Mal wieder: Relais entknacken :)

  • Hallo,

    ich versuche gerade das Knacken von einem Finder Relais 30.22 zu schwächen. Jedoch habe ich bisher keinen Erfolg gehabt. Ich weiß, dass Thema wurde schon wie oft besprochen, aber gibt es da keine Möglichkeit das Relais "knackfrei" zu bekommen?

    Muss ich zwingend noch eine Zener-Diode dazuschalten? Ich habe leider keine mehr. :(

    Würde da auch eine 1N4148 funktionieren?

    Im Anhang sind die DIY Creator Dateien!

    Danke!

    Viele Grüße,

    Martin

  • Zitat von pingufreak83;230625

    ... Muss ich zwingend noch eine Zener-Diode dazuschalten? Ich habe leider keine mehr. :(

    Würde da auch eine 1N4148 funktionieren? ...

    Du meinst parallel in Sperrichtung? Bisher habe ich immer 1N4148 verwendet, was funktioniert hat (allerdings immer ohne das R-C-Glied).

    Zum Entknacken habe ich leider keine neuen Ideen. Soweit ich weiß ist hier im Forum bisher immer rausgekommen, dass man das je nach Relais nicht verhindern kann.

  • Hi,

    ja, die Speisung des Relays ist das eine, aber das zweite ist, das das Knacksen grundsätzlich von den Kontakten des Relays kommt. Da hilft weniger die Spule zu entstören (ist aber nicht verkehrt). Und je hochohmiger die Umgebung, desto deutlicher tretten die Knackgeräusche in Erscheinung. Eine niederohmige Signalführung kann etwas Abhilfe schaffen, aber ganz vermeiden lässt sich das Knacksen der Relaykontakten leider nicht.

    Gruss
    Chris

    :P Ich liebe Blondinen :P

  • Hallo,

    die beiden, die vor mir gepostet haben gehen stillschweigend drüber hinweg, dass er das Relais lt. Plan mit Wechselstrom betreibt - daher mein erstes Posting, das kann doch wohl nicht sein.

    Dann noch mal kurz - ich kann nicht anders, es hat mich beruflich jahrelang verfolgt ;):

    Knacksen kann sehr wohl von der Spule kommen - kapazitives Überkoppeln des Spulenstromimpulses auf den Lastkreis, also den "Schalter"...
    Da spielt es denn auch - wie bereits von Chris Guitar angemerkt - eine Rolle ob der Lastkreis (also wo die Kontakte drinliegen) hoch- oder niederohmig ist, niederohmig ist da besser...

    Die Kontakte tragen zwar - mehr theoretisch - zum Knacken bei, Stichwort: Kontaktspannung/Temperaturspannung, aber...

    Wesentlichsten Beitrag zum Knacken - oder Nicht-Knacken - leistet die restliche Schaltung um das Relais herum.

    Baut sich bei geöffneten Kontakten - egal ob bei einem Relais oder einem "normalen" Schalters - eine unterschiedliche (Gleich-)Spannung auf, die - beim Schließen des Kontaktes - durch einen (kurzen) Stromfluß wieder ausgeglichen wird, was man dann - je nach Empfindlichkeit der Gesamtschaltung - als Knackser hören kann.

    Pulldown-Widerstände können den Aufbau von Spannungsunterschieden bei geöffneten Kontakten verhindern...

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

  • Das das Knacksen zum Teil auch von der Spule kommen kann ist schon richtig. Aber ich denke wenn die Spule gut geblockt ist, dürfte sie keinen stark streuenden Einfluss auf das Signal auf den Kontakten haben (hängt sicherlich auch noch vom mech. Aufbau eines Relays ab). M.M.n. tragen viel mehr die Kontakte, die zu "schnell" schalten zum Knacksen bei. Wenn auch indirekt, denn wie Bernd schon richtig angedeutet hat, werden beim Schalten oft unterschiedliche Potenziale ausgegliechen (z.B. durch untersch. aufgeladene Koppelkondensatoren), wodurch im Endefekt ein hörbares Knackimpuls entsteht.
    Das gkleiche Phänomen haben wir ja auch bei mechanischen Schalter (z.B. Bypassschalter). Das Problem ist, das wir in unseren Schaltungen die wir schalten wollen, sehr oft mit einer hochohmigen Umgebung zu tun haben, die sich kaum niederohmiger machen lässt. Da wäre z.B. der Eingang eines Effektgerätes, der i.d.R. eine hoche Impedanz aufweist.
    Niederohmige Pulldownwiderstände an Koppelkapazitäten können tatsächlich Abhilfe schaffen, jedoch nicht überall lässt sich das wirkungsvoll einsetzen. Ein zu niederohmiger Pulldown-R am Eingang eines Effektgerätes würde seine hohe Eingangsimpedanz töten.
    Die einzig wirkungsvolle Lösung fürs "stille" Schalten ist "langsames" Schalten. D.h. man setzt entweder LDR's oder FET's an Stelle von Relays/Schalter. Das kennen wir ja von industriellen Geräten.

    Gruss
    Chris

    :P Ich liebe Blondinen :P

  • Hallo zusammen,

    erstmal vielen Dank für all die schnellen Antworten, ich weiß das
    wirklich zu schätzen :).

    Ich habe noch sehr wenig Erfahrung und stelle mich manchmal nicht
    wirklich clever an. Aber ich hoffe ihr habt dafür Verständnis. Sorry.

    eBernd:
    Wegen dem Wechselstrom... Ich habe da keinen Trafo direkt mit Wechselstrom
    drangehangen :), sondern ein Schaltnetzteil welches den Gleichstrom
    liefert... Ich weiß was ein Gleichrichter ist und wie ich aus dem Wechselstrom
    einen sauberen Gleichstrom bekomme. Ich habe den jetzt nur nicht in das Layout
    eingezeichnet. Dachte eigentlich das wäre klar. Die Kabel sind ja auch schwarz
    und rot :). Hätte ich einzeichnen sollen. Sorry dafür.

    Chris Guitar:
    Hier im Forum habe ich irgendwo gelesen, dass es eine Zener Diode sein
    sollte. Ich wusste nicht, dass die 1N4148 auch funzen Von denen habe ich
    noch ganz viele :). Das ist super. :)

    Nochmals danke für die guten Tipps. :) Ich werde heute Mittag austesten. Wenn
    sich das Knacken mit den Finder Relais garnicht vermeiden lässt, werde ich doch
    wohl die FET-Variante benutzen.

    Viele Grüße,

    Martin

  • Hi Martin,

    ich fürchte, FETs alleine reichen dafür nicht aus. Sie brauchen drumherum eine Schaltung wo sie arbeiten können (Puffer, Ansteuerung).
    Schau dir dazu am besten ein Paar bekannte Stompboxen-Schaltpläne (Boss, Ibanez etc) an, wo FETs als Schalter zum einsatz kommen.

    Mann kann Knackgeräusche eines Schalters/Relays durch Verwendung von Puffern etwas unterdrücken. Dabei geht es darum, dass die Signalführung durch die Kontakte möglichst niederohmig gehalten wird.

    Beides ist jedoch nix für Puristen ;)

    Gruss
    Chris

    :P Ich liebe Blondinen :P

  • Hallo Chris,

    entsteht durch eine FET-Schaltung nicht eine Signalveränderung? Rauschen etc.? Ich habe mir mal einige Links ergoogelt, unter anderem diesen hier:
    http://wwwex.physik.uni-ulm.de/lehre/physikal…tr/node109.html

    Wäre es da nicht besser, anständige Signal-Relais zu verwenden? Ich möchte das Gerät rausch- und knackfrei aufbauen :). Naja wenn die von Boss und andere das auch mit einer FET-Schaltung machen, sollte es doch eigentlich eine gute Lösung sein, oder?

    Danke!

    Viele Grüße,

    Martin

  • Hallo,

    diesmal nur kurz ;): Der von dir genannte IRF540 geht auf keinen Fall, das ist ein Power-MOSFET mit eingebauter Diode (von S nach D), mit dem kann man keine Wechselspannung schalten.

    Gruß, Bernd

    Jaichweiß (Andy Pipkin)

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