Steg Plazierung

  • HEy leute
    Ich bau grad meine zweite Gitarre. Diesmal Western
    das einzige was mir noch schleierhaft ist ist die stegplazierung und wieso der steg bei den meisten oder eigentlich bei allen gitarren die ich gesehn hab nicht senkrecht angebracht ist sondern immer eine gewisse schräglage hat
    Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen
    danke
    jogi

  • Hi,

    Wenn der Steg schräg ist, erzielt das eine bessere Oktavreinheit. Bei den meisten E-Gitarren kann man sogar jede Saite einzeln einstellen (siehe hier). Die Schräglage ist ja im Bild auch angedeutet und ist, so wie sie bei den meisten A-Gitarren ausgeführt ist, sozusagen nur das kleinere Übel.

    Warum aber verschiedene Saiten verschiedene Längen haben müssen ist mir auch nicht ganz klar, schließlich sind die Bünde ja alle senkrecht zu ihnen. Die dicken Saiten müssen irgendeine Neigung zum höher Schwingen haben (oder die dünnen Saiten zum tiefer Schwingen). Liegt vielleicht einfach daran, dass das alles keine idealen Vorgänge sind und die Saiten eine gewisse Starrheit aufweisen. Hängt sicher auch damit zusammen, dass man die Saiten ja beim Greifen der Bünde unweigerlich dehnt und so die Tonhöhe auch beeinflusst wird, was ja irgendwo kompensiert werden muss.

    Gruß, prexis

  • Ja is soweit nachvollziehbar...aber gibts da irgendwie nen Winkel oder bestimmte abstände die so allgemein gelten oder so? Ich kanns ja nich einfach irgendwie machen.

  • Hai.
    Prexis hat das im Prinzip schon richtig beschrieben: Der Stegauflagepunkt der Saite liegt im Idealfall genau auf der Mensurlänge (= Abstand Sattel bis 12. Bund x 2). Da die Saite aber nicht in der Luft gegriffen, sondern auf das Griffbrett runtergedrückt wird, wird sie zusätzlich gespannt und verstimmt sich nach oben. Das kann man kompensieren, indem man die Stegauflage ein wenig nach hinten versetzt. Wie weit hängt davon ab:
    1. Saitendurchmesser (bei umwickelten Saiten der Saitenkern): je dicker die Saite, desto mehr wird sie durchs Niederdrücken verstimmt, desto mehr muss die Stegauflage nach hinten versetzt werden.
    2. Saitenlage: je höher die Saitenlage, desto mehr werden die Saiten durchs Niederdrücken verstimmt, desto mehr muss die Stegauflage nach hinten versetzt werden.

    Bei guten Stegeinlagen wirst Du nicht nur eine Schrägstellung feststellen, sondern auch einen "Sprung" zwischen H und G-Saite (der Kern der umwickelten G-Saite ist dünner als die H-Saite). Bei korrekt eingestellten E-Gitarren und dünnen Saitenstärken kann der "Sprung" auch zwischen G und D-Saite liegen, weil die G-Saite blank ist.


    Bei E-Gitarren lässt sich die Geschichte wunderbar mit diversen Schräubchen einstellen.
    Bei Akustiks hat man das Problem, dass man den Steg einleimen muss bevor man die Saitenlage so ganz exakt ermitteln kann. Meine Empfehlung: Schnapp Dir irgendeine Akustikgitarre, die Deinem Eigenbau ähnelt (also in jedem Fall Steelstring, keine Nylonklampfe) und messe den Steg aus.

    Stur lächeln und winken :cool:

  • Ok danke. Sowas hab ich mir auch schon gedacht aber war mir da nich so ganz sicher. Gibts sonst noch was was ich beim Steg beachten sollte?

  • Zitat von jogi;239777

    Ok danke. Sowas hab ich mir auch schon gedacht aber war mir da nich so ganz sicher. Gibts sonst noch was was ich beim Steg beachten sollte?

    Ja!

    Nur keine Hast beim Feilen des Steges, was die Höhe betrifft. Gaaaaanz laaangsam runterfeilen und immer wieder mit der richtigen Saitenspannung kontrollieren!!

    Ist zwar eine banale Antwort, aber ich hab schon 2 Sättel verhaut, weil ich zu ungeduldig gefeilt habe.

    LG
    Thomas

    Never think that an action which is ineffectual thereby becomes meaningless.

  • In der G&B 04/08 findest du dazu auch noch einen Beitrag von Frank Deimel, der die Platzierung des Stegs erklärt. Dabei geht es zwar um eine E-Gitarre, aber das Prinzip ist ja das gleiche.

    Mihi enim liber non videtur. qui non aliquando nihil agit!

  • Hüüüübsch.:)
    Ziemlich dick das gute Stück oder kommt das nur so rüber?
    Wie ist denn der Klang?

    Mfg, Murphy

    "Was tun?", sprach Zeus "Die Götter sind besoffen und der Himmel vollgekotzt..."

  • naja ist ca. 11,5 cm dick....
    vom Klang her gibts besseres aber ich find ihn in ordnung für die erste A-Gitarre
    Noch ein paar daten:
    Boden, Zargen: Morado Palisander
    Decke: Zeder
    Hals: Mahagoni
    Steg: Palisander
    Fishman Tonabnehmer (Steg + Mikro)
    Griffbrett: Pao Ferro
    Schaller Mechaniken

    und mit Schellack Lackiert

  • Servus,
    Krassomat!!! :eek: Respekt!
    Das ist deine erste Gitarre? Hast was gelernt in dem Bereich? Irgendwann möchte ich ja mal ne E-Gitarre bauen, aber vor einer A-Klampfe hab ich immer noch zuviel Respekt.
    Glückwunsch zu dem schönen Stück! Gibt es auch Bilder vom Bauen?
    mfg

    Chryz

  • ist nicht meine erste...Hab zuvor schon mal ne E-Gitarre gebaut.
    Mir ist aufgefallen das es vorteilhaft sein kann wenn man das Werkzeug das man braucht hat und Schritt für schritt vorgeht. Auch sollte man sich zuerst nen Plan machen. Das Problematischste bei mir war die Hals-Korpus verbindung. Wollte zuerst ne Schwalbenschwanzpassung machen, war aber dann doch nix und jetz ist er bloß auf der Ebenen Fläche hingeleimt. Aber es hält ;)
    Bei der Beleistung der Decke war ich mir auch nicht ganz sicher wie ich sie setzen sollte...naja es ist meine erste A.
    Trau dich, es lohnt sich und macht höllisch spaß

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