Madamp A15MK2 Modifikation Clean-Channel

  • [FONT=Arial, sans-serif]Der Gitarren-Röhrenverstärker Madamp A15MK2 gefällt mir von seinem Konzept her ganz gut. Dabei störte mich aber, dass der Clean-Channel schon bei leicht aufgedrehtem Volume-Poti nahezu die volle Leistung an die Endstufe brachte. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass bei vollen Akkorden der Sound nicht mehr clean war, sondern schon anfing unangenehm zu klirren. Daher hatte ich die Schaltung mit dem Analyseprogramm LTSpice analysiert und festgestellt, dass ein Eingangssignal von 100mVrms tatsächlich ausreichte, um die Röhre V1b zu übersteuern. Eine einfache Lösung dazu wäre natürlich, das Volume Poti der E-Gitarre herunter zu drehen, so dass diese Übersteuerung vermieden wird. Dabei ergibt sich aber das neue Problem, dass sich mit der Einstellung des Volume-Potis der E-Gitarre der Klang verändert.[/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]E-Gitarre[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Ein kleiner Trick, um bei der E-Gitarre die Absenkung der Höhen bei kleinerer Einstellung des Volume-Potis zu verhindern, ist folgender: Man schaltet einen Kondensator zum Volume-Poti, der auf der einen Seite an der Signaleinspeisung angeschlossen ist und auf der anderen Seite an den Schleifer des Potis geht (mittlerer Anschluss). Dabei muss man mit dem Wert des Kondensators etwas experimentieren, man könnte mit 560pF starten und dann je nach Geschmack einen größeren oder kleineren Kondensator im Bereich 100pF bis 1nF wählen.[/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]Power[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Nach der Simulation hat die Endstufe des Madamps eine Verstärkung von etwa 23dB (Faktor 14).Der Madamp ist für eine Sinusdauerleistung von 15 Watt konzipiert. Rechnet man beispielsweise mit 15 Watt an 8 Ohm, so entspricht das einer Spannung Urms = Wurzel aus 15*8 [V] = 11V. Somit hat die Endstufe eine Eingangsempfindlichkeit von 11V/14 = 786mV. Das ist übrigens ziemlich exakt der Pegel, der laut Definition 0dB entspricht (1 mWatt an 600 Ohm).[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Das bedeutet, dass der Vorverstärker, in diesem Fall der Clean-Channel, das Signal auf den Effektivwert von 786mV verstärken muss, damit die Endstufe die volle Leistung bringt.[/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]Clean-Channel[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Ein typischer Single-Coil Pickup liefert etwa 100mVrms im Moment des Anschlags und die mittlere Spannung beim Ausklingen liegt dann bei etwa 50mVrms. Eine Verstärkung von 786mV / 50mV = 15.7 (24dB) wäre also völlig ausreichend.[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Da der Clean-Channel noch eine Schaltung mit zwei Potis zur Klangeinstellung hat, sollte in der mittleren Einstellung noch eine Verstärkung von 24dB vorhanden sein.[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Nach der Schaltungssimulation mit dem Computer hat er aber eine mittlere Verstärkung von 43dB, das ist viel zu viel, also gilt es, die Verstärkung zu verringern, und zwar sowohl bei der Triode V1a als auch bei V1b. Das hat zugleich den Vorteil, dass die Verzerrung für den High Gain Channel feiner dosierbar ist, da die Triode V1a zugleich die Vorstufe für diesen Kanal bildet.[/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]Bei der ersten Modifikation wurde prinzipiell der Kathodenwiderstand von V1a vergrößert, der eine Gegenkopplung bewirkt und damit die Verstärkung verringert. Da aber der Schalter SW1 immer noch vorhanden ist, wirkt er bei Betätigung wie ein Gain-Booster um rund 10dB.[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Bei der zweiten Modifikation wurde einfach nur der Kondensator C6, der parallel zu R7 lag, weggelassen.[/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Hier die Schaltungen zu den Modifikationen:[/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]http://www.david-ben-jesse.de/Modifikation1.jpg[/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]http://www.david-ben-jesse.de/Modifikation2.jpg[/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]viele Grüße[/FONT]
    David

    Gott ist die wahre Liebe. Zu lieben heißt mehr zu geben als zu empfangen, geliebt sein heißt mehr zu empfangen als zu geben :) .

  • Zitat von David ben Jesse;275029

    nachträglich im Computer mit einem Equalizer und Kompressor bearbeitet:


    Moin,

    was soll uns das denn dann sagen? Zumal ein Vergleich zur Originalschaltung viel hilfreicher wäre...

    mfg, Immo

  • Hallo Roseblood,

    wenn ich den Vergleich zur Originalschaltung machen wollte, dann müßte ich die Schaltungsänderung rückgängig machen, wozu ich aber momentan keine Lust habe.

    Der Vorteil, die V1a mit geringerer Verstärkung laufen zu lassen, ist ein sehr viel kleinerer Klirrfaktor, der vorher um die 1% betrug. Das sollte für den Clean-Channel wichtig sein, wenn man volle Akkorde spielt.

    Das Ganze ist nur etwas, was man machen könnte, aber nicht unbedingt machen muss, und es sollte auch nicht als Kritik zum Originalkonzept verstanden werden.

    Aber bin ich nun sehr zufrieden mit der feinen Dosierbarkeit der Verzerung im High-Gain-Channel.

    viele Grüße
    David

    Gott ist die wahre Liebe. Zu lieben heißt mehr zu geben als zu empfangen, geliebt sein heißt mehr zu empfangen als zu geben :) .

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