Das Lineal - Schaltungserklärung

  • Hi
    Dies ist mein erster Post in diesem Forum und ich hoffe mich nicht gleich unbeliebt zu machen -.-'
    Seit kurzem habe ich mein Interesse für die Elektronik, die hinter meiner Musik steht, entdeckt, leider habe ich davon nur wenig Ahnung. Meine einzigen Grundlagen verdanke ich dem Physik Lk, der nun auch schon etwas zurückliegt.
    In den letzten Tagen habe ich viel im Internet gesucht, um einen Einstieg zu finden und habe auch einiges zu einzelnen Bauelementen gefunden.
    Hier bin ich dann, da ich auch praktisch einsteigen wollte, auf das Lineal gestoßen und habe es gleich mal bestellt, da es ja hier als Anfängerwerk oft empfohlen wird.
    Das Zusammenbauen, wird nicht so das Problem werden, denke ich, da ich hier auch Bekannte habe die mir helfen können.
    Leider konnte mir keiner wirklich erklären wie die Schaltung zustande kommt und welches Bauteil nun welche Aufgabe erfüllt.
    Da ich aber daran interessiert bin zu verstehen was ich da tue, habe ich nach einer Erklärung gesucht, habe aber leider nichts dergleichen gefunden.
    Also habe ich versucht mir das alles durch Lesen über einzelne Bauelemente usw. zu erklären; ein paar Sachen habe ich damit auch herausgefunden, aber dem großen Ganzen bin ich immer noch sehr fern.
    Im Folgenden werde ich mal darlegen, was ich durch meine Nachforschungen glaube verstanden zu haben (wenn da was falsch ist, bitte ich um Verbesserung :confused: ) :

    R3 und R2 bestimmen den Arbeitspunkt des Transistors
    R6 ist der nötige Vorwiderstand vor der LED
    Switch ist klar
    Untere Leitung ist der Bypass
    Batterie auch klar

    (ich beziehe mich auf den Schalplan in der Anleitung vom Lineal)

    Wenn keine vollständige Erklärung zum Lineal existiert, hätten folgende Fragen für mich priorität:

    Wofür brauche ich die Kondensatoren (konnte nur rausfinden, dass es Koppelkondensatoren sind, was mir nicht wirklich hilft)?

    was bewirken R5 und R4 ?

    Was ist die Zacke nach unten, oben links im Schaltplan ?

    Warum ist das Poti am Ende? Ich dachte, die Verstärkung von Transistoren
    wird über die regulierung des Basisstromes geregelt ???

    Na gut das sollte erstmal reichen.
    wie ihr seht, habe ich echt keinen plan und mit der Sufu leider nichts brauchbares gefunden, falls doch vorhanden, bitte ich um entschuldigung.
    Wäre nett wenn jemand mit Ahnung mich mal aufklären könnte, da mein Ziel ist Schaltungen wie diese, sowie komplexere Sachen irgendwann mal selbst entwerfen zu können.

    Vielen dank für eure Mühe

    LG Pete

  • Deine Vermutungen sind, so wie ich das sehe alle richtig.
    Das Poti am Ende verringert beim Zudrehen die Signallautstärke des Endsignals. Weil es am Ende ist, regelt es nicht das Zerrverhalten eines Effektes (wenn man es zunächst von der Übersteurung der Vorstufe des Gitarrenverstärkers absieht). Dies wir erst bei Effekten mit meheren Transistorverstärkungsstufen (Ich hoffe, das kann man so nennen), also Fuzz oder bei verschiedenen Verzerrern wirklich wichtig. Hier ist ein "Lautstärkepoti" vorne im Schaltkreis und eines ganz zum Schluss. Das vordere bringt voll aufgedreht ein zu starkes Signal für die nächste Stufe, deshalb verzerrt diese. Das Poti am Ende regelt "nur" die Lautstärke.

    Obwohl das "nur" in diesem Fall nicht ganz richtig ist. Es bildet mit dem C2 auch einen Hochpass-Filter, dadurch ändert sich auch die Klangfarbe beim zudrehen etwas. Auch der C1 bildet mit dem R2 so einen Filter. Die Kondensatoren sind aber in erster Linie dazu da, einen möglichen Gleichstromanteil vom Signal zu filern. (Kondensatoren verhalten sich für Wechselstrom wie frequenzabhängige Widerstände, für Gleichstrom sind sie sperrend -> laden sich bei Gleichstrom auf)

    R1 ist ein Pulldown-Widerstand, er verhindert das knacksen beim Umschalten, welches durch die kapazitiven Elemente (Kondensatoren) verursacht wird.

    R5 ist der Kollektorwiderstand. Er regelt meines Erachtens nach den Ausgangspegel, bin mir aber nicht sicher.

    R4 ist der Emitterwiderstand, er ist zur Stabilisierung des Arbeitspunktes (Würde sich bei der Erwärmung des Transistors ändern) mittels Stromgegenkopplung zuständig.

    Ich hoffe, diese Erklärungen werden dir helfen.
    Ich kann dir leider nicht versichern, dass ich alles so stimmt, wie ich es beschrieben habe, deshalb bitte ich auch andere Teilnehmer hier, meinen Beitrag durchzulesen und mich zu korrigieren, wo es nötig ist.

    mfg Wolfgang

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Alles klar, danke... darauf hätte ich eigentlich auch selbst stoßen können, als ich nach Transistoren gesucht hab, bin ich aber nicht :p
    Des Weiteren werde ich mal schauen wie ein Hochpass-Filter funktioniert.
    Ich hoffe die meisten Fragen werden sich nach der Wikilektüre erübrigen, trotzdem habe ich nochmal eine Frage zu den Schaltzeichen der Inputbuchse.
    Das unten links, ist ja scheinbar eine Stereo-Klinkenbuchse.Der Output rechts ist mono.
    Aber was ist das Ding da oben links? Eine dritte Buchse? Kann ja nich sein.

    Die Kondensatoren sind dann also nur dazu da, das Grundrauschen zu unterdrücken, das durch evtl. anliegenden Gleichstrom entsteht?
    Also bei c1 wäre das klar, c2 ist dann noch nötig, da er in einem anderen Stromkreis arbeitet?

    Wenn R5 den Ausgangspegel steuert, muss er ja parallel mit dem Poti geschaltet sein, da dann durch den veränderlichen Widerstand des Potis die Stromstärke I beeinflusst werden kann. Ist das so richtig, ich kann die Parallelschaltung nämlich leider nicht erkennen, aber vllt. hilft hier Wiki.

    Werde mich nach der Lektüre wieder melden und hoffe, dass sich bis dahin einiges geklärt hat.

    Danke für eure Hilfe

    LG Pete

  • Zitat

    Aber was ist das Ding da oben links? Eine dritte Buchse? Kann ja nich sein.

    Buchse für externes Netzteil:rolleyes:

    http://www.musikding.de/product_info.p…m-isoliert.html


    Zitat

    Die Kondensatoren sind dann also nur dazu da, das Grundrauschen zu unterdrücken, das durch evtl. anliegenden Gleichstrom entsteht?
    Also bei c1 wäre das klar, c2 ist dann noch nötig, da er in einem anderen Stromkreis arbeitet?

    ne,ne,neeee.

    Audiosignale sind erstmal per se reine Wechselstromsignale. Manchmal arbeitet die vorhergehende Stufe jedoch nicht ganz sauber und es kommt doch ein überlagertes Wechselstrom-Gleichstrom Signal an. Den Gleichanteil macht man dann mit dem Eingangskondensator weg, so dass ein reines Wechselstromsignal in die Schaltung rein geht (das macht C1). Macht man das nicht, hat man Probleme bei der Arbeitspunkt-Einstellung des Transistors.
    Da wir keine Bipolare Spannungsversorgung symmetrisch um 0 haben, können wir den Arbeitspunkt des Transistors auch nicht auf 0V Potential einstellen, sondern stellen ihn auf so etwa knapp 1V ein (das machen R2 und R3). Am Ausgang des Transistorverstärkers haben wir auch kein Nullpunktsymmetrisches Signal. Das schwingt dann z.B. bei 4V plus und minus mit 1V. Um den Gleichanteil wegzubügeln nehmen wir C2 und hinter C2 haben wir dann wieder ein reines Wechselspannungssignal.

  • Zitat von Black Drag0n;255854


    Wenn R5 den Ausgangspegel steuert, muss er ja parallel mit dem Poti geschaltet sein, da dann durch den veränderlichen Widerstand des Potis die Stromstärke I beeinflusst werden kann. Ist das so richtig, ich kann die Parallelschaltung nämlich leider nicht erkennen, aber vllt. hilft hier Wiki.


    LG Pete

    Hmm, nicht ganz. Er setzt schon ein unabhängiges, konstantes Höchstmaß fest. Ich glaube er ist irgendwie dafür mitverantwortlich, dass der Arbeitspunkt des Transitors bei Ub/2 also ca. 4,5V liegt. Dadurch lässt sich eine sog. max. Aussteuerbarkeit realisieren. Das heist, dass der Nullpunkt des ausgehenden Signals bei ca. 4,5V, also der halben Batteriespannung liegen soll, damit beide Halbwellen ungefähr einen gleich großen Bereich zur Verfügung haben, ohne dass sie abgeschnitten (Verzerrt) werden.

    Ich vermute aber, dass irgendein Wiki das um einiges besser und genauer erklären kann.

    mfg

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Hallo mal wieder, es folgt ein Roman, also bringt Zeit mit :-\
    Erstmal Danke für die Links, diese und meine alten Schulbücher (niemals wegwerfen xD ), haben mich jetzt schon mal ein Stück weiter gebracht, aber leider auch für viel Kopfzerbrechen gesorgt.
    Eins meiner Hauptprobleme liegt darin zu erkennen, wie nun die Verstärkung geregelt wird und was alles zur Einstellung des Arbeitspunktes dient.
    Deshalb habe ich versucht, die beiden Kreise (Steuer- und Arbeitskreis) getrennt auf ein Blatt zu bekommen.
    Habe leider kein Programm mit dem ich Schaltpläne entwerfen kann, gibts sicher, aber um die Uhrzeit vertage ich die Suche. Ich bitte das zu entschuldigen. Natürlich werde ich versuchen sobald wie möglich die Pläne auch als Bild zu posten. Vorerst werde ich nur die Bauelemente auflisten, und angeben zu welchem Kreis sie meiner Meinung nach gehören. Wenn jemand auch daraus schon Fehler erkennt, bitte ich darum mich aufzuklären.

    Batterie - Beide
    R6 - Nebenfunktion
    Leuchtdiode - Nebenfunktion
    R1 - Steuerkreis ?
    C1 - Steuerkreis
    R2+R3 - Steuerkreis ?
    R4 - Arbeitskreis
    R5 - Arbeitskreis
    C2 - Arbeitskreis
    P1 - Arbeitskreis
    Switch - beide und Nebenfunktion (Bypass)
    Inputbuchse - Steuerkreis
    Output - Arbeitskreis
    DC-Buchse - Beide

    Des Weiteren habe ich die Erkenntnise gewonnen,

    - dass man die Verstärkung des kompletten Signals Class A nennt.

    - dass R2 und R3 mit dem Transistor (R[be]) einen belasteten Spannungsteiler bilden.

    - dass der, zwischen Basis und Emitter, fließende Strom I durch U und das Verhältnis R2 und R[be] festgelegt ist.
    ( wobei ich glaube, hier könnte R4 eine Rolle spielen?)

    - dass die Spannungsverstärkung durch das Verhältnis R5/R4 definiert wird

    Aus alledem habe ich versucht die Arbeitsweise zu verstehen und das ist dabei rausgekommen:


    Also R2 und R3 heben ja den Arbeitspunkt an der Basis des Transistors auf über 0 Volt an, damit das Wechselstromsignal nicht unten (im negativen Bereich) abgeschnitten wird. Bei der Festlegung is allerdings auch zu beachten, dass der Arbeitspunkt nicht zu hoch gewählt werden darf (da es sonst im positiven Bereich beschnitten wird), also in diesem Falle nicht zu nahe an den 9 Volt.
    Aus dem Transistor kommt ja ein höherer Strom raus, graphisch gesprochen wird also die Amplitude der Wechselspannung größer.

    ------ich hoffe soweit stimmt alles------------

    R4 und R5 sind ja quasi parallel zu R2 und R3 geschaltet, das Verhältnis zwischen diesen beiden definiert nun wieviel Strom maximal im Arbeitskreis zur Verfügung steht. Rechnen würde ich das so:

    R[g1] = R2+R3 = 474000 Ohm
    R[g2] = R4+R5 = 10390 Ohm

    ==> 9 Volt / 474000 Ohm = 0,019 mA
    9 Volt / 10390 Ohm = 0,87 mA fließen maximal durch den Transistor (wenn Poti auf 0)

    Hier frage ich mich ob R4 auch zu R[g1] gehört, da er ja hinter dem Emitter liegt und der Steuerstromkreis ihn also auch passiert. Da er allerdings im Vergleich zu R2 und R3 sehr gering ist, habe ich entschieden ihn zu vernachlässigen.
    Die Widerstände des Transistors, sowie die Leuchtdiode habe ich jetzt auch vernachlässigt, da diese mir nicht bekannt sind und die Leuchtdiode in diesem Zusammenhang erstmal egal ist. Ich hoffe meine Rechnung ist nachvollziehbar und macht einen Sinn, da es so spät ist bin ich mir dessen nicht sicher -.-'

    Weiter würde ich jetzt ausrechnen wollen, wieviel Strom maximal und minimal durch die Basis fließen, um dann anhand des Stromverstärkungsfaktors ( den ich zur Zeit auch nicht kenne) zu sehen, wie nah ich an die Grenzen des Arbeitsstromkreises komme.
    So wie ich das aus meiner Rechnung lese, immer vorausgesetzt sie ist richtig, dürfte der maximale Verstärkungsfaktor ca. bei 40 liegen.

    Hoffentlich kann jemand nachvollziehen was ich hier zu später Stunde fabriziert hab, wenn nicht ists auch nicht schlimm ;)

    Ach ja zum Hochpass... also das ist ja schon ne harte Nuss für mich, dabei hab ich echt nicht verstanden wies funktioniert, naja wenigstens weiß ich jetzt wie es im Schaltplan aussieht.

    Immernoch vielen Dank für eure Mühen, auch ich bemühe mich weiterhin und bitte um Geduld :-[

    LG Pete

    Danke an rrhoads33 das mit den 4,5V hast du gut erklärt. Im Wiki ist es auch nochmal mit Bildern :D

    @ walther11:
    Warum meinst du der Arbeitspunkt läge bei 1V? Für mich würden die 4,5V mehr Sinn ergeben, da hier eine maximale Aussteuerbarkeit gegeben ist (5Volt nach oben und 5 Volt nach unten).Einziger Grund wäre in meinen Augen, dann ein zu hoher Stromfluss durch den Steuerkreis, kanns aber wie oben beschrieben leider noch nicht nachrechnen.
    Das mit den Kondensatoren, meinte ich eigentlich wie du es gesagt hast, nur dachte ich, dass sich eine vorhandene Gleichspannung als Grundrauschen Manifestiert.

  • Zitat

    Warum meinst du der Arbeitspunkt läge bei 1V?

    Das bezieht sich auf den Arbeitspunkt der Basis-Spannung. Der 10:1 Spannungsteiler R2/R3 an der Stelle stellt die Basisspannung auf um die 1V ein

  • Hi,
    der R1 ist nur gegen Schaltknackser, also hat er eine Nebenfunktion.
    C1 und C2 filtern als Hauptfunktion die Gleichstromanteile von eventuellen Mischspannungen http://de.wikipedia.org/wiki/Mischspannung , denn wir wollen ja nur die Wechselspannung verstärken.

    Das mit den 4,5V gilt nur für den Arbeitskreis, also nach der Verstärkung. Auf der vorderen Seite muss der Arbeitspunkt so eingestellt sein, dass die U[be] ungefähr 0,6-0,7V bei Silizium Transistoren beträgt, da ab dieser Spannung der Halbleiter leitend wird und Strom zwischen C und E fließen kann. Dies wird mit R2 und R3 eingestellt. Die ungefähren 1V von walter11 stimmen also schon, die 4,5 kommen erst nach der Verstärkung.
    R5 ist für diese 4,5 V verantwortlich.
    R4 hat wieder eine Nebenfunktion, nämlich den Arbeitspunkt bei Erwärmung des Transistors stabil zu halten. Zu "Arbeitspunktstabilisierung" müsste man bestimmt iwo gute Erklärungen finden.
    Das Potentiometer hat auch seine eigene Funktion und ist nicht mehr für das Verhalten des Transistors verantwortlich.

    -----

    Quasi parallel... Naja;
    U[R5] und U[cb] zusammen ergeben U[R3] und
    U[R4] und U[be] zusammen ergeben U[R2]
    Deine Rechnung überdenke lieber nochmal.


    Zu den Filtern: Also es gibt Kondensatoren und Spulen, was dir hoffentlich bekannt ist. Kondensatoren haben die Eigenschaft, Wechselspannungen mit höherer Frequenz besser durchzulassen, Spulen widerum lassen solche mit niederer Frequenz besser durch.

    Ist nun ein Kondensator wie beim Lineal im Signalweg, so lässt er höhere Frequenzen besser durch, das Klangbild wird heller und höhenreicher(Hochpass). Wäre der Kondensator zwischen Signalweg und Masse geschalten, so gehen mehr Höhen über ihn verloren, der Klang wird dumpfer(Tiefpass).
    Mit den Spulen verhält es sich umgekehrt.
    Hätte man eine Spule parallel mit einem Kondensator im Signalweg, so kämen die Höhen über den Kondensator gut rüber und die Bässe über die Spule, die Mitten werden etwas dezimiert. So etwas nennt man Bandsperre.
    Hat man die selben Bauteile gegen Masse geschalten, kämen genau diese Mitten am besten durch den Filter. Dies wäre ein sog. Bandpass.

    Diese Filter treten entweder in Kombination mit einem Widerstand auf (RC bzw RL Filter) oder als Paar mit Kondi und Spule (LC) --> Bsp: Kondensator im Signalweg, gleich darauf Spule gegen Masse. So ein LC Filter hat, sofern die Werte richtig abgestimmt sind, eine höhere Flankensteilheit gegenüber Filtern mit Widerständen. Das heißt die Frequenzkurve steigt/fällt rapider.

    So, ich hoffe, das meiste wäre jetzt einmal geklärt.

    mfg Wolfgang

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Hi

    Hochpass und Tiefpass sind jetzt klar geworden, dankeschön.

    R1 ist auch geklärt (heißt Pulldown Widerstand?).

    R4 ist auch einigermaßen klar. Also bei Erwärmung des Transistors fließt mehr Strom, deshalb fällt an R4 mehr Spannung ab, was die Basisspannung senkt und somit die Verstärkung in dem selben Maße senkt, in dem sie durch die Erwärmung verstärkt wurde.

    Noch eine primitive Frage, die untere Zacke des Inputs, as macht die genau?
    Sie liegt an der Batterie und an der Gitarre aber da verließen sie mich auch schon wieder

    Das mit den Spannungen am Transistor finde ich immernoch komisch.
    Welche der beiden Spannungen nennt man denn jetzt Arbeitspunkt, die 1Volt an der Basis oder die 4,5 Volt?

    :confused:

    Wie man auf U[R5]+U[cb]=U[R3] und U[R4]+U[be]=U[R2] kommt ist mir leider schleierhaft.

    U[R5] + U[cb] + U[R4] = U[R3] + ( 1/U[R2] + 1/U[be] )

    Das wäre das, was ich jetzt so sehe.

    Auch in einem anderen Bereich macht sich bei mir gerade Verwirrung breit -.-'
    Nämlich die Frage, was will ich eigentlich verstärken?
    Es geht doch darum, die Spannungsschwankungen zu verstärken, also eine größere Amplitude zu bekommen.
    Das Grundsignal, hat also scheinbar höchstens eine Amplitude von +- 0,3 Volt (bei Arbeitspunkt 1 Volt, wäre das ja die maximale Aussteuerung).
    Der Verstärkungsfaktor des Transistors gilt aber für die Stromstärke. Nach U=RxI müsste er aber der selbe für die Spannung sein, da R ja konstant ist.
    Die 4,5 Volt im Arbeitskreis begrenzen den Verstärkungsfaktor (bzw. die maximale Verstärkerleistung), da bei einem größeren Verstärkungsfaktor als 15 der Verstärker beginnen würde zu clippen.
    War das so einigermaßen richtig erklärt?

    Gibt es einen Weg die Widerstände des Transistors rauszubekommen?
    Meine letzten Rechnungen, sind wahrscheinlich irrelevant, da die Begrenzung durch die Spannung scheinbar wesentlich früher eintritt, als die Begrenzung durch die Stromstärke.

    Irgendwie komme ich mir ziemlich dumm vor :(
    Immerhin ist das hier eine Anfängerschaltung und ich hab ernsthafte Probleme die zu verstehen, wie machen das die Anderen denn alle...
    Naja ich hoffe der Sache immerhin näher gekommen zu sein.

    Vielen Dank für eure Geduld und Hilfe

    LG Pete

  • Hey,
    U[R5]+U[cb]=U[R3]
    Zeichne dir mal in die Schaltung die Spannungspfeile ein. Dann siehst du, dass der Spannungspfeil von UR3 die gleichen Start- und Endpunkte hat wie die Spannungspfeile von UR5 und Ucb (Spannung über der Kollektor-Basis-Diode des Transistors) zusammen genommen. Das drückt diese Formel aus.

    Man kann auch sagen, dass der Widerstand R3 parallel zu der Reihenschaltung aus R5 und dem (differentiellen) Widerstand rcb der Kollektor-Basis-Diode ist.

    Analog ist das für die zweite Formel:
    U[R4]+U[be]=U[R2]

    Wie du auf deine Formel kommst, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Passt auch von den Einheiten nicht, links steht Volt, rechts steht (Volt + 1/Volt) ;).
    U[R5] + U[cb] + U[R4] = U[R3] + ( 1/U[R2] + 1/U[be] )

    Gruß
    Moritz

    EDIT: Dass du die Schaltung nicht auf Anhieb verstehst, macht doch gar nichts. Viele Leute, die die Bausätze zusammen bauen, werden nicht einen einzigen Gedanken für die Funktionsweise der Schaltung verwenden. ;)

    Bachelor of Engineering

  • Inputzacke: Steckst du ein Monokabel ein, wird diese Zacke mit dem Ring verbunden -> Der Minuspol wird mit der Schaltungsmasse verbunden -> Stromkreis geschlossen.

    Der Arbeitspunkt sind eig. die 4,5 V am Ausgang, aber meiner Ansicht nach kann man die 1V mit keinem anderen Wort richtig gut beschreiben, es ist ja in gewisser Hinsicht auch ein bestimmter "Arbeitspunkt"...

    U[be] und U[R4] liegen zusammen parallel zu U[R2]. Betrachte es von der Basis zu Masse. Das selbe gilt für das andere Beispiel, nur eben mit den Punkten Basis und Versorgungsspannung.

    Die Widerstände des Transistors? Der Übergang von C zu E verändert sich durch die angelegte Basis-Emitterspannung. Da gibt es keinen konstanten Widerstand {, da dieser vom jeweiligen Strom und der Spannung abhängt. -> Ohm'sches Gesetz}. Dafür gibt es Kennlinienfelder.

    mfg

    Edit: Ahh, da war schon der Moritz schneller.

    Edit #2: Der Satz in geschwungenen Klammern wurde von mir aufgrund eines Hinweises von Moritz korrigiert.

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Ok also was ich da an Formel zusammengebaut hab, weiß ich auch nicht. Das mit den einheiten ist schon peinlich -.-
    Auch wenns falsch bleiben wird, möchte ich meinen Gedanken nochmal darlegen. Die Pläne sind mit eagle light gemacht und ich hoffe, ihr könnt sie lesen.
    Plan 1 ist der Schaltungsteil, der mir wie eine Parallelschaltung erscheint, plan 2 und 3 zeigen die beiden parallelen wege. Die Leuchtdiode wäre der dritte Weg, sie lasse ich aber der einfachheit wegen weg.

    Daraus entsteht für mich folgende Formel:

    U[1/R2+1/r[(be)] <== soll den ersatzwiderstand für die parallelschaltung von R2 und R[be] sein, wobei ich dann immernoch R4 vergessen hab.

    U[(1/(R(ce)+R4)+1/R(POT1)] <== soll analog der ersatzwiderstand für R(ce),R4 und Poti sein.

    Folglich hieße das:

    U[R3] + U[1/R2+1/R(be)+1/R4] = U[R5] + U[(1/(R(ce)+R4)+1/R(POT1)]

    So hatte ich das gestern Nacht gemeint, aber offensichtlich wars da schon ein bisschen spät :-\

    Also U[R4]+U[be]=U[R2] ist mir jetzt klar.

    U[R5]+U[cb]=U[R3] finde ich komisch. Warum der Widerstand zwischen Kollektor und Basis? Müsste hier nicht U[R(ce)] stehen?

    Leider wird meine Zeit jetzt knapp, aber ich melde mich später nochmal.

    Lg Pete

  • Du denkst da eindeutig zu komplziert.

    Die obere Hälfte des Transistors plus R5 sind parallel zu R3. Die obere Hälfte des Transistors ist NUR der Weg zwischen Kollektor und Basis. Und nur dieser Weg ist noch parallel zu R3.

    mfg Wolfgang

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

  • Der Widerstand einer Parallelschaltung von zwei Widerständen berechnet sich aber nicht simpel über 1/R1 + 1/R2. Da haste nur die Leitwerte addiert. Du musst davon nochmal den Kehrwert bilden, um wieder auf einen Widerstand zu kommen. d.h:
    R1||R2 = 1/ (1/R1 + 1/R2)
    oder einfach (R1*R2)/(R1+R2)
    (nur weil das da in deiner Benennung falsch steht)

    Vielleicht kannste dir das mit dem Transistor besser vorstellen, wenn du die Ersatzschaltung hernimmst. Das sind zwei Dioden, ich habs dir mal gezeichnet.
    Über D1 fällt Ucb ab, über D2 fällt Ube ab.

  • Hallo,

    walter11 leitet ja schon in die richtige Richtung, dennoch mein Tübchen Senf:

    Um aktive Schaltungen - also auch so was hier - zu verstehen, sollte man aufhören, wie bei passiven Netzwerken (also nur R, L und C drin) alles parallelzuschalten, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.

    Stattdessen ist ein Denken in Maschen (Stromkreisen) für Spannungen und Knoten für Ströme sinnvoll:

    Wichtigste Gesetze hierzu: Läuft man in einer Masche einmal rum und sammelt dabei jede Teilspannung (über einem R z. B.) auf, also addiert sie, dann ergibt dieser Umlauf Null - vorausgesetzt man hat die Spannungspfeile alle richtigrum (Stromflußrichtung beachten) gezeichnet.

    Bei einem Knoten ist die Summe aller Ströme, die auf den Knoten zu /von ihm weg fließen gleich Null.

    Direkt mal ein Sonderbeispiel: Der Transistor (hier npn) ist ein Superknoten:

    Der Basisstrom (der, der steuert) fließt in den Transistor rein, der Kollektorstrom (der, der gesteuert wird) ebenfalls. "Unten", am Emitter fließt die Summe der beiden als Emitterstrom raus:

    Ie = Ib + Ic oder als Knotenpunktgleichung: Ie + Ib + Ic = 0.

    Wenn das nicht stimmt, ist irgendwo ein Loch im Transistorgehäuse...;D

    Weiterhin sollte man zum Verständnis von Schaltungen, die Wechselspannungen verarbeiten sich in der getrennten Betrachtung von Gleichstrom/-spannung (DC), was in der Regel nur der Arbeitspunkteinstellung dient und der Betrachtung der Wechselgrößen - i. d. R. Signalgrößen - einüben.

    So ein Basisspannungsteiler ist nun mal eine Notwendigkeit (zu der es zwar Alternativen gibt), den Arbeitspunkt einzustellen (DC-Betrachtung), auf der anderen Seite verringert er aber den ohnehin bescheidenen Eingangswiderstand der Emitterschaltung, da die beiden Widerstände parallel zu B-E-Strecke des Transistors liegen (AC-Betrachtung!).

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Ok. Die Ansicht mit den Knoten klingt logisch, obwohl sie für mich nicht unbedingt leichter erscheint.

    Im letzten Abschnitt meinst du, dass der ?R3 neben dem R2 auch noch parallel zur BE-Strecke liegt, wenn man es mit Wechselstromansicht betrachtet. Das kann ich leider nicht nachvollziehen. Könnte das nitte noch jemand näher erläutern.

    mfg Wolfgang

    Signalverfolgung - the real answer to life the universe and everything

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