Attenuator: PoS200 selber bauen oder Mass Lite kaufen?

  • Hi!

    Seitdem ich angefangen habe Effektgeräte zu basteln beschäftige ich mich auch irgendwie mit Gitarrensound...
    Nicht dass ich das vorher nicht auch gemacht hätte - es ist nur irgendwie... mehr geworden.

    Und da ist mir aufgefallen, dass ich meinen Fender Concert 4x10 immer nur bis maximal 3 1/2 aufdrehe, in der Probe und auch bei Gigs. Weil sonst ist ja die Gitarre zu laut!

    Und das - ganz ehrlich - geht ja wohl gar nicht.

    Hab' dann neulich mal alleine, also ohne die Sissies aus der Band, den Amp aufgerissen. Hat Spass gemacht! Der Sound gefällt!
    Aber: Ist leider zu laut. Also muss ein Attenuator/Power Soak/Hot Plate oder wie sie alle heißen her.

    Weil ich keine 400+ Ocken für den TAD Silencer, den Ultimate Attenuator oder die Dr. Z Air Brake hinlegen kann oder möchte bleiben nur zwei Alternativen soweit ich das sehe:

    1. Den TT PoS200 Pro selber bauen (ca. 130 €)
    2. Den Weber Mass Lite 100 kaufen (ca. 160 €)

    Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit einem von den Teilen machen können? Irgendwie tendiere ich zum Weber Mass - bin mit DIY-Elektronik noch nicht ganz so sicher, und bei so einem Teil kann vermutlich mehr abrauchen als bei einem Effektgerät...

    Gruß,
    raberaucht

  • Es gibt ja bei tt auch deutlich günstigere Varianten, die auch gut funktionieren.
    Ich hab jemandem hier im Forum mal einen Pos50 für 50€ abgekauft, was ungefähr der Bauteilpreis sein dürfte. Das Ding macht ordentlich seinen Job, sowohl am Vox AC-15, Fender Blues Jr und einem Carvin.

    Was du aber nicht erwarten darfst, ist, dass es so klingt wie der weit aufgerissene Amp. Der Attenuator sorgt nur dafür, dass die Endstufe weit aufgedreht werden kann, aber der Lautsprecher kriegt nunmal weniger Pegel und deswegen klingt er deutlich anders. Ich benutze den Attenuator nur, wenn ich den Vox (kein Mastervolume...) verzerrt brauche oder beim Fender die Endstufenzerre mit haben will. Cleane/leicht angezerrte Sounds gelingen ohne Attenuator nahezu genauso gut, zum Teil besser.

    mfg, Immo

  • Hi,

    ich hab PoS 50, PoS 100, Mass 50W, Mass 100 W .... und noch ein paar selbstgebaute Spezial-Attenuatoren ....

    Und für reine Attenuator-Anwendungen ist m.E. der PoS 100 das beste Teil von allen!

    Gruß
    Häbbe

  • Hallo,

    ich darf mich empfehlen => http://www.musiker-board.de/vb/technik-mod…ight=attenuator

    Das Teil ist super um Amps die zu laut sind angenehm auf Bandniveau zu drosseln. Das geht nämlich ziemlich klangneutral.
    Will man nen großen Amp der zu laut ist auf Zimmerniveau bringen, dann ist das nicht klangneutral, aber es klingt nicht per se schlecht.

    Die Dr. Z Airbrake ist übrigens nichts anderes ;)

    Grüße,
    Swen

    Crank it!

  • Hey Swen!

    Hatte mir auch schon den Wattenuator in [URL="http://www.tube-town.de/ttforum/index.php/topic,10853.15.html"]Deinem TT-Thread[/URL] rausgekuckt... ;)

    Und auch der Kommentar von Häbbe macht mir doch immer mehr Lust, mir so ein Teil selbst zu bauen!

    Irgendwie bin ich aber verwirrt was die TT-PoS100s angeht...
    Auf der aktuellen PoS-Seite von Tube-Town gibt es 'den' PoS100 gar nicht.
    Es gibt da

    • den PoS50, auf 100 Watt ausgelegt - mit wechselnden Widerständen, also OHNE Rheostat
    • den PoS100 Light - mit Rheostat, aber ohne Bright-Switch
    • den PoS200 PRO - nur als Kit

    Meine Vermutung ist, dass es den PoS100 mit Bright Switch und Rheostat da vor ein paar Monaten noch gab, der aber mittlerweile (zugunsten des PoS200 PRO?) rausgenommen worden ist.

    Habe aber tatsächlich Bock auf den Wattenuator...

    Mit meinen gerade mal drei selbstgebauten Tretern (alles Bausätze...) bin ich allerdings noch blutjung im Gitarren-DIY-Geschäft - da hört sich sowas wie 'Amp killen' erst mal gruselig an. Hat jemand zufällig noch die TT-Anleitung für den PoS100 mit Rheostat und Bright Switch? Würde mich vielleicht ein bisschen sicherer damit fühlen (ich alte Pienze...).

    Oder noch besser: Swen, hättest Du eine Teileliste für mich? Deine oben gepostete Anleitung sollte ja eigentlich ausreichend sein...

    @Häbbe: Welchen PoS100 meinst Du denn?

    Danke schon mal,
    raberaucht

  • Hallo,

    eine Teileliste habe ich nicht.
    Das ist aber auch kein Problem, da es grundsätzlich kaum was zu beachten gilt.

    - Kabel, keine Klingeldrähte; Silikonlitze aus Dirks Shop und du bist absolut "safe".

    - Schalter, keine Billigprodukte; Markenware (APEM, Marquardt, Miyama) kaufen und es sollte kein Schalterdefekt auftreten.

    - Hochlastwiderstände, mind. "100W Typen"; Willst du für sämtliche Gitarrenamps auf Nummer sicher gehen nimmst du die "150W-Typen".

    - Kondensatoren müssen mind. 63V-Typen sein.

    Ansonsten gibts da nichts zu beachten.
    Im Übrigen habe ich letztens in Dirks Shop kleinere Rheostat-Potis gesehen mit nur 100W oder so, die würden auch absolut ausreichen!

    Grüße,
    Swen

    PS: "Wattenuator" ist mein Kunstwort ;D

    Crank it!

  • Hallo zusammen,

    ich bin gerade dabei auch ein Attenuator nach Euren Vorgaben zu bauen. Ich habe jedoch einen Fender Bassman 6G6-B Clone mit 4 Ohm Ausgang. Nun habe ich noch 2 Lastwiderstände aus einem Dummyload für mein SVT mit je 8 Ohm und 150 Watt. Frage: Kann ich diese anstelle der beiden 12 Ohm / 18 Ohm Widerstanände verwenden um den POS-100 nur für 4 Ohm Amps auszulegen? Den POS-50 habe ich übrigens auch schon mit Erfolg gebaut, bin auch sehr zufrieden.

    Vielen Dank schonmal dafür, daß ihr mich als Laie unterstützt :)

    VG David

  • Hallo Häbbe,

    dank Dir für Deine Antwort...

    Ich verstehe es aber rein rechnerisch nicht wie es sich dann mit den beiden 8 Ohm Wiederständen verhält wenn ich die beiden 12 Ohm und 18 Ohm ersetze. Ich will ja eine Anpassung an ein 4 Ohm Amp-Ausgang.
    Müssten es nicht rein rechnerisch zwei mit 16 Ohm sein für ein 8 Ohm Ausgang? Hast Du mir da noch ne Hilfestellung?

    Viele Grüsse
    David

  • Hi David,

    du hast zwei parallele Zweige:

    1. ein 8 Ohm

    2. ein 8 Ohm plus das 50 Ohm Poti und an dessen Schleifer noch 4 Ohm (nämlich den Lautsprecher)

    1. Fall: ist das Poti auf minimalem Widerstand (Schleifer oben) hast Du am 2. Zweig 8 Ohm in Reihe mit den 50 Ohm des Potis parallel zu 4 Ohm des Lautsprechers (zusammen also 3,7 Ohm), zusammen mit den 8 Ohm in Reihe also 11,7 Ohm. Zusammen mit dem (anderen) 1. Zweig (parrallel 8 Ohm) macht das 4,75 Ohm

    2. Fall: ist das Poti auf maximalem Widerstand (Schleifer unten), bekommt der Lautsprecher (4 Ohm) gar nix mehr, Totenstille ..... die 50 Ohm des Poti liegen also in Reihe mit dem 8 Ohm Poti ... macht 58 Ohm im 2. Zweig. Parallel zum 1. Zweig (8 Ohm) macht das dann 7 Ohm.

    Alle anderen Stellungen bewegen sich dazwischen. D.h. je eliser du drehst desto mehr bewegst Du Dich vom optimalen Wert weg, was aber trotzdem noch tolerabel ist. Ganz leise (also totenstill) solltest Du evtl. im Dauerbetrieb vermeiden (bei voll aufgedrehtem Amp), alles andere macht dem Amp aber gar nix!

    Gruß
    Häbbe

  • Hallo Häbbe,

    vielen Dank für Deine ausführliche Beschreibung, nun habe auch ich es kapiert. Habe gestern den Attenuator fertig gestellt und er funzt prima, genau was ich wollte. Die Höhenkorrektur ist fast ein wenig zu stark... Nun wollte ich an meinem POS-50 das Shape Problem in den Griff kriegen und habe nochmals alles überprüft nur kann ich beim besten Willen dem Shape Regler keine hörbare Funktion beimessen. Der bipolare Kondensator und der Widerstand sind okay. Scheinbar haben ja auch Andere dieses Phänomen. Kann vielleicht doch ein Fehler im Schaltplan von TT vorliegen? Soll ich mal ein Bild von der Verdrahtung einstellen?

  • Hi David,

    ich halte von diesen Höhenkorrekturen grundsätzlich nix ... aber das ist Geschmacksache. Ich persönlich hole mir die Höhen über Presence oder Treble am Amp wieder zurück, falls sie mir zu wenig da sind ...

    Grundsätzlich tritt das Problem des Höhenklaus umso mehr auf, je mehr man dämpft. Und grundsätzlich klingen starke laute Amps an Attenuatoren mit starker Dämpfung immer sehr bescheiden ... nicht nur in den Höhen.

    Es ist also immer ratsam, eher kleinere Amps zu benutzen, wenn man schon so stark runterregeln muß (z.B. bis auf Zimmerlautsärke). 100 Watter auf Bedroom-Level runterzuregeln halte ich z.B. für Kastration ... und so klingt es auch... einfach nur krank!

    Am besten ist immer ein Amp, der zur geforderten Lautstärke paßt und wenn ein Attenuator eingesetzt wird, dann klingt es am besten, wenn man ihn nicht mehr als bis zur Hälfte runterregelt.

    Das Problem mit dem Shape/PoS 50 ist unterschiedlich je nach Amp ... manche Amps reagieren gar nicht drauf und manche extrem.

    Such doch nochmal im TT-Forum nach allen Threads dazu ... und wenn Du nicht weiterkommst, dann stelle diese Frage bzgl. Shape/PoS 50 einfach nochmal extra ... und zwar unter einem neuen Thread im TT-Forum, nenne einfach das Problem und Deine Erfahrungen ... da gibt es bestimmt einige Praxiserfahrung dazu.

    Gruß
    Häbbe

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