Hilfe, mein Range ist ein Fuzz...?

  • Hallo, hab grad mein Range fertiggebaut - und es verhält sich etwas merkwürdig: mit meiner Tele (also nicht grad High-Output-Tonabnehmern) zerrt das Pedal ziemlich!

    Ich erwarte mir zwar von einem Germanium-Booster nicht, daß er extremst clean bleibt, aber mein Range verhält sich schon eher wie ein Fuzz. Single Notes mit leichtem Anschlag bleiben grad noch clean, aber bereits bei Double Stops zerrt es heftig (und das bereits mit dem Poti am Range so eingestellt, dass es noch gar nicht boostet, sondern gleich laut klingt wie im Bypass).
    Wenn man allerdings an der Tele das Vol.-Poti zurückregelt, boostet der Range doch clean - reagiert aber ziemlich sprunghaft, mit meinem normalerweise recht gleichmäßig arbeitendem Tele-Vol.-Poti kann ich von Clean-Boost auf Fuzz innerhalb einer 1/8-Umdrehung regeln...

    Mein Range ist allerdings nicht 100%ig nach dem Bauplan hier aufgebaut - beim ersten Versuch klang er mir mit der Tele etwas zu dünn/schneidend, hab deshalb andere Kondensatorenwerte gewählt: 6,8, 16 und 33 nF - das sollte aber wohl doch nicht die Ursache sein, oder?

    Was mir noch aufgefallen ist: mit meinem Kit hab ich nicht den in der Bauanleitung genannten AC122-Transistor erhalten, sondern einen AC128 - kann das die Ursache sein?

    Wenn er nicht grad zerrt (also mit rungtergeregeltem Vol.-Poti an der Gitarre), gefällt mir der Range klanglich gut - kann man da was machen, damit er auch bei voll aufgedrehter Lautstärke clean bleibt? Widerstand vorschalten, oder so?

    ---<br />Warmoth Telecaster-Eigenbau<br />Eigenbau-Lap Steel<br />PCL Vintage Amp VA1956<br />Weber 6M45 (JTM45 Klon)

  • Bei 8-10n ist das Eingangssignal schon so stark, dass es halt oft wie ein Fuzz zerrt.
    Evt. sind beim Transistor auch E u. C vertauscht, der Range funzt dann zwar aber wegen dem verschobenen Arbeitspunkt zerrt es dann doch recht heftig.

    Mit 5,6 -6,8n und Gain auf Max. auf sollte ein ganz leichtes anzerren erzeugt werden (Amp clean eingestellt). Dreht man dann das Git.-Vol auf ca. 9 oder 8 zurück (Vintage PUs, keine Power PUs) sollte der Ton vollkommen clean sein, ansonsten ist die Einstellung vom Arbeitspunkt nicht optimal gewählt. Bei einer optimalen Arbeitspunkteinstellung sollte zwischen C und Masse sollte eine Spannung von -(5,8 - 6,8V) anliegen.

    Jürgen

  • Zitat von JHS;231645

    Bei 8-10n ist das Eingangssignal schon so stark, dass es halt oft wie ein Fuzz zerrt.
    Evt. sind beim Transistor auch E u. C vertauscht, der Range funzt dann zwar aber wegen dem verschobenen Arbeitspunkt zerrt es dann doch recht heftig.

    Mit 5,6 -6,8n und Gain auf Max. auf sollte ein ganz leichtes anzerren erzeugt werden (Amp clean eingestellt). Dreht man dann das Git.-Vol auf ca. 9 oder 8 zurück (Vintage PUs, keine Power PUs) sollte der Ton vollkommen clean sein, ansonsten ist die Einstellung vom Arbeitspunkt nicht optimal gewählt. Bei einer optimalen Arbeitspunkteinstellung sollte zwischen C und Masse sollte eine Spannung von -(5,8 - 6,8V) anliegen.

    Jürgen

    Erstmals Danke!

    Hmm, also der Transistor sitzt definitiv richtig rum in der Fassung (hab ich gleich als erstes gecheckt).
    Und genau wie von Dir beschrieben, wenn man das Vol.Poti an der Gitarre auf 8 zurücknimmt, wird's clean...

    Hab ich Dich richtig verstanden, Du vermutest, dass die von mir verwendeten Eingangskondensatoren mit höheren Werten die Ursache für das frühere Zerren sind? Ich würd gern diese Kondensatorenwerte wegen des fetteren Klangs beibehalten (mit den Originalwerten klang es mit ner Tele einfach zu dünn - ach ja, und wenn ich mich recht erinnere, hat's da tatsächlich kaum gezerrt...); was könnte man da machen?
    Anderen Transistor (AC122 statt dem AC128 bei mir), mit niedrigerem hce-Wert?
    Oder wie könnte ich den Arbeitspunkt für den derzeit verwendeten Transistor so einstellen, dass es nicht zerrt? Vermute mal, da müßte wohl einer der Widerstände gegen einen anderen Wert getauscht werden, aber welcher? Ich kann zwar nach Anleitung gut löten, aber mit der Theorie hapert's halt doch ziemlich bei mir...
    Vermuten würd ich ja, dass R3 und /oder R4 geändert werden müßten, aber in welcher Größenordnung?

    ---<br />Warmoth Telecaster-Eigenbau<br />Eigenbau-Lap Steel<br />PCL Vintage Amp VA1956<br />Weber 6M45 (JTM45 Klon)

  • Der RM ist von Haus aus ein treble booster und kein fullrange booster.
    Der max. Höhenboost beträgt beim RM ca. 30dB bei ca. 3000Hz.

    Für einen sauberen, fetten fullrange boost müsste man das max. Ausgangssignal auf ca. 10dB abschwächen, das kann der RM evt. noch sauber übertragen. Entferne einfach mal den 47uF am 3,9k Widerstand, dann sollte es schon weit sauberer klingen. Reicht das nicht aus, dann erhöhe den 3,9k R auf 4,7k oder mehr (bis ca. 10k).

    BTW: ein fullrange IC-Booster (Rustbooster o.ä.) für deine Anforderungen mit Sicherheit die bessere Alternative.

    Jürgen

  • OK, Danke! Werd Deine Vorschläge mal ausprobieren!

    Übrigens, einen "echten" Fullrange-Booster hab ich auch schon ausprobiert (hab vor einer Weile schon das Lineal, also einen LPB-1, gebaut) - der matscht mir mit meinem nicht gerade bassarmen JTM45-Klon eine Spur zuviel!
    Genau deswegen hab ich ja dann den Range gebaut, nur war der dann wiederum eine Spur zu dünn - ein Mittelmaß aus beiden wär ideal, deshalb mein Versuch, mittels anderer Eingangskondis den Range etwas weniger Bass-Cut zu verpassen.

    Außerdem gefällt mir dieses leicht schmutzig-warme Verhalten des Germanium-Transistors im Range recht gut, sogar das Angefuzzte kommt gut (brauch ja keinen 100%ig cleanen Boost), wenn's nur nicht gar so extrem wäre, wie es momentan ist; werd also, nach Deinen Vorschlägen, mal C5 entfernen, und/oder einen höheren Wert für R5 ausprobieren!

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  • OK, hab ein bißl rumexperimentiert: C5 (47uF) raus brachte tatsächlich ein cleaners Signal - allerdings ohne Boosteffekt, man mußte das Poti am Range auf Anschlag drehen, damit die Lautstärke gleich wie im Bypass war.
    Hab jetzt mal die Eingangskondi-Werte geändert, auf 3,3/6,8/10 nF - kljngt zwar nicht mehr ganz so fett, aber dafür zerrt es nur mehr minimal.

    Würd mich aber trotzdem interessieren:

    -) Was würd sich ändern, wenn ich für C5 einen anderen Wert nehme? Muß ich da mit den Werten rauf oder runtergehen, damit sich das Zerrverhalten ändert?

    -) Könnte ein anderer Transistor mit niedrigerem hce-Wert evtl. ein etwas saubereres Signal bewirken?

    ---<br />Warmoth Telecaster-Eigenbau<br />Eigenbau-Lap Steel<br />PCL Vintage Amp VA1956<br />Weber 6M45 (JTM45 Klon)

  • Hi,

    ja, das wäre dann der C5. Als Potiwert kannt du mal einen 10k-20k versuchen und es ist völlig Wurst ob es vor oder hinter dem C angeschlossen wird. Reihe ist Reihe.

    Gruss
    Chris

    :P Ich liebe Blondinen :P

  • Hab leider grad kein passendes Poti da...

    Hab jetzt mal, wie von JHS weiter oben vorgeschlagen, für R5 einen höheren Wert genommen (6,8k), allerdings mit dem 47uF Elko noch drinnen - damit zerrt es gefühlsmäßig noch eine Spur später, und klingt irgendwie luftiger". Vorerst genügt mir das mal, das Teil boostet jetzt, zwar nicht extrem (so bei 1 Uhr am Poti ist die Lautstärke gleich wie im Bypass), und bleibt, je nach Schalterstellung grad noch clean oder beginnt leicht zu zerren.

    Hab aber Blut geleckt - der Zerrcharakter gefällt mir, werd das Teil nochmals aufbauen, allerdings auf Lochrasterplatine, mit gesockelten Kondis und dem vorhin genannten Poti, mal sehen, was sich da als Zerrer/Fuzz drauß machen läßt...

    ---<br />Warmoth Telecaster-Eigenbau<br />Eigenbau-Lap Steel<br />PCL Vintage Amp VA1956<br />Weber 6M45 (JTM45 Klon)

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