Was ist das besondere an VHT Endstufen ?

  • Hallo, ich bin neu hier im Forum und habe eine Frage die mir schon länger im Kopf herumschwirrt. Die VHT Endstufen 2150, 2502 und 2902 werden immer als der heilige Gral der Gitarrenendstufen präsentiert. Ist das auch irgendwie zu begründen ? Hat schonmal jemand eine dieser Endstufen nachgebaut, vielleicht sogar die KT88 bestückte 2902 und kann etwas zu dem "Geheimnis" hinter diesen Endstufen- und dem Kostenaufwand schreiben ?

    Ich würde mich sehr um paar Antworten freuen. Im Verstärkerbau bin ich noch nicht sehr bewandert, bisher hatte ich mehr mit Holz zu tun. :)

    Grüße,
    Rumblespark

  • Namp'

    DIe Frage solltest Du eher ins Tubetown-Forum stellen, da treiben sich die meisten Röhrenfreaks rum. Okay, hier gibt es auch ein paar...;D

    Hab zwar eher Geräte repariert aber von meiner Seite aus
    ist das Geheimnis Klar:


    :rolleyes::rolleyes::rolleyes::rolleyes::rolleyes::rolleyes::rolleyes:


    Gef***t eingeschädeltes Marketing :eek:


    Klampfergruß

    Because Shit happens!

  • bisschen technikblabla;
    die dicken rack-endstufen sind nicht mit den üblichen LTP-PIs aufgebaut, sondern mit cathodynePI (+anschliessende gain-stage pro phase). auch die feedback-filterung ist etwas ausgefuchster als "normal".

    mfg kusi

    ps, nein, ich hab kein schematic oder bauplan dazu rumliegen

    [center]blue sky[/center]

  • Vielen Dank für euere Antworten. Es geht mir nicht darum eine zu bauen. Die Klangbeschreibung passt auch auf meine alte Endstufe und das Technikblabla bezieht sich ja insgesamt auf Rackendstufen. Es geht mir um die Unterschiede.. Das was diese VHT Endstufen so sehr von anderen "abhebt".

    Sei es im Vergleich zur Mesa Boogie 50/50, 2:50, 2:90, Strategy, Rivera Hammer, ENGL usw. Das lässt sich technisch doch sicherlich erklären ? Voodoo ist da ja nicht im Spiel. :)

    An sehr gutes Marketing habe ich natürlich auch gedacht. (Wobei das am Ende wohl doch nicht soviel gebracht hat, wenn man bedenkt wer das VHT Logo zukünftig auf seine Produkte pappen darf)

  • Hallo.

    kusi hat es eigentlich schon getroffen.

    Standard-PI's nach dem LTP-Prinziep teilen und drehen das Signal in zwei Triodensystemen. Durch interne und externe Toleranzen gelingt das aber nicht immer perfekt. Es entstehen mehr oder weniger ungerade Klirrs (k3,k5) und das auch noch an jedem System unterschiedlich stark.
    Ungerade Harmonische passen aber nicht immer so recht ins Klangbild und werden von uns als kratzend oder sägend empfunden.

    VHT verwendet, wie kusi schon schrieb, einen Kotodyn-PI. Dabei wird nur ein Triodensystem verwendet, daß zwischen gleichen Ra's und Rk's werkelt. An diesen Widerständen werden dann über C's die jeweiligen Ausgangssignale abgenommen. Toleranzen gleicht die Röhre, in der Mitte, nahezu völlig aus. Es entstehen keine ungradzahligen Klirrs am PI!
    Das wird besonders von der Clean-Fraktion als wohltuend empfunden.

    Leider hat son Katodyn auch Nachteile.
    Die erbrachte Verstärkung reicht für große Endstufen eventuel nicht aus.
    Die Ausgangsimpedanzen an Anode und Kathode haben heftige Unterschiede.
    Um diese Nachteile zu beseitigen schaltet VHT Kathodenfolger nach.
    Dadurch wird jede Seite der Endstufe aus nahezu gleicher Impedanz angetrieben.
    Das hat zur Folge, daß das Tonsignal auf beiden Seiten gleichmäßig weitergegeben wird. Ohne diese Maßnahme würden einseitig Höhen beschnitten. Was wieder zu Klirr führen würde.

    Das ist ja doch fast wieder ein Roman geworden, obwohl ich mich aufs Nötigste beschränken wollte :rolleyes:

    Hoffe damit etwas mehr Durchsicht geschaffen zu haben.

    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

  • Wusstet ihr, dass man Oberwellen frequenzabhängig unterschiedlich empfindet?

    Bei Bässen klingen geradzahlige Oberwellen nicht so gut, ungeradzahlige jedoch schon! Bei hohen Frequenzen ist es dann genau umgekehrt.

    Martin (Der Käptn) hat darüber mal bissi was im TT geschrieben. Wer interessiert ist sucht bissi, ich weiß nicht wo genau das war.

    Peter: Ein LTP der beide Signale nicht 1:1 dreht, erzeugt doch geradzahlige?? Zumindest war ich bis jetzt immer der Meinung ?!

    Lg Stefan :)

  • Zitat von Kramusha;256979


    Peter: Ein LTP der beide Signale nicht 1:1 dreht, erzeugt doch geradzahlige?? Zumindest war ich bis jetzt immer der Meinung ?!



    Hallo Stephan,

    genau genommen entstehen beide.
    Nur werden die gradzahligen nicht so störend empfunden.
    Ursprung für das Übel ist der Nulldurchgang des Signals.
    Zur oszilloskopischen Beurteilung ist ein Sinus ungeeignet.
    Dazu ist ein Rechtecksignal erforderlich.

    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

  • Geschmackssache ;)

    Der eine mag gerade die PI-Unreinheiten und dem anderen gehen sie auf den Zünder.

    Für HE ist Deine Annahme natürlich richtig.

    Edit: Mit etwas mehr Aufwand gibt es aber aus dem LTP abgewandelte Versionen, die auch sehr "sauber" arbeiten. Google mal im HE-Bereich.

    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!