Billig Lötkolben im A**** ?? Welcher neue?

  • Hallo!

    Ich habe immer wieder kleinere Lötarbeiten mit einem billig Lötkolben ohne Regler, Schwamm und Halterung von Hofer (bei euch Aldi) bewältigt. Das Teil hat eigentlich recht gut funktioniert, aber vor kurzem hab ich mich an den Efektgerätebau gewagt wo man natürlich um einiges mehr Löten muss.
    Das hat da Teil anscheinend nicht verkraftet. Das Lötzinn verfließt nicht mehr ordentlich, kA warum. Zu kalt oder was? Warscheinlich funktioniert deshalb auch mein Effekt nicht, weil ich irgendwo kalte Lötstellen drin hab, zumindest ist das eine Vermutung.

    Ist das Teil jetzt hin und ab in den Müll damit??

    Wenn ja, welcher neue Lötkolben wäre Preis/Leistung gut?
    Sollte natürlich so billig wie möglich sein, weil als Schüler sitzt das Geld nicht gerade locker... und es ist mir auch egal ob Ersa oder Weller drauf steht. Sollte einfach gut brauchbar sein und lange leben.

    Freu mich auf eure Antworten.:)
    Schöne Grüße,
    Alex


    Edit: Ich hab beim Elektronikhändler in der Nähe dieses Teil gefunden: http://www.neuhold-elektronik.at/catshop/produc…roducts_id=1486

    Was sagt ihr dazu?? Brauchbar oder Schrott?

  • meinst du mit annehmen, dass, wenn ich mit der Spitze zum Lötzinn fahre, dass dann flüssiges Lötzinn auf der Spitze ist??
    Wenn ja, dann nicht. Es schmilzt zu einer Kugel und hängt dann noch an der Lötzinnrolle.

  • Dann ist die Spitze passiviert, da sie kein Lötzinn mehr annimmt. Das passiert wenn man den Lötkolben zu lange angeschaltet liegen lässt. Passiert aber auch nach längerer Nutzung. Wenn kein Lötzinn haftet, ist die Hitzeübertragung auch gleich viel schlechter.
    - Spitze mal in heissem Zustand an einem feuchten Schwamm (kein Plastik)/Tempotaschentuch gesäubert?
    - Spitze mit Llötpaste/Lötfett benetzen und dann nochmal Zinn drauf
    - Lötspitzenreiniger (http://www.reichelt.de/?;ACTION=3;LA=…f714a29c4596770) hilft aber nur, wenn die Spitze nicht total hinüber ist
    - neue Lötspitze

    Dein Lötkolben ist wahrscheinlich noch prima in Ordnung

  • Ich kratze immer den Dreck ab, aber die Spitze wird immer wieder nach kurzer zeit wieder ganz schwarz.
    Mir ist auch aufgefallen, dass die Spitze locker ist, obwohl sie ganz fest geschraubt ist....

  • Zitat von Alex_§270;274625

    Ich kratze immer den Dreck ab, aber die Spitze wird immer wieder nach kurzer zeit wieder ganz schwarz.


    Das ist dann wohl der Tod der Spitze gewesen...

    Nicht mechanisch abkratzen. Das zerstört nur die Legierung.
    Immer den Kolben nach dem Aufheizen am feuchten (!) Schwamm abwischen und dann löten.

    Nach dem Löten den Kolben nicht sauberwischen und wegpacken, denn dann oxidiert die Spitze weiter. Lieber mit etwas Lot verzinnen.

    Grüße,
    Swen

    Crank it!

  • Zitat

    Das im Film erwähnte Aufheizen auf 450 Grad ist auch großer Blödsinn. Wozu hat die Lötstation denn eine Regelung? 350 Grad reicht vollkommen und trägt auch zur Langlebigkeit der Lötspitze bei.

    Ach ja. und bei der Radikalbehandlung mit Kratzen und der wenig sorgfältigen Spitzenpflege wäre das auch bei Marken-Lötstationen nicht besser ausgegangen

  • Zur Ausgangsfrage:

    Entweder einen günstigen Lötkolben kaufen, wobei ich für Platinen lieber nur 15W nehme. Dünne, wirklich spitze Spitze... Dazu eine Doppelsteckdose mit Schalter, dann kann man mal eben ausschalten, wenn man den Kolben eine Weile nicht braucht. Das schont die Spitze sehr.

    Oder die regelbare Lötstation hier aus dem Shop - guter Preis! Hat den Vorteil, dass man für dickere Kabel oder an Buchsen etwas mehr Leistungsreserve hat.

    Wenn du nicht grade täglich stundenlang lötest, reicht dieser billige Kram völlig aus, eine Weller ist was für Profis. Lieber gelegentlich mal die Lötspitze wechseln.

    mfg, Immo

  • Wenn noch Garantie drauf ist, unbedingt zurückbringen !
    Bei Aldi gibt´s hier anstandslos das Geld für dem Müll zurück.

    Nur den Kassenzettel sollte man noch haben.

    Ich hebe alle Kassenzettel in einem Schuhkarton auf
    und hab schon so manchen Müll damit wieder zu Geld machen können.
    Die Discounter sollen an ihrem Billig-Schrott ersticken.;D


    Gruß aus Schwaben. 8)

    Der den Argumentenverstärker trägt.

  • Ja, auch ich bin ein Lötspitzentöter!

    Glaube, ich bin ein ganz übler Lötspitzentöter. Habe eine regelbare Weller (bleifreitauglich), auch einen Satz neuer Markenspitzen dazugekauft. Habe Spitzen auch schon mal am klatschnassen Schwamm abgewischt und die Station auf ca. 400°C weiterlaufen lassen, während ich den gelöteten Effekt testweise an den Gitarrenverstärker angeschlossen ... und gespielt ... und gespielt habe, während die Lötstation einfach weiterlief. Nun wundere ich mich, dass die von mir verwendeten Spitzen keinen Lötzinn mehr annehmen wollen und sich nur noch die berühmte Flüssigzinnkugel am Lötdraht bildete. (Das ist richtig ätzend, sowas!)

    Habe irgendwo gelesen, man könne oxydierte Lötspitzen mit feiner Kupferwolle reinigen. Hm. Da stellt sich mir die Frage, gibt es denn einen Unterschied zwischen "Oxydieren" und "Passivieren"? Und kann ich eine passivierte Lötspitze mit Lötspitzenreiniger wieder zum Leben erwecken? Meine sind zumindest nicht schwarz, sondern schon noch irgendwie zinnfarben.

    Was viel schlimmer ist: Hatte mir mal bei Ebay von so einem fragwürdigen Vielverkäufer (alles grundsätzlich in "gutem Zustand" und natürlich auch nur ganz "selten benutzt") so eine (stark gebrauchte!) Ablötpistole mit integriertem Saugmotor gebraucht gekauft. Endlich IC´s auslöten! ... Dachte ich. Tatsächlich ist die Entlötspitze aber ziemlich schwarz und einseitig schon richtig abgenutzt. Entlöten kann man mit dem Ding rein gar nichts - das ist vielleicht auch der Grund, warum die Werkstatt das Ding für "Ebay - guter Zustand" freigegeben hatte. Vom Konzept her aber nicht schlecht. Denn mit den üblichen Entlötpumpen oder diesen Entlötschnürsenkeln kam ich noch nie zurecht.

    Würde ja eine neue Entlötspitze für das Gerät kaufen, aber hier langen die richtig zu (und erfüllen somit wohl den Tatbestand der Wucherei): 80 Euro für eine neue Entlötspitze! Nicht viel dran, nicht mehr als bei den China-Billigteilen, die natürlich nicht passen würden.

    Ob man so eine Entlötspitze wohl wieder zum Leben erwecken könnte?

    "Am Effekt löten statt im Affekt töten!"
    (Delay Lama)

  • Hallo,

    bei deiner Art, so ein Problem knapp zu umreißen, würde ich dir glatt einen eigenen Blog empfehlen...:rolleyes:

    Zitat

    Ob man so eine Entlötspitze wohl wieder zum Leben erwecken könnte?

    Ich kenne jetzt die Lötspitze nicht. Aber i. A. haben solche Spitzen heutzutage einen galvanisch aufgebrachten Überzug. Und wenn der "weggefressen" (oder von einigen Spezialisten weggeschliffen) ist, dann ist nix mehr mit Verzinnen.

    Und - an alle! - laßt doch die Finger von bleifrei. In professioneller Elektronik, die zuverlässig sein muß (Militär- und Medizintechnik z. B.), ist bleihaltiges Lötzinn auch heute noch ausdrücklich erlaubt.
    Warum wohl?

    bleihaltige Grüße, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Zitat von eBernd;278529

    , denn i. A. steht ja für "im Aftrag"

    :)

    Gruß, Bernd

    "im Aftrag"? ... Du meinst wohl "im After"?

    Bleifrei: Bei der Station war eine angefangene Riesen-Werkstattrolle bleifreies Lot dabei. Aber ich habe auch schon gemerkt, dass ich mit dem guten alten Musikding-Lot besser zurecht komme. (Und Gelenkschmerzen haben heutzutage ja auch viele ganz ohne Blei!)

    ... Okay, dann danke mal für die vielen hilfreichen Tipps. Welche Temperatur soll die Spitze denn für die Behandlung haben? Sollte ich den After vorher mit Lötfett einschmieren?

    "Am Effekt löten statt im Affekt töten!"
    (Delay Lama)

  • Zitat von eBernd;278534

    Hallo,

    für solche Fragen gibt es bestimmt andere Foren, die dich direkt zu einer Lösung bringen...

    Gruß, Bernd

    Vielleicht auch zu einer Antwort auf eine meiner ursprünglichen Fragen:

    "Gibt es denn einen Unterschied zwischen "Oxidieren" und "Passivieren"?

    Hier noch Artikelbeschreibung zur angesprochenen Entlötspitze:

    "Veredelte Entlötspitze mit eingebautem Edelstahlrohr, wodurch Erosion durch das Lot verhindert wird. Der lange Ansatz gewährleistet eine optimale Temperaturverteilung"

    "Am Effekt löten statt im Affekt töten!"
    (Delay Lama)

  • Hallo,

    ja gibt es. Bei den alten, reinen Kupferspitzen war es Oxidation die zur Verzunderung der Spitze führte. Diese wurde schwarz und nahm das Lot nicht mehr an. Dem konnte man (für kurze Zeit) mit einer Feile und Salmiakstein entgegenwirken.

    Bei den neueren, galvanisierten (= passivierte Oberfläche) Spitzen hat man den Verlust der Spitze durch "Auflösung" der Schicht, besonders bei den bleifreien Loten.

    Ich denke mal, der Hauptverschleiß kommt (bei verbleitem Lot) durch den falschen Umgang mit der Spitze beim Löten selbst (Reinigung). Oder halt weil es Billigware ist.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!