Hi,
ich bin nun auch röhreninfiziert ;D
Bevor ich euch aber mit Fragen zuballere, erzähle ich mal kurz, wie ich hierherkam.
Nach 10 Jahren Abstinenz habe ich nun seit drei Monaten endlich wieder eine Stromgitarre. Zwar kam ich damals nicht über Powerchords und einfaches Gezupfe hinaus, aber nun ist der Ehrgeiz erwacht und es geht wieder los: üben, üben, üben ![]()
Die Reise soll Richtung Jazz gehen (Be-/Hardbob und so'n altes Zeug).
Nun fehlte noch der richtige Verstärker. Für's üben mit dem Kopfhörer reichte mir erstmal so eine rote Niere von Line6. Leider bekomme ich damit aber keine runden Clean-Sounds hin. Vier- oder Fünftonakkorde hören sich darauf einfach rumpelig an. Und wenn ich schon einen richtigen Amp brauche, dachte ich, könnte ich den auch gleich selbst zusammenlöten. Bauanleitungen und Kits gibt's ja zur Genüge im Netz. Nachdem ich mich ein wenig in die Theorie zum Röhrenverstärker eingelesen hatte, wollte ich etwas komplizierteres als einen Champ haben.
Wobei ich zugeben muss, dass meine Elektrotechnikkenntnisse ungefähr knapp unter dem Niveau meines Schulfranzösisch liegen. Zum Baguettekaufen reicht es gerade ![]()
Aber mit Begriffen wie "Koppelkondensator", "Spannungsteiler" und Ohmsches Gesetz kann ich durchaus etwas anfangen, also sollte ein solider Bausatz kein Problem sein.
Gesagt, getan. Der A15mk2 samt 12"er steht nun nach ca. 12h Lötkolbenschwingen vor mir und braucht "nur" noch ein (Combo)-Gehäuse.
Für meine Zwecke ist er zwar ein wenig Overkill - den Zerrkanal brauche ich im Moment nicht - aber der Bastelspaß sollte eben nicht zu kurz kommen ![]()
Der Clean-Kanal produziert genau den Sound, den ich gesucht habe ;D
Der Aufbau war recht einfach.
An dieser Stelle ein großes Lob an Martin und Klaus für die prima Bauanleitung, den tollen Bausatz und die nette Kommunikation!
Beim Verlegen der Drähte muss man sich etwas in Geduld üben. Am Frontpanel geht's recht eng zu, aber wenn man's langsam angeht, sieht der Amp hinterher sehr sauber aus. Zusätzlich zur Fußschalteroption habe ich noch einen Triode/Pentode-Switch eingebaut und die Meßpunkte für die Bias-Einstellung an "Bananenbuchsen" auf die Rückseite gelegt.
Mit einem 100Ohm-Trimmer zwischen R65 (Schleifer) und R60/R61 (die beiden Enden der Widerstandsbahn) lässt sich der Heizungsbrumm komplett wegtrimmen.
Eine kleine Falle war mein billiges Messgerät: Der Bias am Gitter von V3b sollte laut Plan 116V betragen (zwischen R12 und R13 gemessen). Zwischen Gitter und Masse maß ich aber nur 70V. B+ war jedoch in Ordnung. Also habe ich den gesamten Aufbau Bauteil für Bauteil mit dem Plan verglichen, alle Widerstände durchgemessen und konnte den Fehler partout nicht entdecken. Alle Spannungen waren OK - bis auf den Bias von V3b. Der Amp funktionierte ja auch einwandfrei. Dann kam ich auf die Idee mal die Spannung zwischen B+ und dem Gitter zu messen. Dort lagen ebenfalls 70V an. Also habe ich alles rings um R12 und R13 abgeklemmt und nochmal gemessen: Keine Veränderung. Nach einigem Rumgerechne kam ich dann endlich darauf, dass der Innenwiderstand meines Billigmultimeters viel zu klein war, um vernünftige Ergebnisse anzuzeigen.
Aber wie gesagt: mein Französisch... und: gutes Werkzeug ist Gold wert.
So, genug gesabbelt. Fotos vom aufgebauten Chassis gibts schon zur Genüge. Aber wenn mein Combo fertig ist, werde ich den mal ablichten und hier reinstellen.
Viele Grüße
Carsten