NICd-Akkupack zu NiMH-Akku upgraden?

  • Habe ein älteres Gerät mit NICd-Akkupack (6x1,2V, AA). Memory-Effekt lässt grüßen. Der Akkupack dient u.a. dazu den internen Datenspeicher mit Strom zu speisen. Bei mir hängt das Gerät während des Gebrauchs für gewöhnlich mit 9V-DC-Netzteil an der Steckdose, einen dicken Akkupack für den Gerätebetrieb bräuchte ich also gar nicht.

    Würde diesen altbackenen NI-Cd-Akkupack nun gerne gegen einen modernen 9V-NiMH-Blockakku auswechseln. Vom Platzbedarf her wäre das sicher kein Problem. Natürlich will ich aber nicht jedes Mal, wenn der Akku leer ist, das Gerät auseinanderschrauben müssen, um ihn dann extern wieder aufzuladen. Zudem habe ich Angst, dass, während ich das Gerät per DC-Netzteil betreibe, der vom Hersteller so nicht vorgesehene Akkutyp den Geist aufgibt und womöglich sogar ausläuft. (Bei ausgeschaltetem Gerät wird im Originalzustand bei angeschlossenem DC-Netzteil automatisch der Akkupack nachgeladen.)

    Was habe ich hier für Möglichkeiten? Vermutlich wird der NiMH-Akku durch normalen Netzteilbetrieb/beim Aufladen über Netzteil schnell Schaden nehmen? Was ist es (in diesem Zusammenhang), was aus einem NICd-Ladegerät ein NiMH-Ladegerät macht (oder eines mit automatische Akkutyp-Erkennung) und dann den für einen NiMH-Akku m.W. nötigen konstanten Ladestrom liefert? Gibt es ein Bauteil, das ich hier einfach davorlöten kann, damit es geht? Oder musste der 9V-Akku (nötig zur Stromspeisung des Datenspeichers) von der DC-Buchse abgeklemmt werden? ... Fraglich, ob das mit der Netzversorgung dann noch funktionieren würde.

    Danke.

    "Am Effekt löten statt im Affekt töten!"
    (Delay Lama)

  • HI,

    stimmt, da wird wahrscheinlich der Onboard Ladevorsatz nicht mehr gehen, aber ich bin mir sicher, dass der C***** ein solches Ladegerät als Bausatz im Angebot hat.
    Vllt. unter der Rubrik Modellbau oder so.

    Dann musst du nur noch schaffen, dass der Akku während dem NT Betrieb ausschaltet, und bei ausgeschaltetem FX der Akku über das oben beschriebene Ladegerät aufgeladen wird...fertig.


    g
    t

  • Zitat von tpgw;261645

    HI,

    "Onboard Ladevorsatz" "NT Betrieb" "FX"
    g
    t

    Das sind ja gleich drei mir unverständliche Begriffe auf einmal! - Das geht nun wirklich nicht!

    "DOCH! - Mit Kinderüberspannung: Das ist Spannung, Volt und Schoko-Ladestrom!"


    (Früher jahrelang witzig gewesen, pardong.)

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  • Hallo,

    normalerweise haben solche Pufferbatterien eine geringere Spannung als die externe Versorgung - wie auch bei deinem: 7,2 V zu 9 V extern.

    Dann läßt sich nämlich mit einer Diode und einem Widerstand alles erledigen: Die Diode verhindert, daß der Akku speist, wenn das NT dranhängt und über den R wird der Akku geladen. Richtig dimensioniert, geht es automatisch in eine minimale Erhaltungsladung über.

    Wenn du jedoch einen 9 V NiMH-Block nimmst, geht das nicht, weil seine Spannung zu hoch ist (größer/gleich der externen Spg.).

    Da die modernen 9 V Block Akkus 6...7 kleine Stabzellen enthalten, kann man natürlich auch 1 bis 2 herausoperieren...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • NT = Netzteil ... klar. - Stabzellen herausoperieren? Nee, lass´ ma!

    Klar, hast Recht: Spannung vom Netzteil muss natürlich höher sein als im Akku, damit es fließen kann. Aber haben selbst moderne 9-V-NiMH-Akkus nicht in aller Regel etwas weniger als die vollen 9 Volt?

    Ein Widerstand, damit der Strom nicht zum Akku geleitet wird, wenn das Gerät in Betrieb ist, leuchtet mir noch ein. Aber wozu dann noch eine Diode? - Da Du Dich eBernd nennst und ich mich nur Chickenhead (Hühnerkopf), ist da wohl eher von einem Denkfehler von meiner Seite her auszugehen?

    "Am Effekt löten statt im Affekt töten!"
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  • HI Bernd,

    Die heutigen Akkus brauchen doch spezielle Ladegeräte, oder nicht?
    reicht das wenn man einen Akku einfach an Gleichstrom anschließt??

    g
    t

  • Hallo,

    wenn du mit heutig NiMH-Akkus meinst, sind sie recht ähnlich wie NiCd zu laden (falls du Li-Ion-Akkus meinst, die sind wirklich total anders!).

    Das Problem ist - wie so oft im Leben;D - zu wissen, wann man (mit dem Laden) aufhören soll/muß.

    Und da bieten sich natürlich beliebig komplexe Schaltungen an. Man kann die Zellentemperatur, die Spannung (bei abgeklemmter Ladequelle) und deren Verlauf über der Zeit , den Innenwiderstand (dynamisch) messen - das alles schreit aber nach speziellen Prozessorchips.

    Ich habe in meinem Poster in der Faustformel einen deutlich reduzierten Ladestrom angegeben (Q / 40 h, bei Normalladung ist es Q/ 10 h - bei Schnellladung geht es noch höher).

    Bei solchen Pufferbatterien, die normalerweise nur Ström im µA-Bereich abgeben müssen, reicht ein geringer Ladestrom, der bei kleiner Lade-/Zellenspannungsdifferenz auch von alleine auf unbedenkliche Werte sinkt.

    Ich lade übrigens auch - mehr aus Jux - Alkaline-Batterien nach, das aber mit einem Rückstromverfahren und unter Aufsicht...;D

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • HI,

    Ach richtig *Auf die Stirn hau* die heißen ja Li-Ionen Akkus, stimmt.
    Dann waren es auch diese Akkus, die so'n spezielles Impulsladegerät brauchen, weil sie mit normalen kaputt werden, oder täusche ich mich da wiedermal?

    g
    t

  • Können die anderen nicht einfach nur ein bisschen schlauer sein als ich ... müssen es immer gleich solche Quantensprünge sein?! ;)

    Also, zwischenzeitlich gab´s auch eine Mail vom Hersteller:

    "Because the [Gerät] does not have a smart charger it will charge NiMH just fine. Be sure to charge for 2 1/2 times longer than with the factory NiCads."

    Das würde meine Vorstellungen über die Empfindlichkeit beim Aufladen von NiMH-Akkus ja völlig über Bord werfen. Einfach NI-Cd gg. NiMH austauschen, länger laden und gut is. Fragen wird doch einfach eBernd, was er dazu meint.

    Was ist eigentlich ein "Smart Charger"?

    Und danke an dieser Stelle für die bisherige Mühe. Immer wieder erstaunlich was sich Mitglieder speziell dieses Forums alles mal so eben aus dem Ärmel zu schütteln imstande sind. Glaube, hier treibt sich viel Bildung herum. ;)

    "Am Effekt löten statt im Affekt töten!"
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  • Also, wenn man NiNH ohne gescheite Ladeschaltung lädt, hat man bald keine Freude mehr an diesen. Die sind da etwas pingelig und verlieren bei falscher Ladung ihre Kapazität. Für NiMH nimmt man Konstantstrom-Ladung mit Delta-U Abschaltung. guckst DU:

    http://drmm.radiobastler.de/index.php/AkkuLadeVerfahren
    http://drmm.radiobastler.de/index.php/Akku…schaltKriterien

    und solche "smart charger" machen halt genau das (smart=total schlau;D) Da gibt es auch hochintegrierte IC lösungen für.

    z.B. so was http://focus.ti.com/docs/prod/folders/print/bq24703.html

    Im übrigen würde ich für Puffer-Betrieb von NiMh eher abraten. Langsam wenig Strom entnehmen finden die auch nicht so toll. NiCd sind da eigentlich besser für geeignet.

  • Hallo,

    die Ladeverfahren unterscheiden sich zwischen NiCd un NiMH nicht wirklich.

    Und in den Zeiten der Schnellladung ist eine intelligente Ladungsüberwachung sehr sinnvoll. Mir sind schon Zellen in einem experimentellen Brachial-Lader explodiert. Ordentlicher Knall, schöne Sauerei...

    Andererseits betreibe ich schon mehrere Jahre solche Stützbatterien in Geräten mit eben jenen Primitiv-Ladern. Wir reden hier auch noch nicht einmal von C/10-, also Normalladung, sondern eher von C/40... C/60, das tröpfelt nur. Und die Zellen stammen auch noch aus der Nonfood-Abteilung der üblichen Discounter.

    Im Vergleich zu der kommerziellen, unintelligenten Permanentladung meines Schnurlos-Telefons (das ist immer so schön warm, wenn mans in die Hand nimmt...) ist diese R + D-Lösung schon fast smart...;)

    Und wenn die Stützbatterie wirklich nur die (CMOS-)Memory versorgt (also µA), lohnt sich evtl so ein Au-Cap. Der Umbau läuft bei mir seit fast 20 Jahren in einem DENON-Tuner...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Zitat


    die Ladeverfahren unterscheiden sich zwischen NiCd un NiMH nicht wirklich

    Ja das laden nicht, aber das Abschalten schon. Im einen Fall bei Vorzeichenwechsel des Delta U, im anderen Fall schon bei einem Unterschreiten eines kritischen Wertes von Delta U

  • Zitat von walter11;261775

    und solche "smart charger" machen halt genau das (smart=total schlau;D) Da gibt es auch hochintegrierte IC lösungen für.

    z.B. so was http://focus.ti.com/docs/prod/folders/print/bq24703.html

    Im übrigen würde ich für Puffer-Betrieb von NiMh eher abraten. Langsam wenig Strom entnehmen finden die auch nicht so toll. NiCd sind da eigentlich besser für geeignet.

    Ohne Deine Mail beim ersten Drüberlesen in ihrer gesamten Tiefsinnigkeit verstanden zu haben, sagst Du doch, dass "Smart Charger" gut ist für NiMH-Betrieb - Bei "Wer wird Millionär" hätte ich auch auf diese Antwort getippt. Der Hersteller aber schrieb, der NiMH-Betrieb sei gerade darum möglich, weil das Geräte KEINEN Smart Charger besäße. ...

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  • Zitat von eBernd;261780


    Und wenn die Stützbatterie wirklich nur die (CMOS-)Memory versorgt (also µA), lohnt sich evtl so ein Au-Cap. Der Umbau läuft bei mir seit fast 20 Jahren in einem DENON-Tuner...

    Gruß, Bernd

    Würde ich glatt machen. Oder einfach nur drei Knopfzellen stapeln, einbauen und die dann völlig vom Netz nehmen?

    Der Speicher ist angeblich ein ...ähm ... Eeprom-Speicher. ... Ist das sowas wie CMOS?

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  • Zitat

    NiMH-Betrieb sei gerade darum möglich, weil das Geräte KEINEN Smart Charger besäße. ...

    Das ist in so weit richtig, das die Ladung ohne Abschaltbedingung halt alle Akkus gleichmäßig kaputt bekommt, evtl. nur nicht so schnell und nicht so gründlich. Bei einem "Smart Charger" führt der falsche Akkutyp dann schneller zum Akkutod.

    Und das man eine Puffer-Batterie für EEprom Speicher braucht ist mir ehrlich gesagt neu. Der Witz an EEprom ist doch, dass der gerade ein nichtflüchtiger Speicher ist, dem man auch mal die Betriebsspannung klauen kann. Wie immer ist Wikipedia dein Freund http://de.wikipedia.org/wiki/EEPROM

  • Hallo,

    um mal einen Schritt weiter zu kommen - und nicht nur schlauer zu werden ;) :

    Schalte doch mal ein Multimeter in die Verbindung der Akkus (falls die platt sind, leihweise ein paar Batterien) zum Gerät und miß mal den Strom, der im ausgeschalteten Zustand fließt. Dann kann man auch entscheiden, welche Lösung die passendste ist.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • An beide: Danke.

    Naja, es war mal von Eeprom die Rede in Verbindung mit diesem Gerät. Kann aber sein, dass man die "präferierten Usereinstellungen" anders abspeichert. Die sind momentan nämlich futsch, sobald das Gerät vom Netz genommen wird. Und ich HOFFE, dass sie, wie es sein sollte, gespeichert bleiben, wenn wieder ein Akkupack drin ist.

    "Am Effekt löten statt im Affekt töten!"
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