Kampf dem Brumm [MADAMP A15mk2]

  • Tja, mein MADAMP A15mk2 brummt und sägt noch immer. HILFE!
    Hier soll's mal bitte nur um Brumm-Probleme und Brumm-Unterdrückungsmöglichkeiten gehen.
    Mein anderer thread wurde ja "ge-hijacked" von Erfolgsmeldungen, da möchte ich das hier mal auslagern. ;)
    Für die, die die Schaltpläne nicht haben, hier zumindest mal aus der Beschreibung:
    "Der A15Mk2 ist ein zweikanaliger Röhren-Gitarrenverstärker mit einer 15W Push-Pull (Gegentakt) Röhrenendstufe, bestückt mit zwei 6V6 und einer ECC83 in der Phaseninverterstufe (PI). Die Vorstufe ist mit drei ECC83 Doppeltrioden bestückt, dabei gehört eine Triode zum ersten Kanal (Clean/Crunch), die anderen zwei zum zweiten Kanal (High-Gain)." hier der A15mk1 http://www.madamp.de/a15mk1.htm

    Nochmal zu meinem Problem:
    Grundsätzlich ist im CH1 (clean) kaum Brummen/Sägen (= "ÄÄÄÄÄÄÄÄÄ") merkbar.
    Bei Volume 12-Uhr aber schon merkbar; bei 15-Uhr störend. Säge-Ton scheint da etwa doppelt so stark wie das Rauschen zu sein.
    Im CH2 (overdrive) wird's eklig schon ab geringer Lautstärke (Vol-Regler). Insbesondere mit dem Boost-Schalter (++) an. Gain-Regler aufdrehen verstärkt zwar hauptsächlich das Rauschen, verstärkt damit aber auch das eingestreute Brummen.
    Der Klang an sich ist fein, aber mit dem Brumm/Sägen so eigentlich nicht ablieferbar.
    Aufnahmen mit Headset-Mikro, nix an Eingang, FX, oder Fußschalter angeschlossen (je 1.7MB):
    [url=http://shildebrand.de/other/scope full gain, ++, full vol.wav]full gain, ++, full vol.wav[/url]
    [url=http://shildebrand.de/other/scope half gain, ++, full vol.wav]half gain, ++, full vol.wav[/url]
    Aufgenommen hab ich das mit nem PC-Oszi: http://www.zeitnitz.de/Christian/Scope/Scope_ger.html
    Da sieht man die 50Hz, 100Hz usw Einstreuungen recht deutlich.

    Da ich mich an den Musteraufbau gehalten habe, und neben dem Brummen auch alles funktioniert, würde ich fehlerhaften Aufbau (Quer-Kontakte, Masseschleifen etc.) mal ausschließen. Oder entdeckt ihr vielleicht was?
    Aktuell: Aufbau mit Fußschalter(volle Auflösung)
    Ich muss daher schon mutmaßen, dass dieses Sägen ein eher grundsätzliches Problem des A15mk2 ist.
    grün: Masse
    rot/weiß: Heizung
    rot: Bias
    rot/grün: Fußschalter-Versorgungsspannung
    schwarz/grün: Fußschalter-Leitungen zum Relais
    Ich habe mittlerweile auch schon einige Leitungen anders verlegt, allerdings mit NULL Verbesserung bzgl. Sägen gegenüber dem alten Muster-Aufbau.
    Da habe ich, wie man sieht
    - Heizung mit Trimmer symmetriert
    - Heizleitungen etwas anders verlegt, damit sie nicht mehr direkt neben anderen Leitungen verlaufen
    - Masseleitungen der Endstufen "weit" weg verlegt
    - einige Leitungen sind jetzt geschirmt, die besonders für Einstreuungen anfällig waren.

    Gleichspannungs-Heizung ausprobiert. Damit ist das Sägen weg, bzw die ganzen Oberton-Einstreuungen sind weg, denn der tiefe 50Hz-Brumm ist (natürlich) bei vollem Ausschlag noch leicht merkbar.
    (6.8VDC angelegt, fällt bei Arbeit auf 5.2VDC).
    Ich möchte die Heizung aber ungern auf DC umbauen, soll's doch mit AC auch brummfrei gehen (wenn man ordentlich arbeitet).

    - Heizleitungen hab ich nochmal alle kontrolliert, da gibt's keinen Masseschluss.
    - Andere Leitungen berühren auch nichts.
    - Alle Spannungen stimmen. Bis auf die Heizspannung, die ist mit 6.7VAC (manchmal aber nur 6.55VAC) vielleicht ne Spur zu hoch.
    - Bias ist eingestellt (mit ~1-1.5mV Differenz)
    - die beiden 100R für Referenz-Masse sind exakt gleich (bzw Spannungsabfall ist auf 3 Stellen gleich)

    Zur Heizungssymmetrierung:
    Die Heizung habe ich ja jetzt mit nem Trimmer symmetriert. Damit bekommt man im Clean-Channel (CH1) den Brumm nahezu komplett weg.
    Für den Overdrive-Channel (CH2) muss ich allerdings auf einen anderen Wert trimmen.
    Optimum ist bei 6.55VAC Heizspannung:
    CH1: an einem Widerstand fällt 2.50VAC ab (Verhältnis ist also: 76R/124R=0.617)
    CH2: an ^dem Widerstand fällt 3.00VAC ab (Verhältnis ist also: 91R/109R=0.845)
    Das Mittel zwischen beidem ist leider nichts, da brummen beide Kanäle störend.
    Warum ist das unterschiedlich bei CH1 und CH2? Könnte das auf eine Masseschleife hindeuten?

    FRAGEN:
    1. Ist euch das schon untergekommen, dass man die Referenz-Masse von der Heizung derart verbiegen muss (2.50VAC/4.05VAC im CH1, bzw. 76R/124R anstatt 100R/100R)? Woher kommt das? Von HeizungsSymmetrierung kann man ja hier wirklich nicht mehr sprechen.
    2. Wo könnte denn die Heizung noch einstreuen, mit dem Aufbau jetzt?
    3. Wäre es eine Lösung, dass beim Umschalten auf CH2 eine andere Heizungssymmetrierung umschaltet, also durch umschalten den anderen Trimmerwert bekommt? Wie könnte man das bewerkstelligen?
    4. Nach den Heizungsversionen (s.u.) hab ich hier ja eine DC-Referenz aus U-Teiler. Hier mit 22µF/56k auf Masse, mit 220k auf Ua. Kann man daran was verändern, um die Referenzmasse für CH1 und CH2 anzugleichen?
    5. Könnte vielleicht eine zu wenig gesiebte Spannung der Fußschalter-Relais was einstreuen? (Oder umgekehrt die Heizleitung in die Fußschalter-Leitungen?)
    Alle Drillkabel wurden mit orig. Snap-On wire-twister Zange gedrillt... ;)
    Reicht das nicht zur Abschirmung? Auch nicht um eventuelle Rest-Rippelspannungen abzuschirmen?

    Ich hoffe, ihr könnt mir etwas eurer Zeit opfern. Nach 100 Kontrollen der Leitungen und -L.führung, auch nach etlichen anderen Brumm-Unterdrückungsberichten und Fehlersuchtipps, kann ich mir den Brumm hier nicht erklären, geschweige denn ihn weg bekommen. :(
    Ist das ein grundsätzliches Problem am A15mk2-Aufbau, was ich zu akzeptieren habe?

    Grüße...

  • Hallo,

    wenn du schon die Heizung mit einem Trimmer symmetrierst, dann sollten die beiden 100 Ohm Rs (R60/61), die den Job vorher gemacht haben, auch raus...

    Die äußeren Anschlüsse des Trimmers jeweils an einen Anschluß der Heizwicklung, den Schleifer an Spgsteiler R64/R65 - nicht an Masse!

    Ansonsten: Sehr ordentlicher Aufbau, da steigt die Chance, den Fehler zu finden...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Zitat von eBernd;233212

    wenn du schon die Heizung mit einem Trimmer symmetrierst, dann sollten die beiden 100 Ohm Rs (R60/61), die den Job vorher gemacht haben, auch raus...



    Ist das denn nötig? Ich dachte mir, ich schalte den Trimmer parallel dazu, dann kann ich feiner trimmen. Ich hab da doch jetzt pro Phase (100R plus 1/2-Trimmerseite) durch 2.
    Mein Trimmer ist mit 0.15W auch nicht besonders leistungsfähig. Auch deshalb sollte er sich die Last mit den beiden 100 Ohm Rs (R60/61) teilen.

    Zitat von eBernd;233212

    Die äußeren Anschlüsse des Trimmers jeweils an einen Anschluß der Heizwicklung, den Schleifer an Spgsteiler R64/R65 - nicht an Masse!

    Das hab ich doch so gemacht. Bin ich blind? :eek:
    Die äußeren Anschlüsse des Trimmers gegen an das rot/weiße-Drillkabel, was direkt mit der Heizwicklung von TR1 (13/14) verbunden ist.
    Der Schleifer geht bei auch in die Mitte zwischen R60 und R61, was der gleiche Verbindungspunkt wie zwischen R65 und R64.
    Stimmt da bei mir was nicht, oder hast du das als grundsätzlichen Tipp gemeint?

  • Hallo,

    auch wenn das eine gute Aufnahme von einem sehr aufgeräumten Amp ist,
    kann ich nicht jedes Kabel wirklich verfolgen, erkennen konnte ich lediglich die Doppelung aus Trimmer und Festwiderständen, deswegen dachte ich, "erwähn es noch mal lieber".

    Aber wir können uns aufgrund deiner DC-Heizungsversuche auf die Heizung als Brummursache konzentrieren, oder?

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • > Heizung als Brummursache

    Ja, denke ich auch. Es ist auch so, dass das Abschalten des Amps am Power-Schalter das Brummen sofort aufhört. Der Amp (das Rauschen) klingt dann noch etwa 1-2sek aus. Umgekehrt, kommt nach dem Einschalten des Power-Schalters das Brummen wieder zurück, bis nach etwa 2sek zu voller Brumm-Lautstärke.

    Zunächst mal macht mich ja stutzig, dass meine Ref.Masse so derart ab von der Mitte ist. und dann noch, dass ich für den zweiten Kanal wieder anders Trimmen muss. Ist mir ein Rätsel, wie das kommen kann.

    Ich hab noch ein paar Bilder angehängt, vielleicht erkennt man aus den Winkel etwas besser.

    Noch was ist mir eingefallen:
    Die 0V-Verbindung der Fußschalter-Relais-Platinen hab ich, wie man schwer erkennen kann, direkt an die Sternmasse (der lange abisolierte Kabelstrang) gelötet. Kann das möglicherweise ne Masseschleife produzieren?
    In der FS-Anleitung stand dazu nur "Den Masseanschluss der Buchsenplatine dann mit der Sternmasse und den Masseanschlüssen der Schalterplatinen verbinden."
    Hätte ich das so deuten sollen, dass man die Masseanschlüsse der Platinen zunächst mal mit der Buchsenplatine verbinden soll und von da weg gemeinsam auf Sternmasse?

  • Bin mir nemmer sicher, aber da war bei mir glaubich jedes Platinchen einzeln an masse. Aber das Problem kann nicht von da kommen. Ich tippe auch auf die Heizung. Konnte damals mit ner Primitiv-DC abhilfe schaen. n großen Elko mit Schraubbolzenbefestigung (10.000 uF aufwärts) isoliert eingebaut, Leistungsgleichrichter davor. Ruhe war. Brumm auf Heizung liegt noch bei ca 2-400 mV. Nicht hörbar.

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