Wie kann ich den Strom für Röhren berechnen??

  • Hallo :)

    Ich hab mal wieder eine nervige frage und zwar wie kann ich den Strom berechnen die einen Röhre im Betrieb benötigt??
    Z.B. ECC83 Doppeltriode 1 Watt (jede) bei 350V welchen Trafo benötigt man? wie kann ich das errechnen? Formel bitte :)

    Liebe Grüße Thomas

  • Hallo,

    das ist so ähnlich als wollte man den Spritverbrauchs eines Porsches bei 220 km/h in der Innenstadt berechnen...;D

    Daß du zwei Spannungen brauchst (Heizung und Anode) ist dir klar?

    Daß dir eine ECC83 bei 350 V Anodenspannung hops geht (lt. Datenblat max. 300 V) ist dir auch klar...

    1 W ist die max. Anodenverlustleistung - aber keinesfalls irgendeine entnehmbare Ausgangsleistung...

    Der Weg um so etwas zu berechnen, ist folgender:

    - Grundschaltung, Eingangssignalspannung, erforderliche Verstärkung, Lastwiderstand und Betriebsspannung festlegen/ermitteln.

    - Im Datenblatt (Ua/Ia-Kurven) Arbeitspunkt wählen (= Ruhestrom) und Arbeitsgerade mittels Lastwiderstand zeichnen

    - Daraus ergeben sich Werte für Ra, Rk, etc.

    Die Trafodaten (Anodenwicklung) ergeben sich aus

    Usec = Ubetrieb(DC!)/1,4 (bei Halbleitergleichrichtung). Zusätzlicher Spannungsabfall an Siebgliedern muß dabei berücksichtigt werden!

    Isec = Ia(DC)·1,3 (besser · 1,5)

    Mir ist klar, daß das mehr Fragen aufwirft als es beantwortet. Aber es ist nicht immer alles so leicht wie es aussieht (Kennt man vom Gitarrespielen doch auch: Wenns endlich klappt, siehts leicht aus...;D)

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Ehhe ja das mit den 300 Volt war mir auch klar aber warum läuft sone tüpische marshall zerre bei 350V? Ich hab Mesa preamps mit ECC83 bei 450 V gesehen :o ???

    Ja und das mit P=U*I war schon irgendwie komisch...

    P = 1 Watt
    U = 350V
    I = x

    d.h.
    P/U = I
    1/350V= 2,86 mA

    Dann frag ich mich wie viele Röhren man bei nem (PREAMP) Trafo mit 100mA Ausgang anschließen kann... sah mir eigentlich viel zu wenig aus...


    Ja also danke Bernd für deine große mühe die du dir wieder mal gemacht hast! aber immoment versteh ich die Noten von deinem Gitarrensolo leider nicht :> gibt es da nicht einen PI mal daumen maximal wert ?? ??? ;D den man so errechnen kann :) ?

  • Hallo,

    Pi mal Daumen wäre eine existierende (gut dokumentierte) Schaltung suchen, die das tut, was man will und aus den Angaben dort (nicht nur Bauteilwerte sondern typ. Spannungsangaben an Kathoden und Anoden) den Strom berechnen...

    Um bei der angesprochenen ECC83 zu bleiben: laut Datenblatt hat sie ein max. Ia von 8 mA (wobei die max. Anodenverlustleistung ausschlaggebend bleibt...). in den meisten Anwendungen (auch Git.-Ampvorstufen) wird sie aber mit 0,5...1,5 mA betrieben.

    Du mußt schon genauer wissen, was die betreffende Röhren leisten soll...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Hallo Thomas,

    Das Datenblatt sagt was über den Ruhestrom aus.
    Der reale Anodenstrom ist aber Aussteuerungsabhängig.
    Deshalb hängt das von vielen Faktoren ab, die wie Bernd schon treffend beim Spitzenverbrauch ;D bemerkte, nicht so einfach zu beantworten sind. Sie sind Schaltungsabhängig!

    Wenn Du bei Preamps 2mA pro System rechnest sollte das für "Pi mal Daumen" gelten.;D

    Gruß
    Peter

    Die klangliche Genialität von Röhrenamps basiert auf ihren technischen Unvollkommenheiten.

  • gut also ich werde dann die werte ändern! ich hab nämlich keine lust das mir ne Röhre hopps geht oder gar mein leben XD weil das nicht nach der zugelassenen Norm aufgebaut wurde! also hier ist der plan!

    http://www.dreamtone.org/Forum/download…?id=7&mode=view

    kann ich den ersten Widerstand nach dem Trafo (R8.) erhöhen?

    U=R*I

    d.h.

    Rv=Ur/I
    R=60V/0,008mA
    R=75kOhm

    Weil ich möchte auf der sicheren seite sein ich lass so 60-70V abfallen! 11Watt widerstand :) oder? muss ich noch was anderes an der Schaltung ändern wenn ich die Betriebsspannung änder??? Es ist mir auch klar das der Sound sich verändert...

  • oh lol... Ich werde mal nachfragen ob ich das bild andersweitig hochladen kann um es hier zu zeigen! :) also ich frag mal den admin von dem Forum ich meld mich also nacher nochma!

    Gruß Thomas

  • Jaah den will ich bauen :) also ich endscheide mich für den Ringkern trafo weil ich glaube das der kleinere print richtig warm wird 8) und ich plane irgendwann nochn bass booster dranzuhängen also ich bleibe dann bei dem Ringkern! so aber jetzt hätt ich noch eine Frage! wie muss ich die Widerstände ändern? also jetzt z.b. die beiden R8 von der Spannungsversorgung oder soll ich die einfach weg lassen? und was sollte ich noch an der Schaltung korrigieren damit ich sie bessere an die niedrigere Spannung anpassen kann?

    Liebe Bastlergrüße Thomas!

  • Hallo,

    weglassen kannst du die auf keinen Fall - dann brummts! Die bilden doch mit den 50 µ Elkos die Filter. Die kannst du auch nicht genau vorausberechnen, da der Innenwiderstand des Trafos mit eingeht. Da solltest du einfach ein paar Werte mitbestellen (1k...8k2). Du mußt da den richtigen Kompromiß zwischen Brummunterdrückung und Spannungsverlust finden... Denn bei zu wenig Spannung klingts auch nicht mehr nach Marshall.

    Wenn du die 10k läßt, würden über dem rechten (5 mA) 50 V abfallen und über dem linken (ca. 1,2 mA) würdest du nochmal 12 V verlieren...

    Ich denke, du bist an dem Punkt, wo du entweder eine erprobte Schaltung genau nachbaust, oder aber selber berechnest/ausprobierst.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • ja da hast du wieder mal recht aber... Ich würde gerne schon einen recht originalen Marshall sound bekommen aber mein Problem ist es das ich wie schon oft erwähnt mcih und mein Material nicht in Gefahr bringen möchte! So jetzt steh ich zwischen zwei Punkten entweder der Gute sound und ich muss Riskieren! oder ich schalte alles schön auf ein gutes Arbeitsklima! Da ist mir das zweite aber viel viel viel lieber...

  • Hallo,
    irgendwo scheinst du eine "Sicherheitsgrenze" (in Volt) zu haben, die ich nicht - und auch keine technische Vorschrift - nachvollziehen kann.

    Alte Aufgabe (ich weiß nicht mehr ob Physikbuch oder im Grundstudium), die nachweist, daß ein verschwitzter E-Schweißer, der sich in einem Stahltank mit dem Rücken anlehnt und mit einer Elektrodenspannung von ca. 12 Volt an der Brust berührt, "hops" geht.

    Ein Brand in meinem Labor wurde durch einen Fehler im TTL-Netzteil hervorgerufen. Spannung: 5 Volt!

    Also, bei Geräten mit Netzspannung entweder sauber "arbeiten" oder halt nur Batteriegeräte bauen...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Ja okay mag ja sein! aber im Datenblatt steht: max. 300 Volt oder? wenn du z.B. autoreifen für maximal 225 km/h hast und du dann 250 fährst brauchste die Schuld nicht an anderen zu suchen wenn dir ein Reifen platzt :eek: also... Da gute Röhren nicht grad sehr billig sind und eine Gesundheit unbezahlbar... ich möchte mich schon an die "vorschriften" halten! Okay jeder mag jetzt hier denken ich habn knall aber ich vermeide immer potentielle quellen für eine Gefahr oder passiert der Röhre was wenn die ma läppige 50 Volt mehr drauf hat?

  • Hallo,

    bei 200 V der sek. Wicklung kommst du theor. auf ca. 280 V DC (praktisch etwas mehr, weil du die Wicklung nicht mit dem Nennstrom belastet).
    Durch die Siebglieder liegst du auf jeden Fall drunter...

    Außerdem ist die max. Anodenspannung nicht gleich der Betriebsspannung da ja ca. die Hälfte der Spannung über dem Anodenwiderstand abfällt.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Zitat

    Außerdem ist die max. Anodenspannung nicht gleich der Betriebsspannung da ja ca. die Hälfte der Spannung über dem Anodenwiderstand abfällt.

    Ja klar, Es ist ja auch nur 1 Röhre betroffen und zwar das Element V2/b direkt nach dem ersten siebglied da zieht die 350V! wenn ich da einen zusätslichen Anodenwiderstand einbaue verändert es die zerr-eigenschaft von dem amp oder etwa nicht?

  • Nö,

    gerade diese Triode hat die niedrigste Anodenspannung von allen...;D

    Anodenspannung: Uak = Ua-Uk = 348 V - 183 V = 165 V

    Anodenstrom = Kathodenstrom: Ia = Ik = Uk / Rk = 183 V / 100k = 1,83 mA

    Anodenverlustleistung: Pav = Uak · Ia = 165 V · 1,83 mA = 302 mW

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa stimmt die Masse steht da auf nem höherem Potential okok :) XD sorry *wand gegen kopf hau* oder andersrum! danke Bernd :) so ich glaub ich kann den Trafo für die 350 V nehmen! :)
    Okay danke Bernd !!! wenn ich noch dumme fragen hab stell ich sie einfach also fazit: Diskussion war unnötig Schaltung bleibt wie sie ist :)

    Gruß

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