Passiver Bass höhenverlust?

  • Wieso gibt es die behauptung, dass man bei Passiven E-Bässen schnell unter Höhenverlusten leidet?
    Eine Aktive Elektronik kann doch auch nicht mehr viel mehr machen, als die Höhen anheben, wie es ein Equilizer tut.
    Der Eingangswiderstand vieler Amps liegt doch ebenfalls bei >1Mohm. Die Kabelkapazitäten müssten doch ebenfalls bei humanen Strecken kein Problem sein?

  • Der Höhenverlust kommt daher, dass jeweils für Tone- und Volumepoti ein Wiederstand von 250kOhm bis 1MOhm an die Masse geleitet wird. Dadurch wird das Signal grundsätzlich ein bisschen leiser. Da das menschliche Ohr frequenzspezifisch nicht proportional arbeitet, hat man das Gefühl, die Höhen würden viel stärker reduziert werden (ca. ums Vierfache). Da das aber noch recht große Wiederstände sind, ist der Unterschied vernächlässigbar. Du merkst es extrem, wenn du den Vol-Poti weiter zurückdrehst, dann werden nämlich immer mehr Höhen geschluckt, der Sound wird nicht nur leiser, sondern auch dumpfer. Bei aktiven Bässen ist es möglich, einen vollkommen homogenen Regelweg zu erstellen.

    Kommt nie, aber wirklich nie auf die Idee, eine ES335 komplett mit Massivleiter zu verdrahten!

  • Hallo,

    es geht auch einfacher: Mittelohmige Quellen, wie es magnetische PUs darstellen bilden mit der Kapazität des Instrumentenkabels einen Tiefpaß, dessen Grenzfrequenz - je nach Kabel - so tief lieg, daß es zu einer hörbaren Höhenabsenkung kommt.

    Für aktive PUs (= niederohmige Quellen) liegt die Grenzfrequenz so hoch, daß sie sich nicht bemerkbar macht.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Kommt halt drauf an, was Du als humane Strecke bezeichnest. Spätestens wenn Du z.B. ein ausgeschaltetes True-Bypass-Effektgerät mittels zweier 6m-Strippen zwischen Bass und Verstärker klemmst, wirst Du wissen, worum es geht.

  • wo liegt denn der Typische Ausgangswiderstand eines instrumentes so um die 2kohm?
    Fabians erklärung leuchtet mir noch mehr ein, als die der langen Kabelstrecken (ist sicher auch vom Kabel abhängig).
    Ich wollte erstmal ein setup für mich als "armen" Menschen anfangen mit einem Behringer MIC 200 und Kopfhörer bzw Anlage als noch eine Basskombo zu kaufen. Ich verspreche mir dadurch einen sehr guten Preamp zu da der Bass ein passiver ist.

  • Rechnen wir mal in Größenordnungen. Ein passiver Pickup liegt in der Größenordnung von 10kOhm. Ein normales 6m-Kabel bei rund 100pF pro Meter hat 600pF. Eins davon zum Effekt, eins zum Verstärker, macht 1200pF. In unsere schicke alte Gleichung eingesetzt 1/(2*Pi*R*C) ergibt das eine obere Grenzfrequenz von rund 13kHz. Muss noch nicht hörbar sein, kann aber. Wenn wir ein besseres Kabel mit nur ca. 80pF pro Meter haben um so besser, haben wir aber welche mit 200pF pro Meter sieht es schon ganz anders aus.

  • Also, ich persönlich nehme sowohl für Gitarren als auch für Bässe (alles rein passiv) lustige lange Spiralkabel, und bin vollkommen zufrieden und sicher nicht zu höhenarm damit. Um solche Details kannst du dir Sorgen machen, falls du zuviel Zeit und Geld hast, finde ich. Natürlich, es gibt Leute, die das Kabel als klangbildendes Element sehen, aber ich gehöre nicht dazu. Das einzige, was nerven kann, ist das Volume/Treble-Problem, aber dazu gibts mittlerweile auch gute Lösungen.

    Kommt nie, aber wirklich nie auf die Idee, eine ES335 komplett mit Massivleiter zu verdrahten!

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