6P2T Kippschalter?

  • Hi Ken,

    Zitat von kwe333;270567

    ... Vielleicht weil der Signal vom PU durch den Pot an Masse läuft? ...

    diese Formulierung ist entweder falsch oder zumindest mißverständlich:
    Das Signal läuft nicht durch die Potis, sondern diese hängen an der Masse - und im enstprechenden Schaltzustand - nur an der Masse mit dran.

    Zitat von kwe333;270567

    ... Finde ich muss auch die Masse-Seiten der Potis abkuppeln um 'ohne Alles' zu erreichen. ...

    Dann überlege mal, was in/an einer Gitarre noch alles an Masse mit dran hängt (was Du z. T. auch gar nicht von der Masse trennen solltest/darfst), z. B. die Brücke, die Saiten, die Elektronikfachabschirmung, der Kabelschirm, die Massen nachfolgender Geräte, der Schutzleiter nachfolgender Geräte, der Schutzleiter des von Dir genutzten Stromnetzes etc.
    Dies alles wird nach Deiner Vorstellung den Klang ebenfalls potentiell mit beeinflussen und das unabhängig vom Schaltzustand.

    Gruß
    Ulrich

  • Hallo Ulrich,
    Unten ist Info von Rockinger. Ich habe meine Gitarre nach der zweite Skitze verdrahtet, aber mit einem 4P3T zwischen PUs und Pots, und einem 150K Widerstand und ein 1nF Kondensator parallel über die 2 und 3 Poles der Potis (Pole 1= Masse). Dann weiter an der 3-Weg Schalter. Der Tone Pot hängt zuletzt vor das Ausgang. So kann ich die PUs Lautstärke total individuell steuern, aber es gibt immer noch ein klangliches 'Resteinfluss'. Wenn aber, ich die Masse Seite auch abklemme, dann ist alles klar und ich kann schlafen. :confused: Es ist nur dass der 4P3T nicht genug Poles hat um den Tone Pot auch gleichzeitig 'rauszunehmen. Danke für Ihre Mühe.
    [Blockierte Grafik: http://www.rockinger.com/PublishedFiles/workshop/gfx/ws106.jpg]
    "Hier haben wir es mit einer standardmäßigen Gitarrenschaltung mit 2 Pickups, 2 Volumepotis und einem Pickupwahlschalter zu tun. Und jetzt kommt folgender Grenzfall: Das rechte Poti ist aufgedreht, der Schleifer steht ganz rechts, der Saft kann also gleich wieder raus in Richtung 3-Weg-Schalter. Dieser ist in Mittenstellung, d.h. der Saft von beiden Pickups könnte aus ihm raus weiter in Richtung Amp.
    ABER: Das linke Poti ist zugedreht, der Schleifer liegt direkt an der Masse, der Saft des Pickups, der dort landet, ist perdü. - Der Saft des anderen Pickups, wo das Poti voll aufgedreht ist, kann ja nun ohne jeden Widerstand zurück über den Wahlschalter und dann über den Schleifer des linken Potis an Masse verduften.
    ALSO, wenn ein Poti zugedreht ist, so sind bei Mittelstellung des 3-Weg Schalters beide Pickups weg. In der Praxis ist das aber nicht so schlimm, man braucht ja nur den 3-Weg Schalter nach rechts zu legen und schon ist die Verbindung zum linken Poti unterbrochen.
    Beim Bass hingegen will man (Ken - ed.) gern die Pickups untereinander mischen und das würde mit der eben besprochenen Schaltung nicht so gut gehen. Da verzichtet man besser auf den Schalter (auf keinem Fall - ed.) und beschaltet die Potis so, wie wir es in der nächsten Skizze sehen:
    [Blockierte Grafik: http://www.rockinger.com/PublishedFiles/workshop/gfx/ws107.jpg]
    Das Poti von Pickup 2 ist zugedreht, Pickup 2 liegt also voll an Masse, totale Stille. Das Poti von PU1 hingegen ist voll aufgedreht. - Es ist ja eine direkte Verbindung von PU1 zum rechten Kontakt des Potis von PU2 gegeben, aber hier kann der Saft nicht gleich an Masse, weil er dazu ja noch die gesamte Kohlebahn des Potis2 durchlaufen müßte. Da besteht kein reges Interesse, der Saft geht lieber weiter in Richtung Amp.
    Diese Schaltung scheint also auf den ersten Blick für alles vorteilhafter zu sein, dennoch hat sie einen gewissen Nachteil: Es gehen Höhen verloren. Warum?
    Nun, Pickup und Poti hängen ja direkt miteinander zusammen, d.h. die Spule des Pickups, die Spulenkapazität und die Widerstandsbahn bilden in sich schon einen sogenannten Schwingkreis. Je kleiner nun der Widerstand der Kohle wird, desto mehr wird die Resonanzfrequenz des Pickups "bedämpft". Bedämpfen heißt einfach, daß die Höhen verloren gehen und zwar umso mehr, je kleiner der Widerstand parallel zum Tonabnehmer wird. Bei dieser Schaltung sinkt der Widerstand, je weiter man das Volumepoti zurückdreht, d.h. wir verlieren auch zunehmend an Höhen. Beim Bass ist dies nun nicht ganz so tragisch, es wirkt sich auf´s Ohr so gut wie gar nicht aus, nur bei der Gitarre ist es eben nicht das Gelbe. Da gibt man lieber der vorherigen Schaltung den Vorzug, bei der liegt nämlich parallel zum Pickup, unabhängig von der Schleiferstellung, der Gesamtwiderstand der Kohlebahn, d.h. auch beim Zurückdrehen des Potis bleiben die Höhen erhalten (warum es auch da etwas dumpfer wird, kommt später noch).
    Der verdammte Schwingkreis ist übrigens auch der Grund, weshalb der Wert eines Potis generell Einfluß auf den Sound eines Pickups hat. Schließlich liegt die Kohlebahn auch im aufgedrehten Zustand parallel zum Tonabnehmer und bedämpft diesen mit ihrem Widerstand. Einen Humbucker oder einen hochohmigen Singlecoil, die tendenziell schon etwas weniger Höhen produzieren, wird man daher lieber an einem 500kOhm Poti betreiben, damit nicht noch mehr Treble verlorengeht. Ein Standard-Singlecoil dagegen hat meist soviele Höhen, daß diese Bedämpfung dem Sound sogar zuträglich ist, weshalb man hier gerne auf 250kOhm Potis zurückgreift.
    Genaugenommen gibt´s aber keine festen Regeln, so hat Gibson z.B. in den 70er Jahren begonnen, Les Pauls mit 300kOhm Potis auszurüsten, damit ihre Humbucker noch eine Spur weicher klingen. Bei Fender dagegen hat man seinerzeit die Tele mit 1 MOhm Potis ausgerüstet, damit der Twäng des Bridge-Pickups möglichst erhalten bleibt. Auch bei den neueren Fender Vintage-Noiseless-Pickups bevorzugt man das 1 MOhm-Poti, damit der etwas sanftere Sound eines Humbuckers nicht auch noch unterstützt wird, schließlich möchte man ja einen puren Singlecoil-Sound herausholen.
    Wer wissen will, wie seine Pickups komplett ohne Potibedämpfung klingen, muß diese also direkt an die Ausgangsbuchse oder an den Pickupumschalter löten. Ein einfaches Aufdrehen aller Potis reicht nicht."

  • Hallo,

    irgendwie hab ich den Eindruck, daß teilweise aneinander vorbei diskutiert wird - oder ich komm nur nicht mit :confused:. Anfangs dachte ich, es ginge um eine Schaltung, mit der man den Einfluß sämtlicher Tone- und Vol-Regler umgeht (die heißt bei mir "direct out") - so wie in dem angehangenen Bildchen.

    [Blockierte Grafik: http://forum.musikding.de/vb/attachment.php?attachmentid=3390&stc=1&d=1245672761]

    Die Geschichte mit den an Masse verbleibenden Teilen hat elkulk ja schon sauber dargelegt... :)

    Gruß, Bernd

  • Den Eindruck habe ich auch;

    Aber soviel ich bis jetzt mitbekommen habe, verwendet unser Patient 2 getrennte Volume Regler, danach geht's ab zum Toggle und danach kommt ein Master Tone.

    Deshalb würde ich das wie in Elkulks Beitrag lösen.

    @ Ken: Hast du ein Multimeter? Wenn ja, klemme so ab, dass du diese "inadequate Lösung" von Elkulk hast. Dann miss unbedingt den Widerstand zwischen Signal-Out und Masse. Vielleicht hast ja auf irgendetwas vergessen und du hast zwischen den beiden Punkten deshalb noch eine galvanische Verbindung und somit einen klangfärbenden Frequenzfilter mit Spule und Widerstand.

    Solltest du bei der Lösung einen Widerstand größer 500k bzw 250k (Je nach dem, welche Potis du verwendest) messen, kann ich dir so nicht mehr helfen, dann müsstest eben zu Relais oder anderen Schaltertypen greifen.

    mfg

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Ah,

    wenn hinter dem Toggle erst der Master-Tone kommt, ist mir jetzt auch klar, warum es auf 6PDT rausläuft... Der muß ja dann auch noch mal gesondert rausgenommen werden. (Wenns einfach ein C und Pot in Reihe nach GND ist reicht ja auch 5PDT)

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hi,

    wenn dem allerdings so ist

    Zitat von rrhoads33;270681

    ... 2 getrennte Volume Regler, danach geht's ab zum Toggle und danach kommt ein Master Tone. ...

    dann geht es tatsächlich nur mit einem 6p2t.

    Oder man ersetzt zusätzlich zu meiner 3pdt-Lösung den Pickupwahlschalter durch einen mit doppelt so vielen Ebenen ...

    Gruß
    Ulrich

    edit:
    Bernd schneller ...

  • ...oder du sagst, du verwendest im direct out nur einen Tonabnehmer bzw. eine Tonabnehmerkonfiguration, dann ginge es sogar mit einem 2PDT bzw. 3PDT, wenn du beide aktiv haben möchtest.

    mfg

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Oder nochmal die Bastlerlösung:
    Einen Kippschalter für die Vol.Potis und direkt daneben einen für das Tonepoti. Dann einen Knopf mit zwei Bohrungen anfertigen, der beide Schalter zugleich schaltet. Das kann man schon solide und mit vernünftiger Optik hinkriegen und es hätte den Vorteil, dass man bei Bedarf den Knopf abnehmen und beide Schalter getrennt betätigen kann. Nützlich zB bei einem Fuzz: Die Vol.potis bleiben aktiv, das Tonepoti dreht man ganz zu und kann nun mit dem Schalter zwischen hellem Ton und "Womantone" umschalten.

    Viel einfacher wäre aber in der Tat eine Schaltung, die den PU-Wahlschalter mit lahmlegt und zB nur den Steg-PU direkt auf den Ausgang legt.

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