• Hab die g2 Regelung in meine A15 Probeweise eingebaut und hab nun ein paar Fragen: Bias Spannung war max. 11,8 mV.....das ist doch laut Anleitung (35mV) zu wenig, oder passt das in der Schaltung? Dachte eigentlich dass bei Vollanschlag des Potis keine Änderung zu sehen sein sollte (oder muss man den Bias nach dem Einbau noch nachregeln?).

    Die Regelung hat dann eigentlich gut funktioniert, nur etwas zeitverzögert...vor allem beim "Lauterdrehen"....habt Ihr ebenfalls diese Erfahrungen gemacht, oder liegt das an einem Fehler in meinem Aufbau?

    Die restlichen Spannungen haben gepasst..ich war aber trotzdem etwas unsicher und hab die Regelung wieder ausgebaut.

    Danke für Tips und Kommentare,
    fm4

  • Hallo fm4,

    die 35mV sind zu verkraften ;D

    Die Trägheit kann man verbessern, indem man den Elko verkleinert.
    Die 22µ sind, wegen "Universalität", eher für 2 x EL34 gut.
    Versuch mal 10 oder 15µ. Dann wirds besser!:D

    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

  • Hallo fm4,

    die Bias Spannung sollte sich bei voll offenem G2 Poti, also voller Leistung, wie ohne die G2-Regelung einstellen lassen.

    Die 11.8mV sind da definitiv zu wenig. Überprüf doch nochmal die Verdrahtung des Teils des Tandempotis, das in die Bias Spannungsregelung eingreift.

    Ich denke Peter hat da nur etwas zu schnell gelesen...

    Gruß Chris

  • Hallo Martin,

    gut daß Du darauf aufmerksam machst! Da hatte ich wohl was falsch verstanden. :(

    Also fm4: Im Plan steht doch ziemlich deutlich: "Bias-Einstellung erfolgt wenn G2-Regelung voll offen"
    Somit ist doch davon auszugehen, daß man nach Einbau der Regelung den Bias neu einstellen muß :) oder ??? :D

    Allerdings sind so heftige Einbrüche verdächtig.
    Kontrolliere bitte Deinen Aufbau nochmal genau.
    Ist der FET isoliert vom Chassis ?

    Auch die Überpostigs lesen :)

    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

  • Hallo Peter, Chris und MAD

    1000 Dank für die guten Tips..ich hab die g2-Regelung noch nicht fest in den A15 eingebaut (und auch jetzt wieder ausgebaut)

    @ Peter: der FET war auf für den Test-Run nur auf dem Kühlkörper, dafür aber sicher isoliert. Der einzige Unterschied zum Schaltplan war dass ich einen 51R Widerstand statt dem 50R verbaut habe (Conrad hatte den nicht)....vielleicht bin ich auch nur doof und es liegt an diesem Teil...muss mal ausbauen und nachmessen. Mir schwant da was....

    Ansonsten: ich bau die Schaltung nochmal rein (dieses mal fest mit Wärmeleitpaste und Iso-Kit) und stell den Bias ein ("Lampe-Aufgeh"....d'oh..) ;)

    Danke auch für den Tip mit der Trägheit. Werde mal kleinere Elkos ausprobieren!

    chris: die Verdrahtung habe ich nochmal geprüft, sollte i.O. sein. Ich denke es liegt entweder am obigen Widerstand oder an der nicht durchgeführten Bias Einstellung!

    Grüsse,
    fm4

  • G2-Control zerrt ...!?!

    Hallo,

    da möchte ich mich grad mal dranhängen:

    habe heute ebenfalls eine G2-Control in einen A15Mk2 eingebaut. Alles doppelt und dreifach kontrolliert, nachgemessen, durchgeklingelt, Lötstellen mit der Lupe kontrolliert ... und: funktioniert. Spannungen passen mit voll aufgeregelter G2-Control, Bias lässt sich auf 35 mV einstellen. Klang bei vollaufgerehter G2-Control subjektiv unverändert.

    Allerdings: Je weiter die G2 herunterregelt wird, desto stärker verzerrt der Amp, und zwar sehr "spitz", auch im (clean eingestellten) Clean-Channel.

    Hat das auch schon jemand anderes gehabt und weiß eine Abhilfe?

    Gibt es irgendwo eine Wertetabelle, wo man für verschiedene G2-Werte mal den Bias vergleichen kann?

    Danke für eure Rückmeldungen und Statements im Voraus,

    Wolfgang

  • Zitat von Wolfgang;234702

    Allerdings: Je weiter die G2 herunterregelt wird, desto stärker verzerrt der Amp, und zwar sehr "spitz", auch im (clean eingestellten) Clean-Channel.

    Hat das auch schon jemand anderes gehabt und weiß eine Abhilfe?

    Wolfgang

    Ich kann nur sagen, dass es bei (wohlgemerkt mit zu niedrigen Bias) genauso geklungen hat....ebenfalls mit Verzerrung im Clean Kanal.

    Ob das Dir jetzt weiterhilft wage ich zu bezweifeln ;)

    Gruss,
    fm4

  • >> Allerdings: Je weiter die G2 herunterregelt wird, desto stärker verzerrt der Amp, und zwar sehr "spitz", auch im (clean eingestellten) Clean-Channel.

    Das Verhalten habe ich bei mir auch beobachtet und es ist auch mein einziger Kritikpunkt der Schaltung.
    Gerade im Cleankanal tritt vor einer merklichen Lautstärkeminderung diese Verzerrung auf.
    Im HI Gain Kanal lässt sich der Effekt durch Zuschalten des Smooth Schalters fast vollständig unterdrücken.

    Kann sich mal jemand der sich damit auskennt (Peter :-)) darüber auslassen wesshalb die Vorspannung mit runter geregelt werden muss?

    Woher kommen die angesprochenen Verzerrungen?
    Sind das Übernahmeverzerrungen oder kommt die Endstufe mit sinkender G2-Spannung einfach schneller in die Begrenzung?

    Danke für die Aufklärung,
    Christof

  • Hallo,

    ich bin zwar nicht Peter, aber versuche dennoch es zu erklären.

    Wird die Ug2 zu klein greift das Schirmgitter nichtmehr durch und die Röhre sperrt. Das Gitter ist dann so negativ, dass die kleinen Elektronenkollegen nichtmehr dadurch wollen, weil die Anziehung durch das Schirmgitter zu gering wird. Deshalb muss bei kleinerer Ug2 auch die Ug abnehmen, d.h. positiver werden.

    Im übrigen wird ja durch die g2-Regelung die Leistung gesenkt, da bleibt nicht aus, dass auch der Headroom des Amp sinkt.
    Grundsätzlich ist im A15 der Cleankanal eh ein recht heißer Kolleger, da reicht die Steuerspannung dann schnell aus um die kleingerergelte 6V6 zu überfahren.

    Grüße,
    Swen

    Crank it!

  • Hallo Alle,

    Grundgedanke für eine G2-Steuerung war eigentlich, bei nachbarschafts- und familienfreundlicher Lautstärke mit voller Endstufenzerre spielen zu können. :D
    Clean war da nicht auf dem Zettel! :(
    Die G2-Regelung funzt natürlich nicht wie ein Volume-Poti!!!
    Da wird ja recht hart in die Funktionsweise der Röhre eingegriffen und deren Kennlinie verlagert.
    Da die Kennlinie verlagert wird, muß man da natürlich auch mit dem Arbeitspunkt hinterher. :) Deshalb die Nachführung der Biasspannung.
    Bei Autobias (Kathodenbias) besorgt das der Kathodenwiderstand fast selbstständig. Eine wirklich korrekte Nachführung des Arbeitspunktes ist aber mit so einfachen Mitteln nicht möglich.
    Mit zunehmender Absenkung der G2-Spannung wird die Endstufe natürlich auch schneller in die Begrenzung getrieben.
    Man muß also auch den Master gleichsam zurückregeln. Der Master ist eigentlich ein zweiter Gain-Regler.
    Nur im gefühlvollen Wechselspiel zwischen G2-Control und Master wird man "seine" Einstellung finden.
    Wer leise clean spielen will soll ne Transe nehmen. Das ist mit G2-Control nicht machbar und war auch nicht angedacht. ;D;D;D

    Hoffe das war informativ und aufklärend :rolleyes:

    Euer "Dr.Sommer" ;D mit

    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

  • Keine Chance mit modifizierter Bias-Absenkung?

    Danke, Peter,

    ja das war aufklärend ...

    Also du meinst nicht, das man z.B. mit einer modivizierten Bias-Miitführung eine deutliche Erweiterung des "sauberen" Spielraums der Leistungsregelung erzielen kann? Z. B. nicht so schnell bzw. nicht soweit runtergehen mit dem Bias? (Wenn ich da grad was Dummes vorgeschlagen habe: Sorry, bin noch nicht so tief in der Rührentechnik drin, lerne aber gerne dazu.)

    Da ich den ganzen Amp auch leise mit möglichst authentischem Sound und Dynamik-Verhalten fahren will, muss ich mir dann etwas anderes überlegen. Plan B ist im Kopf. Werde beizeiten berichten.

    Liebe Grüße,

    Wolfgang

  • Hallo,

    Zitat

    Da ich den ganzen Amp auch leise mit möglichst authentischem Sound und Dynamik-Verhalten fahren will...

    Anm.: Unterstreichungen von mir hinzugefügt

    das halte ich für einen Widerspruch in sich: Unsere logarithmische Ohrempfindlichkeit und der durch die g2-Regelung stark eingegrenzte Aussteuerungsbereich ("Hättruhm") machen da einen Strich durch die Rechnung.
    Bei gedrosselter Leistung funktioniert es nur umgekehrt: Durch die Kompression des (immer noch cleanen) Signals erhält man einen subjektiv größeren Lautheitseindruck bei niedrigeren Pegeln, das ist aber das Gegenteil von authentischem Dynamikverhalten...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Kein Widerspruch in sich.

    Hallo Bernd,

    Den Widerspruch in sich sehe ich nicht.

    Die gleiche Varianz des Saitenanschlags (von zart leicht bis richtig fest) sollte bei reduzierter Verstärkerleistung idealerweise gehörrichtig auf ein niedriger angesiedelteres Lautstärken-Spektrum abgebildetet werden. Laut ist dann nicht mehr so laut wie bei einem ungedrosselten Amp, und Leises sollte so lange proportional leiser ausgegeben und empfunden werden, bis die Hörschwelle erreicht ist bzw. das Signal von Umgebungsgeräuschen maskiert wird. Solange sich der Faktor nicht ändert, um den ein leiser Anschlag leiser ausgegeben wird als ein lauter Anschlag, sollte sich auch das Spielgefühl nicht ändern und auch das Dynamikempfinden nicht.

    Was zu kompensieren ist, ist "lediglich" die Wirkung der Fletcher-Munson-Kurve, also der vergleichsweise geringere Lautstärkeeindruck/Sensitivität für Höhen und Bässen bei niedrigen Schallpegeln (Stichwort Loudness-Schaltungen).

    Und warum sollte sich der Kompressionsfaktor ändern, wenn die Verstärkerleistung reduziert, die Anschlagsstärke aber beibehalten wird? Höchstens aufgrund der veränderten Röhrenkennlinie (bzw. des genutzten Ausschnittes daraus). Das hat dann aber etwas mit der praktischen Umsetzung einer Leistungsregelung zu tun und ist kein Widerspruch der Forderung in sich.


    Natürlich sind, wie Rockopa sagt, von der G2-Control-for-all keine Wunder zu erwarten, aber ich denke nicht, dass eine klang- und dynamikneutrale Leistungsregelung ein Widerspruch in sich ist. Wenn mich jemand vom Gegenteil überzeugt, spare ich mir vielleicht einen Haufen Arbeit ;)


    Auf deine Antwort wartet gespannt ...

    Wolfgang

  • Hallo,

    die Fletcher-Munson-Kurve ist hier das falsche Stichwort zumal sie seit 2003 durch die ISO 226 (Equal-Loudness Level Contours) ersetzt wurde. Hier geht es nicht um die frequenzabängige Lautheitswahrnehmung von Schallereignissen sondern um die nichtlineare Lautheit (sone) vs. Lautstärke (phon).

    Da es hier sowohl um ein psychoakustisches Problem (Lautheit) als auch ein technisches (Verzerrung durch Aussteuerungsbegrenzung beim Erniedrigen der Betriebsspannung) handelt, ist für mich eine Abhandlung aufwendiger als für dich eine relativ einfache experimentelle Überprüfung. Und letztlich ist es doch wichtig, ob dir der Amp in "Kastrationsstellung" noch gefällt. ;D

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

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