Das Lineal - Schaltungserklärung

  • Hallo,

    In der AC-Betrachtung werden (ideale) Spannungsquellen kurzgeschlossen, was zum Beispiel für einen 9 V Effekt bedeutet, daß die +9V und GND alle zusammenfallen.

    Kondensatoren werden - wenn im betrachteten Frequenzbereich relevant - ebenfalls kurzgeschlossen

    Stromquellen (kommt bei Effekten nicht oft vor) werden "offen" gesehen.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo mal wieder...

    Mein gott, selbst beim zweiten Versuch gescheitert, den Ersatzwiderstand auszudrücken :-[
    Die Ersatzschaltung sieht interessant aus und macht für mich jedenfalls verständlich, warum die Parallelschaltungen so aussehen, wie ihr es beschreibt.

    Also haben sich
    U[R4]+U[be]=U[R2]
    und
    U[R5]+U[cb]=U[R3]
    geklärt.

    Grundstzlich kenne ich die Kirchhoff'schen Gesetze, allerdings bleibt mir ihre Anwendung hier ein Rätsel, wobei die man mit Hilfe der Maschenregel vllt. auf
    R[be] und R[ce] kommen könnte.

    Was ist denn mit dem Poti, bildet das eine Parallelschaltung mit R[ce] und R4 oder ist das Unfug ???

    Das mit der AC-Betrachtung, überfordert mich gerade, mit walter11s Plänen komme ich auch nicht wirklich klar und auch diese Links hatte ich schon vorher mehrfach gelesen, trotzdem danke -.-
    Im Moment macht sich bei mir Frust breit.

    Ich hoffe, im Folgenden habe ich die Parallelschaltungen richtig erkannt.
    R4 sorgt bei mir immer mehr für Verwirrung, weil auf einer Seite steht, er diene nur zur Stromgegenkopplung und auf der anderen, dass R5/R4 Die Spannung im Arbeitskreis festlegen, ihm also doch noch eine Funktion zukommen würde. In diesem Fall würden R5, R[ce] und R4 einen belasteten Spannungsteiler bilden. Belastet wegen dem Poti.
    Was trifft nun zu?

    Bild 1-3: Parallelschaltungen, die ich erkannt haben will.
    Bild 4: Ersatzschaltplan für Transistor
    Bild 5: Spannungsteiler ( und gesamter Arbeitsstromkreis? )

    LG Pete

  • Also die Bilder stimmen so, bei der Parallelschaltung mit dem Poti darfst du den C nicht außer Acht lassen.

    Poti+C2 ist parallel zu CE und R4.

    mfg

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Ui, dann hab ichs ja einigermaßen verstanden.
    Nachfolgend habe ich nochmal Arbeitskreis, Steuerstromkreis+Led und den Gesamtplan konstruiert. Die DC-Buchse habe ich weggelassen, da ich kein passendes Schaltsymbol gefunden hab :p
    Damit kann ich ja alle Gleichspannungsanteile des Effekts ausrechnen.
    An klangfärbenden Bauelementen, sind also nur die beiden Hochpässe vorhanden, oder wirken sich auch andere Elemente auf den Klang aus?
    (jetzt mal clippen durch den falschen Arbeitspunkt ausgeschlossen)

    Nachfolgende Schalpläne sind:
    1. Steuerkreis + LED
    2. Arbeitskreis
    3. Gesamtplan

    Beim lesen der Pläne ist wichtig:
    Überall wo keine Punkte an Leitungskreuzungen sind, ist keine Verbindung zwischen den Leitungen!

    An dieser Stelle nochmal vielen, vielen Dank für eure tolle Unterstützung und die Geduld.
    Jetzt kann ich das Teil beruhigt zusammenbauen und habe einen Überblick was ich da tue.
    Wahrscheinlich seid ihr mich aber trotzdem noch nicht ganz los, denn das nächste Bauprojekt kommt bestimmt ;D

    LG Pete

  • Zitat von Black Drag0n;256118


    An klangfärbenden Bauelementen, sind also nur die beiden Hochpässe vorhanden, oder wirken sich auch andere Elemente auf den Klang aus?
    (jetzt mal clippen durch den falschen Arbeitspunkt ausgeschlossen)

    Widerstände sind frequenzunabhängig und färben daher nicht, also färben wirklich nur die Hochpässe.

    mfg

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Hallo nochmal,
    hauptsächlich habe ich das Lineal ja als Einstieg gebaut, weil es einfach war.
    Jetzt finde ich hier aber sehr viele Hinweise darauf, dass es mit meiner Gitarre zerren wird (ESP LTD AX400 mit EMG 81). Auch wenns nur als Übung gedacht war, wärs ja schön, wenn ichs benutzen könnte.
    Da es mir zu umständlich ist (ja ich weiß, ihr könnt das alle :rolleyes:), während dem Spielen am Volume rumzudrehen, würde ich gerne die am Transistor anliegende Spannung mithilfe von einem Vorwiderstand in dem Lineal runterregeln.
    Hier wollte ich einen Trimmpoti (quasi als Gainregler) verwenden.
    Nun habe ich aber bei einem anderen Thread gelesen, dass mir das Höhen klauen würde, bei normalen PUs, was ich nicht verstehe. Das ist doch auch nur ein regelbarer Widerstand, und die sind wie oben geschrieben, frequenzunabhängig -.-'
    Weiterhin habe ich gelesen, dass es bei einem niederohmigen (?) Signal nicht der Fall sei. Das habe ich nun auch nicht ganz verstanden, werde auch nochmal nachforschen was nun ein niederohmiges Signal ist. :confused:

    Aus meinen EMGs sollte aber soweit ich das weiß ein niederohmiges Signal kommen ( da das Signal ja schon mal aktiv Verstärkt wurde ).
    Das heißt doch dann, dass ich nur dieses Trimmpoti bräuchte?
    Da aber vllt. auch mal passive Gitarren darüber laufen sollen, sollte dieses Problem trotzdem gelöst werden.
    Auch hier gab es schon einen Lösungsansatz (siehe Schaltplan).
    Das müsste doch dann ein Hochpass sein, auch wenn ich ihn gerade nicht erkenne -.-'

    Mal wieder vielen Dank an alle, die sich die Mühe machen

    LG Pete

  • Der Widerstand selbst ist in der Tat frequenzunabhängig, bildet aber im Zusammenspiel mit der Tonabnehmerspule einen Filter. Bei Filtern ist der Widerstandswert nicht bedeutungslos, deshalb die Tonänderung.

    Miss mal die Tonabnehmer mit nem Ohmmeter durch: Normale haben einen hochohmigen Widerstand (mehrere kOhm), EMG liegen weit darunter.

    Mit einer aktiven Schaltung oder einem Impedanzwandler hätte das Poti auch keinen Einfluss mehr auf den Klang... Von Helmut Lemme gibt's iwo gute Erklärungen dafür.

    Der Hochpass: Hier liegt der Kondensator parallel zu den Teilwiderständen des Potis.
    Dieser parallele Weg mit dem Kondensator ist für hohe Frequenzen leichter zu bewältigen, daher bleiben die Höhen erhalten.

    So wie ich das jetzt sehe, ist der Kondensatorweg hier falsch herum platziert. Er soll ja den Höhenverlust kompensieren und nicht verstärken. Der Knotenpunkt bei A (vorm Poti) müsste erst nach E sein.

    ...gelöscht...

    Den Kondensatorweg (das Wort gibt's eig. gar nicht wirklich) könntest du auch schaltbar machen, da du ihn bei den EMGs gar nicht brauchst.

    Falls noch Fragen bestehen, bitte einfach sagen;

    mfg Wolfgang

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Jetzt verstehe ich auch wie das mit dem Hochpass funktioniert; so wie ich es gezeichnet hab, machts ja keinen Sinn.
    Ich denke ich habe es jetzt soweit gelöst. (siehe Plan)

    Was ich mich jetzt frage, ist:
    Wirkt der Hochpass auch bei meinen EMGs?
    Ich meine, wäre es dann nicht ein Treblebooster, wenn mir der Poti keine Höhen klaut, ich durch den Hochpass aber die Höhen trotzdem Verstärke?
    Oder wirkt der Hochpass bei niederohmigem Signal genausowenig, wie der Tiefpass aus Spule und Poti? (ist doch ein Tiefpass?)
    Weil wenn er wirken würde (der Hochpass), dann müsste ich ihn ja sogar weglassen, wenn ich die EMGs benutze. Wenn ich dann allerdings eine passive Klampfe dranhänge, brauch ich die Gainregelung nichtmehr so extrem, da mein Signal dann ja schon recht schwach ist. Wenn ich also ein Trimmpoti benutze, muss ich ja vor jedem Gitarrenwechsel, das Gehäuse öffnen um die Potieinstellung an die Gitarre anzupassen und das kann ja nicht Sinn und Zweck des Ganzen sein.
    Deshalb werde ich wohl ein Drehpoti nehmen und als Gainregler einbauen, den man von außen erreicht und einen extra Switch der den Hochpass ein- bzw. ausschaltet.
    Was für einen Schalter brauche ich da? Also ich würde gerne einen Schiebeschalter benutzen, da man den nur schlecht kaputttreten (was ein wort) kann, was bei dem kleinen Gehäuse ja eine echte Gefahr wäre.
    Reicht da so 1x UM und wie baut man ihn am besten ein?
    Geht das so wie es in meinem Plan steht?

    LG Peter

  • Bis auf die Schaltung stimmt das, was du gesgt hast.

    Bei deiner Schaltung überbrückst du mit dem Schalter das Poti, daher wird es beim Betätigen unwirksam.

    Ich habe gerade bemerkt, dass ich dir vorhin mit dem Schleifer einen Blödsinn gesagt habe. Zumindest so, wie ich es beschrieben hatte funktioniert es nicht.
    Die Schaltung, wie du sie hast, dürfte eigentlich funktionieren, wenn du aber nur den Hochpass deaktivieren möchtest, darfst du Anschluss 1 des Schalters nicht mit dem Schleifer verbinden, sondern lässt ihn einfach frei. Du könntest auch einen einfachen Ein-Aus Schalter verwenden, der 1x UM ist nicht zwingend notwendig.

    mfg

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Ok ich habs gesehen... ist natürlich Blödsinn so (mist schon wieder :( )
    Also da ich keinen Schiebeschalter mit on off finde, werde ich es so machen wie unten.

    Was mir auffällt, ist, dass bei allen Effektgeräten, immer beide Seiten des Weges geschaltet werden, also Schalter vorne und hinten.
    Gibt es dafür einen Grund oder ist das so weils schöner aussieht ?
    Wenn das nämlich Rauschen, Brummen oder Sonstwas unterdrückt, müsste ich ja auch beide Teile schalten.

    Weiterhin bin ich mir bei der Dimensionierung des Potis nicht mehr sicher.
    In dem anderen Thread wurden 100k empfohlen, im Volume Switch Bausatz ist es allerdings ein 500k Poti. Die Frage ist jetzt halt, ob, wenn ich einen 100k Poti benutze, nicht der Hochpass weniger effektiv wird, da ja nun mehr Strom an diesem vorbei fließen kann, im Vergleich zum 500k Poti.

    Hab jetzt auch gemerkt, dass ich
    1. keine Ahnung hab womit ich ein Loch ins Gehäuse bringe ;D (Standbohrmaschiene ??? )
    und
    2. das Ganze, mit einem zusätzlichen Regler, eng werden könnte...

    Vllt. sollte ich einen Trimmpoti benutzen und ihn so anbringen, dass man ihn von außen erreicht, das müsste ja möglich sein. Sowas könnte man dann ja an die Seite machen oder so -.-'

    Gut, soviel erstmal dazu...
    Danke Wolfgang für deine Unterstützung.

    LG Pete

  • 1) Ja, so würde es funktionieren.

    2) Sonst hängt die Schaltung im Bypass am Signalkabel und "frisst" etwas Sound. Beim gelobten True Bypass werden deshalb beide Seiten mit einem Umschalter geswitcht.

    3) Das kann man in verschieden Programmen simulieren. (Multisim,..). Speziell für Tonregelung gibts ein sehr gutes Tool von Duncan. http://www.duncanamps.com/tsc/

    4) Ich verwende meistens eine Standbohrmaschine. Für kleinere Löcher tut's meistens aber auch die Handbohrmaschine. Die Aufteilung ist dein Ding.

    5) Trimmpoti würde ich auch eher an der Seite platzieren. Ich es innen so verbauen, dass es von außen durch ein Loch mit Schraubendreher verstellt werden kann.

    6) Gerne doch.

    mfg

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Hi,
    also den TSC kannte ich schon und habe ihn auch.
    Ist wirklich praktisch zum rumprobieren, da ich hier mit rechnen glaub ich weniger weit komme.
    Aber eigene Pläne kann man dem Ding nicht zum Fraß vorwerfen, oder doch?
    Wenn ja wäre das natürlich sehr geil, aber so weiß ich nicht wie ich das mit den vorhandenen Klangstellnetzen simulieren soll.

    Für die Löcher muss dann wohl erstmal die Handbohrmaschine herhalten.

    Das mit dem Trimmpoti hatte ich genau so vor :)

    Edit: einen 1,2nF C finde ich nirgends geht auch 1,5?
    LG Pete

  • Zitat von Black Drag0n;256605

    Hi,
    also den TSC kannte ich schon und habe ihn auch.
    Ist wirklich praktisch zum rumprobieren, da ich hier mit rechnen glaub ich weniger weit komme.
    Aber eigene Pläne kann man dem Ding nicht zum Fraß vorwerfen, oder doch?
    Wenn ja wäre das natürlich sehr geil, aber so weiß ich nicht wie ich das mit den vorhandenen Klangstellnetzen simulieren soll.

    Für die Löcher muss dann wohl erstmal die Handbohrmaschine herhalten.

    Das mit dem Trimmpoti hatte ich genau so vor :)

    Edit: einen 1,2nF C finde ich nirgends geht auch 1,5?
    LG Pete

    Hmm, im TSC lässt sich wirklich nichts passendes finden. Am ehesten funktioniert noch das Treblepoti von "Bench" ähnlich. zwischen 100k und 500k habe ich da aber keinen großen Unterschied bemerkt, der Regelweg ist aber jeweils mit log am besten.

    Sonst funktionierts auch mit WSpice bzw. PSpice, jedoch umständlicher (Frequenzen manuell eingeben). Das Auswerten funktioniert auch nicht so einfach, wie beim TSC.

    Den 1,5nF kannst du ohne weiteres nehmen.

    mfg

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Gut morgen werde ich die restlichen Teile kaufen und im Laufe der Woche bei nem Freund zusammenbauen, da ich leider noch gar kein Werkzeug habe -.-'
    Ob ich jetzt einen 1000pF oder einen 1500 pF C benutze, muss ich noch entscheiden, da 1200er bei dem Shop leider nicht erhältlich sind.
    Wenn sich dann nicht rausstellt, dass ich total zu doof zum Löten bin, werde ich mir eigenes Werkzeug anschaffen, für die folgenden Projekte.

    Natürlich werde ich auch berichten wie der Bau verlaufen ist und wie es sich klanglich macht.

    Was sind diese Spice Programme? Die hören sich interessant an, werde nach dem Film auch selbst nochmal schaun... aber jetzt is grad Werbung ;D

    LG Pete

  • Hi
    Also was lange währt wird endlich gut, oder so.
    Das Teil ist fertig, Bilder folgen.
    Es lief auf Anhieb *freu* , naja nicht ganz, hatte vergessen das Trimmpoti für Volume aufzudrehen und hab mich dann gewundert warum nix kommt ;D
    Habs zum Glück bemerkt bevor ich das Teil wieder auseinander genommen hab.
    Ergebnis von einem zaghaften, leisen Anspielen heute:
    Zerrt auch mit Emgs nicht, wenn as Volume richtig eingestellt ist und boostet schon ganz ordentlich.
    Habe auch schon eine nichtaktive Gitarre drangehabt, aber hier ist beim Umschalten zwischen Hochpass und ohne, kein Soundunterschied zu hören -.-'
    Vllt. doch ein Fehler vom Prinzip? Oder doch was falsch gelötet... mal sehen
    Und ich werde nie wieder blaue Leds verbauen :eek: die blenden total :p
    Trotzdem bin ich jetzt sehr glücklich, das es fast alles macht, was ich möchte und ich es innerhalb eines Abends, mit nur einer kleinen Verbrennung geschafft hab ;D
    Nächstes Projekt steht auch schon fest, dann endlich was mit Röhren^^

    LG Pete

  • Die Unterschiede sind auch nur marginal. (Ähnlich wie bei dem TS-808/ TS-9 Mod.)

    Wird schon passen
    mfg

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

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