Madamp A15 variabler durch Mod oder andere Röhren?

  • Vor kurzem ist ja mein A15 fertig geworden. Mit dem Sound bin ich auch recht zufrieden (muss noch die passende Box finden).
    Wünschenswert fände ich aber noch einen größeren (Gain)Unterschied zwischen + und ++

    Also, ich hatte folgende Idee:
    Der ++-Kanal ist ja "nur" eine zusätzliche Röhrenstufe, nämlich ein Triodensystem von V3 während der +Teil von V2 gebildet wird (wenn ich den Schaltplan richtig interpretiert habe). Wäre es da nicht möglich, für V2 eine Röhre mit niedriger und für V3 eine Röhre mit hoher Verstärkung einzusetzen und so die "Verstärkungsdifferenz" zu erhöhen? Oder habe ich da gerade einen Denkfehler drin?

    Alternativ könnte man sicher auch den ++Teil modden. Allerdings verstehe ich noch nicht genug von Röhrenverstärkern, um selber zu wissen, welche Bauteile ich verändern müsste. Da würde ich dann auf eure Hilfe hoffen.

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  • Hallo die_matte

    zuviel Verstärkung ist nicht unbedingt förderlich für den Sound. Schnell wirds dann zu komprimiert (Geschmackssache) und matschig. Da wäre ich also vorsichtig. Außerdem wird im ++-Mode V2b zugeschaltet. V3 ist im Kanal 2 immer in Betrieb. Weiterhin ist die ECC83 mit höherer Verstärkung als bei einer 81 oder 82 gesegnet :) Änderungen bringen Dich also nicht weiter.
    An V2b würde ich auch nicht viel ändern, sonst geht Dir schnell viel vom Charakter des ++-Modes flöten. Mache gehen mit dem Kathodenwiderstand auf 33k runter. Ich lasse es so, wie es ist.
    Ich finde den Unterschied aber auch so, wie er ist sehr deutlich. Im Vergleich zum original Recto, komprimiert der A15 aber nicht so heftig (finde ich auch besser so). Grund hierfür ist m.M.n. das Netzteil im Recto. Wenn Du das haben willst, such mal nach Peters Dual-Netzteil. ;) Aber das bringt kein Gain, nur Kompression.
    Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen

    Gruß
    Markus

    Go fast

  • Hallo slowhand,

    erstmal danke für deine Antwort, hatte gar nicht erwartet, dass noch jemand den Thread findet^^
    Darum habe ich gestern auch nach langem Zögern eine Bestellung bei Tube-Town gemacht. Dabei sind eine TT-12AX7 und eine Sovtek 12AX7 WA. Erstere hat eine Verstärkung von 110, letztere 80. Ich habe sie in erster Linie ausgesucht, weil mich interessiert hat, ob man eben jenen Unterschied hört. Mal sehen/hören...

    Tja, und du hast mir mal wieder vor Augen geführt, dass es mit meinem Schaltplan lesen noch nicht sooo weit her ist. Jetzt wo du es sagst, sehe ich auch, dass V2b zugeschaltet wird...

    Womit wir auch schon wieder bei den Fragen wären:

    1. Im Augenblick zerrt der Cleankanal bei mir ganz leicht, wenn ich mit meiner Hagström reingehe. Das Phänomen tritt auch auf, wenn ich den Humbucker splitte. Habe ich da einen Fehler in der Schaltung oder hat meine Hakke einfach zu viel Output? Und ließe sich das Zerren eventuell durch eine Röhre mit geringerer Verstärkung in V1-Position beheben?

    2. Der Kathodenwiderstand ist R26, oder? Ich bringe immer noch Kathode und Anode durcheinander. :-[

    3. Was ist der Unterschied zwischen Gain und Kompression?

    4. Gibt es allgemeine Regeln nach dem Motte "In Position Vx viel Verstärkung, bei Vy wenig Verstärkung, etc." oder gilt auch hier "erlaubt ist, was gefällt"?

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  • Hi die_matte!

    kannst ja mal über Deine Erfahrungen mit den anderen Röhrentypen berichten.

    Aber zu Deinen Fragen

    1:
    Ich glaube nicht, das die Hagström in Splitbetrieb soviel Schübe macht, dass der Cleankanal da nicht mit fertig wird. Wäre interessant zu wissen, ab welcher Gainstellung das Zerren beginnt. Sovtek WA könnte hier (Position V1) Abhilfe bringen und den Fat-Schalter deaktivieren. Oder evtl. den Kathodenwiderstand erhöhen auf 2,2k (original glaube ich 1,5k). Aber versuch erstmal die Sovtek.

    2:
    R26?? Habe den Plan grad nicht zur Hand. Bei ECC Röhren gilt Anode Pin 1 und 6, Gitter Pin 2 und 7, Kathode Pin 3 und 8. Der Kathodenwiderstand bestimmt den Arbeitspunkt (SuFu nutzen, gibt´s viele Beiträge)

    3:
    Gain steht für Verstärkung. Verstärkst Du eine sinusförmige Spannung so hoch, dass der lineare Bereich der Röhrenkennlinie verlassen wird, wird der gute, alte Sinus verbogen. Kleine Spannungen (alles mal etwas übertrieben dargestellt) werden schon bis aufs Maximum verstärkt, hohe Spannungen werden dagegen nur wenig verstärkt, weil sie ja bereits in der Nähe des Maximums liegen. Aus dem Sinus wird schon fast eine Rechteckspannung. Das Signal wird also verzerrt. Für HiFi-Freaks der blanke Horror, für uns ein Segen.
    Bei verzerrten Sounds sind also die leisesten Töne fast gleichlaut wie die lautesten Töne. Wobei wir jetzt schon bei der Kompression sind. Kompression ist eine Begrenzung der Dynamik. Dynamik ist der "Abstand" zwischen niedrigstem und höchstem Pegel eines Signals. Verzerrung und Kompression gehen in unserem Fall also einher. Man spricht auch von Röhrenkompression. Das bedeutdet aber nicht, dass bei Kompression automatisch starke Verzerrungen entstehen. Kompressoren, die man z.B. vorschalten kann, begrenzen die Dynamik, die ursprüngliche Wellenform des Signal bleibt aber ähnlich dem Original.

    4:
    Erlaubt ist was gefällt; ist ganz klar meine grundsätzliche Marschroute. Um aber zu sehen, welches Ergebnis man zu erwarten hat, sollte man doch einige Dinge beachten. Ich könnte da noch viel Schreiben, hab´aber kein Bock ;). Klasse Lektüre dazu gibts bei Tube Town.

    Falls noch Fragen sind ---> Fragen!


    Gruß
    Markus

    Go fast

  • Super, wieder was dazugelernt. Vielen Dank^^

    Ich dachte echt, die Anode einer Röhre läge auf Masse (natürlich mit entsprechendem Widerstand) aber die technische Stromrichtung ist ja genau entgegengesetzt der physikalischen Stromrichtung. Verwirrend...

    Im Augenblick kann ich nicht ausprobieren, wann der Verstärker zerrt, hab keine Box hier. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Lautstärke vor 12 Uhr war. Ich glaube also nicht, dass es Endstufenzerre war.

    Naja, ich warte jetzt erstmal auf die Lieferung von Tube-Town und dann sehen wir weiter.

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  • Wechselstrom??
    Ich dachte, an den Röhren liegt Gleichstrom an (mal abgesehen von Heizung und Gitarrensignal) oder habe ich mal wieder etwas komplett missverstanden?

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  • Mein A15 fängt mit der LP, im cleankanal auch bei Volumenpotistellung 12Uhr an zu zerren.
    Mit der Strat erst bei 01:00 Uhr.

    Gruß, Hatti

    Jeder ist etwas Besonderes! Auch DU! Lebe entsprechend; individuell!

  • Genau,
    deine Gitarre liefert eine Wechselspannung, deshalb ist es sinnvoll, die Röhre wechselstrommäßig zu betrachten, dich interessiert ja Verstärkung, Ein-/Ausgangswiderstand, Frequenzgang etc. und nicht nur DC Spannung und Strom ;)
    Schau dir mal in einem Röhrenbuch die Ersatzschaltung einer Röhre an, dann siehst du, was ich meine...
    Gruß,
    Martin

  • Werd ich machen. Schadet ja nicht, mal zu wissen, wie genau die ganze Sache funktioniert.

    So, das Paket ist heute gekommen. Bevor ich jetzt anfange, fleißig Röhren durchzutesten wollte ich fragen, was beim Wechseln zu beachten ist.
    Kann ich einfach den Verstärker abschalten, Röhren wechseln, kurz "anheizen" und wieder loslegen? Oder muss man eine bestimmte Zeit warten?

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