• Hi leute, ich hab mal n paar fragen:

    was ist der Unterschied zwischen PA und HIFI endstufen?

    1. ist eine PA endstufe und eine HIFIendstufe mit identischer RMS leistung gleichzusetzen?
    oder gibt es da irgendwelche unterschiede an den speaker ausgängen

    2. was ist der unterschied zwischen PA Tieftönern und Bass Speakern?

    3. bei PA´s muss die Endstufenleistung ja gleich, bzw.10%höher wie die leistung der Speaker
    sein. wieso wird das bei Gitarrenboxen anders gehandhabt, wie Dimensioniere ich bass
    endstufe und speaker? egal? wie bei einer PA? oder ganz anders.

    danke schon im voraus für die Antworten

    Oh Alkohol du böser geist, der du mich zu Boden reißt, ich stehe auf du schlägst mich nieder, ich kotz dich aus und trink dann wieder.

  • Hi,

    1 und 2 haben mich zugegebenermaßen auch ins grübeln gebracht, weiß ich nichts zu.

    zu 3: im prinzip ists ja egal, was für ne box du an welche endstufe hängst (auch bei gitarrengear), die schwächere komponente limitiert halt die mögliche leistung.

    nur musst du halt beachten, dass PA-Anlagen ein für Lautsprecher, vor allem für PA-Hochtöner mehr oder weniger unmittelbar tödliches signal abschicken, wenn sie clippen, selbst wenn der speaker stark überdimensioniert wäre.
    da macht es den speakern sogar weniger aus, wenn die leicht überlastet werden und dann hörste, wenn die in die knie gehen.
    deswegen die dimensionierung.

    gitarrenendstufen, die nicht mit gewalt linear sein müssen, sind da entspannter, bei röhrenexemplaren klingt das ganze auch noch klasse, wenns clippt.
    außerdem sind gitarrenspeaker keine hochtöner (eher das gegenteil) und damit nicht so empfindlich, was clippingbelastungen angeht.
    deswegen ist dort halt die dimensionierung wie angegeben anders...

    Gruß,
    Raphael

  • Hallo,

    zu 1.
    Neben dem mechanisch stabileren Aufbau (Raudi-Faktor) ist/sollte eine PA für Dauerbetrieb unter Volllast ausgelegt sein. Dann sollte eine PA an ihren LSP-Ausgängen auch gegen Kurzschluß, DC etc. geschützt sein (obwohl es solche Schutzvorrichtungen auch bei manchen HiFi-Amps gibt). Und dann sind bei modernen PAs frequenzbandgetrennte und prozessorüberwachte Class-D Verstärker auf dem Vormarsch.

    Zu 2.
    Im Allgemeinen unterscheiden sich die Chassis schon in einigen Parametern (Nachgiebigkeit = Härte der Aufhängung, Linearität über der Frequenz/über der Auslenkung, Wirkungsgrad...) Nichtsdestotrotz findet man schonmal in Audioanwendungen PA-Chassis - umgekehrt eher nicht.

    Zu 3.
    Daß die Endstufenleistung - nicht nur bei PA - höher sein sollte, hängt damit zusammen, daß ein clippender Amp extrem viele Obertöne erzeugt, die zumindestens einen HiFi-Hochtöner killen können. Bei Gitarrenamps lebt der Sound ja gerade von diesen Verzerrungen und normalerweise haben Gitarrenboxen auch keinen Tweeter, der davon hops gehen könnte.
    Aber wieso es gerade 10% sein sollen? ???

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo,

    das ganze Thema - Endstufen, Endstufenleistung, Lautsprecherbelastbarkeit - ist ein ziemlich weites Feld, weil

    • sehr viele Faktoren zusammenwirken und eine scheinbar einfache Frage so kaum erschöpfend in einem einfachen Satz zu beantworten ist
    • und oftmals auch aus den Hersteller- und Datenblattangaben die relevanten Informationen zu den Faktoren nur unzureichend zu entnehmen sind.


    Wieso schicke ich das voraus?

    Damit klar ist, dass meine folgenden Aussagen auch nur sehr relativ sind.

    Also:
    So genannte PA-Endstufen (nicht alles, was sich so nennt, hat mMn diesen Namen auch verdient) und Hifi-Endstufen (auch dieser Begriff ist sehr pauschal, weil es auch bei diesen eine enorme Qualitätsstreuung gibt) unterscheiden sich häufig darin, dass PA-Endstufen oftmals wesentlich dynamischere Signale reproduzieren sollen, als dies bei Hifi-Endstufen der Fall ist.
    Im Hifi-Bereich haben wir es häufig mit sehr stark komprimiertem Tonsignal zu tun (Ausnahmen bestätigen die Regel!), Signalspitzen weichen vom Durchschnittpegel weniger stark ab als bei Live-Musiksignalen (Stichwort: crest factor).

    Dies gilt ganz besonders für Bass-Endstufen, da diese häufig völlig unkomprimierte Signale des E-Bass verarbeiten müssen; und laute, dynamische Bassfrequenzen verlangen bei einer linear gewünschten Verstärkung der Endstufe kurzfristig extreme Leistungen ab.

    Häufig ist demnach bei einer Endstufe deshalb das Netzteil inklusive der Kondensatoren das Nadelöhr.
    Wenn diese Teile der Endstufe nicht ausreichend dimensioniert sind, kann die Endstufe trotz relativ hoher angegebener RMS-Leistung sehr dynamische Signale nicht ausreichend wiedergeben; die Wiedergabe klingt "drucklos", "leblos". Die Peak-Leistung vieler Endstufen beträgt oftmals nicht einmal das 1,5-fache der RMS-Leistung (PMPO-Angaben lasse ich mal außen vor, die sind mMn eh ein Betrug am Adressaten).
    Und so ist z. B. auch der geradezu schon legendäre Ruf z. B. der "alten" Trace Elliot-Bassendstufen zu erklären: Mit einem leistungsstarken Netzteil produzieren diese bei einer RMS-Leistung von z. B. 150W an einer einigermaßen wirkungsstarken Box einen sehr "druckvollen" Klang, weil eben Impulse und Pegelspitzen gut reproduziert werden.

    Das Problem von Endstufen, die an/über ihrer Leistungsgrenze arbeiten:
    Gefahr von Clipping, d. h. die abgegebenen Signale nehmen je nach Überlastung die Form von Rechtecksignalen an bis hin zu einem hohen Gleichstromanteil, was die Lautsprecher zerstören kann.


    Zu den Lautsprechern:
    Professionelle Lautsprecher können je nach Messverfahren kurzzeitige Impulse verkraften, die um ein mehrfaches über der RMS-Belastbarkeit liegen; Angaben von 300W RMS, 600W "Musikleistung", 900W Peak sind da nicht ungewöhnlich.

    Wenn ich nun die Ausführungen zu Endstufen und zu Lautsprechern in Beziehung setze, wird klar:
    Die angebenen RMS-Leistung von Endstufen kann dann über der angebenen RMS-Belastbarkeit der Lautsprecher/Boxen liegen, wenn ich ein relativ dynamisches Tonsignal habe, da die Endstufe bei diesen Signalen selten tatsächlich die maximale RMS-Leistung abgibt.
    Dagegen muss die Endstufe relativ häufige und hohe Pegelspitzen abgeben, die den Lautsprechern nicht schaden, solange die Endstufe nicht clippt, da die Peak-Belastbarkeit der Lautsprecher weit über der Peak-Leistung der Endstufen liegt. Da ich es hören kann, wenn eine Endstufe bei Pegelspitzen an der Leistungsgrenze arbeitet (hoher Klirrfaktor - Verzerrungen), werde ich die Endstufe nicht allzu weit aufreißen, so dass sie mit der abgegebenen RMS-Leistung unter der RMS-Belastbarkeit der Lautsprecher bleibt.
    Stärker komprimiertes Signal dagegen verlangt der Endstufe eine geringere Peakleistung ab, sie gelangt seltener an ihre kurzzeitige Leistungsgrenze, dafür besteht die Gefahr, dass sie häufig im Bereich ihrer maximalen RMS-Leistung arbeitet. Liegt diese nun über der RMS-Belastbarkeit der Lautsprecher, besteht die Gefahr, dass diese Schaden nehmen.
    Das ist auch vermutlich der Grund, dass bei Gitarrenboxen deren RMS-Belastbarkeit über der max. RMS-Leistung der Verstärker liegt:
    Verzerrte Gitarrensignale sind stark komprimiert.

    Gruß
    Ulrich

    edit:
    Jetzt hast Du, Bernd, weitgehend über ganz andere Faktoren geschrieben (ich war gerade am schreiben und habe es deshalb erst hinterher gelesen). das ergänzt sich mit meinem ganz gut.

  • Ja Ulrich,

    und es widerspricht sich nicht. Bei den Chassis ist meine Antwort eigentlich gleich - nur halt auf der Ebene der Thiele/Small-Parameter und anderer Kenndaten. Der Bereich der (max.) linearen Auslenkung hat nämlich zusammen mit dem Wirkungsgrad direkt mit dem Dynamikverhalten zu tun. Kompression findet auch (oder sogar vor allem?) beim Lautsprecher statt...

    :)

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hi leute! erstmal danke für die Antworten ;)

    eBernd:
    das mit den 10% wurde mir mal so beim Großen T-gesagt, das wird bei denen wohl so ne Art pauschalwert sein.

    1. heist das mit den Endstufen dann eigentlich, dass ich
    (nur theoretisch, also sound auser acht gelassen)
    ne PA endstufe auch fürn bass oder gitarre nehmen kann?
    bzw. ne gitarrenendstufe für PA oder Bass?

    2. wie dimensionier ich dann eigentlich am besten gitarrenboxen, oder Bassboxen?

    3. kann ich PA bass chassis auch für Bassamp oder Gitarre Nehmen?

    4. wie sieht das mit der Peak leistung aus? ist es für PA, bass, und gitarre besser wenn
    man sehr hohe peak leistungen hat?

    5. wie sieht es eigntlcih mit wirkungsgrad von einem Lautsprecher aus? wie kann ich
    abschätzen wie laut eine Box wird? sind nur Die "db-Angaben" wichtig, oder gibt es noch
    andere daten, die etwas über die Lautstärke aussagen?
    ( Frequenzgang auser acht gelassen )

    ...sorry, dass ich euch damit löcher, aber über das gebiet weis ich nahezu nix, und an sich ist das schon wichtig, zumindest da ein paar basic´s zu haben

    Oh Alkohol du böser geist, der du mich zu Boden reißt, ich stehe auf du schlägst mich nieder, ich kotz dich aus und trink dann wieder.

  • Hi!

    muss auch noch etwas nachklugscheissen..;D
    Der Grund warum eine rel. schwache Endstufe einen Profilautsprecher zu Grunde richten kann ist das Netzteil und nicht die Rechteckspannung. Das Netzteil geht nämlich in die Knie (klar) und da es meistens ungeregelt ist wird die Plus/Minus-Symetrie um ein paar Volt verschoben. Es liegen dadurch dauerhaft wenige Volt GLEICHSPANNUNG über der Schwingspule was diese zum Durchbrennen veranlasst. Das mögen sie nämlich gar nicht.
    Bei Transistoren versteht sich, bei Röhren ist das wegen dem AÜ, der nur Wechselspannung übertragen kann, unmöglich.
    Vorteil Röhries ... :)

    KSM off

    Bastlergruß

    Because Shit happens!

  • Zitat von eBernd;276844

    Hallo,
    warum sollte denn das Netzteil bei Belastung "unsymmetrisch" in die Kniee gehen - vor allem "dauerhaft"?
    Gruß, Bernd

    Hi!
    Trafo- und Bauteiltoleranzen und die Gleichspannung liegt natürlich über der Wechselspannung am LS. 2-3V reichen aus.

    Bastlergruß

    Because Shit happens!

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!