Fragen zu Treiber und Phaseninvertierung bei 6L6 PP

  • Hallo Forum,

    als Neuling möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin 23 Jahre alt und beschäftige mich zum Zwecke des Gitarrespielens mit Röhrentechnik.
    Seit Jahren hatte ich Teile eines alten Amps rumliegen, und versuche nun, daraus eine niedliche ~50W Gegentakt-Mono-Endstufe zu bauen.
    Das Netzteil und die Verschaltung der 6L6 ist bereits fertig, und wurde mit dem vorhandenen Transistor-Preamp erfolgreich getestet. Der kommt aber weg, denn die Endstufe soll von Röhren getrieben werden. Netzteil und 6L6 befinden sich bereits verkabelt im neuen Gehäuse.

    Leider habe ich mit der Dimensionierung von Treiberstufen keine Erfahrung. Ich habe mir aber viele Schaltungen (vom Bassman und zig andere die ich finden konnte) angeschaut, und mir folgendes überlegt:

    EDIT: Achtung, ich habe einen Fehler gemacht. Die Verbindung zur Erdung vor dem Bias ist falsch. Das habe ich zuviel abgezeichnet, dieses dubiose Mastervolume fehlt ja bei mir.
    --> PDF im Anhang


    Mit dieser Software zum Schaltplan malen habe ich zum ersten Mal gearbeitet, deswegen folgende Anmerkungen:

    1. der AÜ sieht so komisch aus weil es keinen in der Bibliothek gab, gleiches gilt für den zweigeteilten Transformator
    2. bitte das Netzteil und den Teil rechts von den 6L6 ignorieren, das funktioniert alles bereits

    Meine Fragen sind nun folgende:

    1. Ist es überhaupt so, dass ich für den Phaseninverter und das Treiben mit einer ECC81 auskomme ? Ich möchte kein hochohmiges Gitarrensignal anschließen, sondern nur einen Poweramp-IN haben.
    2. Die ECC81 wird, so wie ich das gesehen habe, mit sehr unterschiedlichen Spannungen an den Anoden befeuert. Hat jemand eine Empfehlung für einen Ausgangswert zum testen ?
    3. In Abhängigkeit von was (ausser "Resonance"-Geschmack) muss der Feedback-Widerstand dimensioniert werden ?

    Ich würde das ohne Hilfe nicht in Betrieb nehmen, weil ich nicht sagen kann, ob das Ding dann über den Jordan geht oder sonstwas... ;)
    Ich freue mich über jeden Kommentar !

    Gruß,
    Heiner

    Im Anhang befindet sich außerdem noch der im Netz gefundene fragliche Teil der Schaltung, sowie der gleichwertige? Part aus dem ursprünglichen Verstärker.

  • Hm.. ich hab jetzt zu Kathoden-PI ein wenig gelesen, und mir Pläne von 1x 12AX1 + 1x 6L6 Verstärkern angeschaut,
    und vermute das geht nicht so wie ich will.
    Wie es aussieht, kommt man nur bei 6L6 SE mit einer ECC83 aus, also wenn PI wegfällt. Der PI, den ich gefunden habe, ist scheinbar ein Long-Tailed Pair bzw. kathodengekoppelter Phasendreher. Stimmt das soweit ?

    Was ich noch gelesen habe ist etwas über einen sog. Split-Load Phasendreher, wo scheinbar das Signal jeweils komplementär an Anode und Kathode abgenommen wird statt an beiden Anoden. Also nur 1/2 ECC83.
    Geht das in meinem Fall ? Da steht gleich dabei es wär nicht immer optimal:

    Zitat

    While this a nice simple solution it can lack sufficient voltage swing for lower gain output valves and higher bias voltages.

    Eine Möhre einsparen wollte ich gerne, da ich nicht sicher bin, ob der benötigte Strom vom Transformator gestemmt werden kann. Bei der Heizung ist es kein Problem, aber ich befürchte die 300V-Leitung, die vorher für die Transen-Drehstufe da war, macht die Möhrchen nicht mit. Doof halt, wenn zu dem Klotz kein Datenblatt mehr zu bekommen ist :(
    Hoffentlich macht dieser Nachtrag mein Anliegen ein Fünkchen klarer :rolleyes:

  • Hi,

    also wenn der Trafo eine Endstufe mit 2x 6L6 treiben kann, dann sollten die paar mA für eine weitere ECC83 kein Problem sein. Sonst würde er Dir auch so abrauchen.

    Ob Du ohne weiter Verstärkungsstufe auskommst, weiß ich leider nicht. Ich glaube das hängt weniger mit der Impedanz des Eingangssignals zusammen als vielmehr mit der Amplitude.
    Aber dazu sollen die Profis was sagen.

    Gruß
    Oli

    [size=1]DIY: Soldano X88R, Peavey 5150, Engl 530,Boss AC-2,BD-2,BF-2,CE-2,DM-2,DS-1,DS-2,EH-2,FT-2,HM-2,MD-2,MT-2,NF-1,NS-2,OC-2,OD-1,OD-2,OD-3,OS-2,PH-1, SD-1,SD-2,SG-1,SP-1,TW-1,XT-2,Rocktave Divider,Small Stone,Woody,STL,TS10,TS9,TS808,Obsidian 1+2,EasyVibe,Ultraflanger,Zombie Chorus,PT-80,MU-TRON, etc.[/size]

  • Danke für die Antwort Oli.

    Zitat von Oli;274008

    also wenn der Trafo eine Endstufe mit 2x 6L6 treiben kann, dann sollten die paar mA für eine weitere ECC83 kein Problem sein.

    Beim weiteren Lesen kam das auch raus. Da stand, dass man den Stromverbrauch einer ECC83 auf der 300V-Leitung mit ca. 8mA annehmen kann. Und, dass man bis zu 4 Stück davon, also 32mA, versuchen könnte.

    Soweit ich mich erinnere wird der gleiche Transformator sogar mit 4x6L6 verbaut.

    Zitat von Oli;274008

    Ob Du ohne weiter Verstärkungsstufe auskommst, weiß ich leider nicht. Ich glaube das hängt weniger mit der Impedanz des Eingangssignals zusammen als vielmehr mit der Amplitude.
    Aber dazu sollen die Profis was sagen.

    Hmm, ich hoffe ja auch, dass jemand noch etwas dazu sagt.
    Ich habe mich inzwischen durchgerungen die Phasendrehstufe in Transistortechnik beizubehalten, und zur Vorverstärkung eine ECC83 zu nutzen. Der Klang wird von der Drehstufe angeblich nicht maßgeblich beeinflusst.

    Ich habe die Bauteile dazu von der alten Platine entfernt und auf Lötleisten zusammengelötet. Leider gibt es das Problem, dass das Signal sehr leise am Ausgang liegt. Schalte ich den Verstärker aus, wird es kurzzeitig laut, bis die Kondensatoren dann fertig entladen sind.
    Ich habe die Schaltung durchgemessen, und die Spannungen an den Emittern sind ok, an den Basen 4V mehr als in der Schaltung (erster Post) gekennzeichnet. Jedoch ist die Spannung nach dem 100k-Widerstand nach dem B+ Anschluss sehr falsch, ca. 30V statt 145V. Ich habe schon viele Stunden versucht einen Verdrahtungsfehler oder ähnliches zu finden, aber nix da. :cool: Fehlerhafte Bauteile schließe ich aus, da ich ja vorher eine ordentliche Verstärkung am Poweramp-In bekommen habe.
    Das Symptom mit dem lauter werden beim Ausschalten hat mich auch an nen falschherum eingebauten Kondensator denken lassen, aber zumindest bei den Elkos ist alles richtig. Und diese kleinen braunen Kondensatoren sind ja nicht polungssensibel, zumindest zeigt mein Multimeter das so an.

    Vielleicht hat ja ein Profi eine Idee, wie man den Fehler systematisch weiter eingrenzen kann, ich hätte auch ein Oszilloskop hier... :rolleyes:

    Gruß,
    Heiner

  • Hallo,

    der PI färbt ganz entscheidend den Sound!
    Ich würde hier, wenn ich klassischen Sound möchte, mich auf die bereits geebneten Pfade begeben.

    Und um ehrlich zu sein, hab ich völlig aus den Augen verloren, worum es jetzt ganz genau geht?

    Grüße,
    Swen

    Crank it!

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