Ruhe! Kein Pfeifen, egal wieviel Gain am Pedal, egal ob der Booster unity gain liefert oder auf Rechtsanschlag steht. Solange ein niederohmiges Signal in das Pedal rein geht, funktioniert offenbar alles, wenn direkt die (passive) Gitarre dranhängt, pfeift es.

    Bei letzterem geht den Experten sicher ein Licht auf, aber ich stehe grad völlig auf dem Schlauch...

    Plan/Layout im Anhang!
    Am Layout habe ich nichts verändert, allerdings einige Leiterbahnen etwas verdickt (Platine ist aber einwandfrei und sauber...). Statt dem 0,22µF Elko einen Folienkondensator genommen. Außerdem den 200pF durch zwei 100pF parallel ersetzt und eine Verpolschutzdiode ergänzt.


    Thread auf fsb zu dem Teil:

    Herstellerseite

    mfg, Immo

  • Hi Immo,

    hast du versucht den 47k im Gate am Eingang zu überbrücken ?
    U.U kann auch ungünstige Masseführung im Layout, oder auch Verkabelung der Platine dafür verantwortlich sein.

    Gruss
    Chris

    :P Ich liebe Blondinen :P

  • Hallo
    Das Layout ist nicht unproblematisch, die Leiterbahn von R11 (also den Ausgang)
    direkt unter dem C1 (dem Kondensator am Input) zu verlegen ist mutig.
    Man könnte es auch als dämlich bezeichnen. Die umlaufende in sich geschlossene
    Massebahn gehört in dieselbe Schublade. Gruß --.-loco

  • Hi,

    das mit dem 47k werde ich probieren.

    Am Layout hatte ich auch so meine Zweifel, aber der Künstler hat es selbst angeblich so gebaut, von Problemen ist nichts bekannt. Ich kann ja den Massering mal auftrennen. Es geht halt auch eng zu, alle Kabel zu Potis und Schaltern laufen praktisch durch einen Kabelbinder, also ein ganzes Stück parallel...

    Gutshot:
    [Blockierte Grafik: http://farm3.static.flickr.com/2741/4191172464_be6df79edf_o.jpg]

    Wenigsten außen sieht es schonmal gut aus, siehe "...Treter"-Thread:rolleyes:

    mfg, Immo

  • Hallo
    Das Hauptproblem des Pfeifens dürfte die kapazitive Kopplung des Ausgangs auf den
    Eingang der Schaltung im Bereich des C1 sein. Dickere Leiterbahnen könnten dort, da sie
    die Kapazität noch erhöhen, die Schwingneigung bei hochohmigem
    Eingangsabschluß
    verstärken. Gruß --.-loco

  • Parallele Kabelführung bei Hochimpedanten Schaltungen kann natürlich auch zu Schwingneigungen führen. Versuch einfach zum Testen die Leitungen weit ausseinander zu legen.

    Und wie Loco schon angedeutet hat, die Ausgansleiterbahn ganz nah am Eingang vorbei zu führen ist auch nicht gerade günstig.

    Gruss
    Chris

    :P Ich liebe Blondinen :P

  • Hi,

    ich habe die Leiterbahn zwischen R11 und C11 komplett entfernt, dabei C11 (Elko) gleich durch Folie ersetzt.(edit:inzwischen wieder Elko...) Beide Bauteile einseitig abgelötet und auf der Oberseite der Platine verbunden, mit etwas Abstand zu C1 und Input.

    Ergebnis: Nix, pfeift genauso

    Dann R2 (47k) überbrückt, hat auch keine Auswirkungen.


    An die Kabel mache ich mich jetzt mal, aber das wäre echt ärgerlich, weil es kaum anders geht, als es jetzt ist...

    Hat sonst noch jemand kreative Ideen?

    Interessant ist, dass ich mit dem PU-Wahlschalter der Gitarre die Frequenz des Pfeifens ändern kann.

    Wieso tritt denn eigentlich so ein Pfeifen nicht auf, wenn der SHO davor sitzt?

    mfg, Immo

  • Hi,

    weil zusammen mit deinen passiven, hochimpedanten Gitarren-PUs (evtl + Eigenkapazität des Kabels) ein netter Schwingkreis entsteht. Also genau das, was ein Generator bräuchte um zu arbeiten ;)
    Wenn du das Ding dann aber mit einem niederohmigen Signal fütterst (z.B. ne vorgeschaltete Stompbox), ist der Eingang des DLS impedanzmässig fast kurzgeschlossen.
    Es müsste auch aufhören zu pfeifen, wenn du das Vol.Poti deiner Gitarre auf Null drehst. Ist das so ?

    Ich würde mir aber dennoch Gedaken über die Kabelführung machen.
    Und falls du abgeschirmte Leitungen verwendest, würde ich sie durch normale Litze ersetzen.

    Gruss
    Chris

    :P Ich liebe Blondinen :P

  • Zitat von Chris Guitar;281291


    Es müsste auch aufhören zu pfeifen, wenn du das Vol.Poti deiner Gitarre auf Null drehst. Ist das so ?

    Ja, beim Runterdrehen sinkt die Frequenz, dann ist Ruhe.

    Zitat von Chris Guitar;281291


    Und falls du abgeschirmte Leitungen verwendest, würde ich sie durch normale Litze ersetzen.

    Ich hatte zunächst nur ungeschirmte Litzen drin. Da ich aber an ein Übersprechen als Ursache dachte, habe ich die Input- und Outputverbindungen der Platine mit geschirmten Kabeln gemacht. Hat aber nichts geändert...

    mfg, Immo

  • Hmm.. wird schwierig auf Entfernung zu diagnostizieren.
    Aber wie gesagt - die Leitungen.
    An deiner Stelle würde ich das Ganze noch mal ohne Gehäuse auf dem Tisch testen. Da hat man einfach mehr Spielraum zum Rumspielen.

    Noch ne Idee - versuch noch den 100p (C2) am Gate zu entfernen.

    Gruss
    Chris

    :P Ich liebe Blondinen :P

  • Ich tippe doch eher auf die Gegend um C1.
    Wenn ich die neue Verbindung von C11 und R11 noch etwas weiter von C1 wegbiege (was mit Deckel nicht gehen würde...) und ich dann C1 mit dem Finger berühre, ändert sich das Pfeifen bzw ist zeitweilig sogar weg. Lötstellen sind alle nachgelötet, das isses nicht. Werde mal C1 gegen was (physikalisch) kleineres ersetzen und sehen, dass ich etwas mehr Abstand zu besagten Teilen hinkriege.

    Xtra Thx für die nächtliche Hilfe!!! :):)

    mfg, Immo

  • Ich fürchte, es reicht nicht allein den CI zu versetzen. Die Lötaugen von dem C bleiben doch weiterhin ganz nah an der Ausgangsleiterbahn.
    Vielleicht solltest du eben diese Leiterbahn totlegen (abtrennen) und sie durch ne Luftverbindung ersetzten und den Draht dann fern von der Eingangsstufe halten.

    Gruss
    Chris

    :P Ich liebe Blondinen :P

  • Hi,

    hab ich doch schon gemacht! R11 und C11 stehen auf einem Bein und sind auf der Oberseite der Platine miteinander verbunden - mit größerem Bogen. Die Leiterbahn zwischen den beiden Teilen ist komplett weggekratzt.

    Ich hab C1 mal ersetzt, einige der umliegenden Teile etwas gebogen und fixiert. Nun ist das Pfeifen gerinfügig leiser.

    Was mich völlig wundert: Wenn ich einen Finger knapp über C1 halte (ohne Kontakt) wird das Pfeifen tiefer/leiser oder verschwindet je nach Pickupwahl an der Gitarre sogar ganz. Das Zuschrauben des Gehäusedeckels hat aber leider nicht diesen Effekt... Auch wenn ich das dem Input zugewandte Bein von C1 mit der Pinzette festhalte, ist das Pfeifen weg oder leiser, Ton kommt unverändert durch?!? Aber wie gesagt: C1 wurde schon nachgelötet, ausgetauscht...

    So langsam fällt mir nichts mehr ein...

    mfg, Immo

  • Grad eben auf fsb gepostet, von Mr Layout-Macher:

    Zitat


    I was (and am, actually) very busy with my studies, so I'm a little away from DIY, till next week, but now i've tested my build here with higher volumes and I can tell you I'm having this "howling". Maybe in the weekend I'll try to do a bigger layout, with more space and less crossing tracks. But if you solve the problem, please tell us how you did it!

    Super, was haben wir gelacht! Was versteht er unter der Bezeichnung "verified"? Dass das Layout vier Ecken hat, genau wie vorgesehen?!?:mad:

    PS: Helge, du hast mal geschrieben, dein Exemplar würde Geräusche machen, wenn kein Stecker im Input ist. WIe verhält es sich sonst?

  • Hallo
    Um das vergurkte Layout zu entschärfen könntest du versuchen C1, R1und R2 von der
    Platine zu nehmem ,um anschließend das "Dreierpack" in ausreichendem Abstand zum
    Schaltungsausgang zu plazieren und direkt auf C2 verdrahten.
    Sinnvoller ist es sicherlich ein"mackenloses" neues Layout zu erstellen.

    Gruß --.-loco

  • Hi Immo,

    ich habe das DLS letztes Wochenende nach Helges Layout aufgebaut.

    Nicht geätzt, sondern auf Punktraster - und trotz der dicken Wülste und dem Kabelgewirr das ich veranstaltet habe (mein erster Aufbau auf Punktraster!) höre ich weder Pfeifen, Brummen noch Rauschen.

    Und wie Du schon gesagt hast: Das Teil klingt spitze.

    Einziger Unterschied zu Helges Layout: Ich habe C16 (47pF "Bright Cap") mit einem DPDT On-Off-On und einem 4,7nF-Folienkondensator umschaltbar gemacht. Zwischen "Off" und dem 47pF höre ich ehrlich gesagt keinen nennenswerten Unterschied, da könnte man noch mal einen 120pF - 150pF ausprobieren (im Originalschaltplan wird da ein 147pF benutzt). Die Umschaltung zum 4,7nF bringt's aber! Bei voll aufgedrehtem Gain höre ich da zwar auch keine großen Unterschiede mehr, dafür macht's bei kleineren Gain-Settings um so mehr Spass!

    LG,
    raberaucht

    Edit: Habe mir gerade Deine Bilder auf FSB angesehen. Da sind auch zwei Kippschalter dran, sieht also so aus als ob Du das mit dem umschaltbaren Bright Cap auch gemacht hast... Schönes Gehäuse übrigens!

  • Hi,

    das tut mir leid für dich, Immo. Ich hatte erst neulich mein DLS wieder in den Händen, da einer der Kippschalter seinen Geist aufgegeben hat (So denke ich zumindest, andere Ursachen konnte ich nicht finden), es pfiff nur bei ausgesteckter Inputklinke, sonst nada!
    Was mich wundert, ist, dass "mein" Layout (ist ja nur die Adaption eines anderen frühen Versuchs auf FSB) noch viel enger und kleiner ist. Das mit dem DLS in ein A Gehäuse bekommen, war kein Witz, erst recht nicht, wo es jetzt die komplette Reihe der 9mm Potios gibt. Anbei mal ein Foto vom Proto (haha, reim mir oder ich fress dich:D)

    Gruß
    Helge

  • Hi,

    ich denke auch, es wird auf einen Neuaufbau rauslaufen...


    Zitat von raberaucht;281304


    Edit: Habe mir gerade Deine Bilder auf FSB angesehen. Da sind auch zwei Kippschalter dran, sieht also so aus als ob Du das mit dem umschaltbaren Bright Cap auch gemacht hast... Schönes Gehäuse übrigens!

    Für den 4700pF Cap habe ich nur auf der Platine Stecksockel vorgesehen, da ich den Sound nicht besonders mag.

    Die beiden Schalter sind 1pdt´s, die den 2pdt des Originals ersetzen. Das lohnt sich echt, man hat das Gainsetting des "Rawk"-Modus mir dem Bass des "Rock"-Modus...

    mfg, Immo

  • Zitat von roseblood11;281310

    ich denke auch, es wird auf einen Neuaufbau rauslaufen...

    Oder hat doch noch jemand eine Idee? Ich glaube nicht, dass die Lösung allzu weit entfernt ist - wenn mein Finger nur über dem Eingangskondensator schwebt, ist in manchen Pickupstellungen schon Ruhe...

    mfg, Immo

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