TubeScreamer Mod für mehr Zerre...

  • Moin Zusammen,

    die Zerre des allseits bekannten Tubenschreihalses ist ja eher moderat, wie jeder weiss...
    Für anderen Zerrcharakter etc. verändern wir ja gerne Dioden, Diodenanzahl, Anordnung, Gainpoti (1M statt 500K) etc...

    Aber wirklich viel mehr Zerre, agressivere Zerre bringt das ja alles nicht so wirklich...

    Es gibt/gab ja bereits nen Tubescreamer, der das konnte.... = den TS7 !!
    der hatte nen Umschalter dafür.

    Ich hab mich letztens gefragt - warum hab ich das eigentlich nich längst mal ausprobiert um zu sehen, wie es sich anhört...
    Man legt einfach nur statt die (0,047uF -> 4K7) Kombi zu 4.5 Volt (1K->0,047, oder besser 1K->0,1uF) nach Masse !!
    auf Fuzzcentral gibts den Schaltplan des TS7 auch zur Kontrolle...

    Fazit:
    CleanBoost geht dann nicht mehr - aber wozu nen Overdrive als Cleanbooster (gerade wir als Selbstbauer) wenn ich CleanBoost will... bau ich mir nen LPB....!!!!

    Bereits bei zugedrehtem Gain verfügt man über schöne, leicht angezerrte Sounds..
    Und für meine Ohren klingt die Zerre wesentlich Ampvorstufenröhrenzerre ähnlicher, als der TS im Original.. (original ist das Teil ja eh sehr komprimiert und ... sweet..)

    Dann hab ich noch nen Vergleich angestellt.... da ich noch ein fertig gebohrtes Gehäuse hatte (1590B) wo die GGG Platine leider nicht rein passt (altes Layout) hab ich kurzer Hand die Buffer entfernt und die Platine abgesägt.... ritze-ratze ....

    so hab ich eine komplett bestückte Platine in einem 1590BB Gehäuse (aufgebaut aber als Fulldrive, also mit Boostfunktion, was die TS Schaltung selbst ja nicht ändert)
    Und eine ohne Buffer..

    der ohne Buffer büßt ein Stück an frischen Höhen ein, was man aber durch weiter Aufdrehen des Tone Reglers gut anpassen/ausgleichen kann. (könnte für den ein oder anderen ein Nachteil darstellen) oder man baut einen guten Buffer davor, der auf der TS Platine taucht in meinen Augen nix!!
    Definitiver Vorteil: der Zerrgrad lässt sich super mit dem Gitarrenpoti steuern was wiederum mehr Ampvorstufencharakter hat, als die originale Schaltung !!

    Also Ausprobieren lohnt eventuell... ;)

    viel Spass beim ausprobieren !!

    Gruss
    Olli

  • Hi Oli,

    Ob nach Masse oder nach Vr, hat nichts mit dem Gain zu tun. Entscheidend ist die Kombination im Feedbackloop. Wie du meinst 2K2 -- 0.1µF / Grenzfrequenz wäre in dem Falle ca. 350Hz. Gain ohne Drive schon 23 fach. Mit der 4K7 --- nur 10fach. mit 1K 50fach;D

    MfG Uwe

    Uwe = MEK-Sounddesign
    --> Weniger ist manchmal mehr <--

  • Hallo Oliver,

    Falls du den Eignangsbuffer meinst, und du den bufrferlosen TS ohne Höheneinbussen betreiben willst, dann tausch den 10k Biaswiderstand der ersten OP-Stufe gegen einen höheren (470k aufwärts).
    Damit wird die Eingangsimpedanz der Schaltung erhöht.

    Gruss
    Chris

    :P Ich liebe Blondinen :P

  • Hi,

    DANKE für denTip mit dem Eingangswiderstand/ Impedanz....

    beim SON OF Screamer (der auch keine Buffer hat) hab ich gessehen, dass der einen 1M hat... hab mir nix dabei gedacht, aber.... werde das nachher mal anpassen.... wenn des löft, werd ich mein neues Fulldrive auch anpassen und die Buffer auf den Müll werfen...,
    die Schaltung ist ohne Buffer wesentlich geiler !! (selbst mit den aktuell bei dem Teil noch vorhandenen Höhenklau)

    wo ist denn dann der Unterschied, ob ich den Zerrzweig über Widerstand/Kondensator zu 4.5 Volt, oder Masse lege.. ist das im Grunde egal?
    Ich hab z.B. auch das LevelPot nicht an 4.5Volt gelegt, sondern an Masse...

    Dann wäre doch z.B. mal angenommen die Toneregelung.. statt wie üblich an Masse auch an 4.5 Volt zu leben... ich frag mich - wo da der Sinn liegt, wo dann was angelegt wird..
    bzw. stell ich mir grad die Frage.. wozu ist das BiasNetzwerk gut?
    nach meinem Umbau liegt nur noch der Eingangswiderstand (10K an 4.5Volt) den ich auf 1M erhöhen werde... sonst nix...., bzw. zwischen den beiden STufen (also vom ersten zum zweiten OP liegt ja noch ein 10K an 4.5Volt)
    könnte man die beiden auch an Masse legen, oder tät die Schaltung dann nix mehr?...

    sorry für meine Anfängerfragen, aber ich bin eher der Try ON Errror Bastler.. kenne mich mit der Materie zu wenig aus - ich baue das ansich alles, bzw. verändere es immer rein nach Gehör...

    Danke !!!
    Gruss
    Olli

  • Bei einer unsymetrischen Spannungsversorgung stellt der Bias die Bezugsspannung für einen OP dar. Also den Arbeitspunkt. In den meisten Fällen wird die Biasspannung auf etwa die Hälfte der Betriebsspannung festgelegt. Dadurch bekommt der OP an seinem Ausgang exakt die gleiche Gleichspannung wie die Höhe der Biasspannung und ist bereit für die sowohl positive als auch negative Auslenkung der angelegten Wechselspannung.
    Wenigstens einer der beiden OP-Eingängen muss dann biased werden.
    Im Falle der ersten OP-Stufe des TS wird der +Eingang über den 10k an Bias gelegt. Da der Fusszweig der GK einen Reihen-C hat ist er gleichspannungsmässig entkoppelt und es hat eigentlich keine Bedeutung mehr, ob der Fusszweig an Masse oder an Bias gelegt wird.

    Wird ein OP mit einer sym. Betriebsspannung betrieben, ist der Bezugspunkt die Masse. Somit erübrigt sich ein Spannungsteiler für die Biasspannung.

    Gruss
    Chris

    :P Ich liebe Blondinen :P

  • Hallochen,

    ich selbst habe einen Originalen Ibanez TS-9, ist die "80's Original" Version - bedeutet im Prinzip, dass bei mir werksseitig der originale JRC 4558D vorhanden ist und das dass Teil "Made in Japan" ist....es gibt ja bekanntlich vom TS-9 vier Versionen, die sich alle zwar nur gering, aber sich doch irgendwie unterscheiden.


    Gemoddet habe ich ihn auch, so dass er in seiner Schaltung komplett einen TS-808 ähnelt.....was im Prinzip nicht hätte sein müssen. Ich hatte es probiert und habe das ganze dann so gelassen, da ich mit dem Sound des TS mehr als nur zufrieden bin.

    Um jetzt auf die Zerre zu kommen......wenn ich eine "Zerre" möchte, nehme ich eine Zerre, bzw. einen Zerrer, der auch als solcher gedacht ist, der mehr in dieser Richtung bringt als der TS. Es liegt ja nicht im Sinn des TS, dass er regelrechte Zerrorigien von sich gibt. Deshalb halte ich diese Modifikation schon mal für schwachsinn.
    Wie der TS klingt, ist total abhängig vom Amp.....gerade bei ihm merkt man den Unterschied mehr als bei anderen Bodentretern. An Transen, Modeler, Hybrid etc. ist es ein "kann", selbst bei Vollröhre kann man Pech haben, deshalb sollte man das Teil unbedingt am eigenen Amp antesten, bevor man ihn wirklich kauft - das Teil kostet ja immerhin 130,- Euro und ist für den einen oder anderen ein kleines Vermögen.
    Verglichen habe ich den TS-9 auch mit dem Digitech Bad Monkey (den hatte ich mir kurz vor dem TS zugelegt) und muss sagen, ich bin froh, dass ich beide habe.....beide OD's unterscheiden sich nur sehr wenig, im Zerrgrad sind sie in etwa gleich, der Vorteil des Bad Monkey ist ganz klar seine Höhen- und Tiefenreglung......ABER.....der TS-9 ist selbst, wenn "Drive" voll aufgeregelt wird, musikalischer, da klingt er wärmer, besser, sauberer.....dass schafft der Bad Monkey nicht ganz, jedenfalls man bekommt es nur beim genauen hinhören mit. Wenn man bei ihm den "Gain" voll aufregelt, matscht es doch ein wenig, was beim TS nicht der Fall ist.


    Zitat von Oliver;228603

    Ich hab mich letztens gefragt - warum hab ich das eigentlich nich längst mal ausprobiert um zu sehen, wie es sich anhört...
    Man legt einfach nur statt die (0,047uF -> 4K7) Kombi zu 4.5 Volt (1K->0,047, oder besser 1K->0,1uF) nach Masse !!
    auf Fuzzcentral gibts den Schaltplan des TS7 auch zur Kontrolle...

    Fazit:
    CleanBoost geht dann nicht mehr - aber wozu nen Overdrive als Cleanbooster (gerade wir als Selbstbauer) wenn ich CleanBoost will... bau ich mir nen LPB....!!!!

    Bereits bei zugedrehtem Gain verfügt man über schöne, leicht angezerrte Sounds..

    Wenn du die R-C Kombination so änderst, klar, dann zerrt er mehr.....aber es wird auch matschig. Da spielt es eine sehr große Rolle, was für einen Amp du fährst, und natürlich auch selbst dein Stil, was du spielst.
    Ich selbst hatte das auch probiert.....habe diese Kombination sogar 2-3 Tage gelassen und dann wieder rückgängig gemacht, weil mir die Zerre einfach nicht mehr sauber genug war. Besonders habe ich das beim Improvisieren gemerkt, weil ich da doch sehr auf Sauberkeit des Sounds lege....eben, dass es schön sauber auszerrt ohne dabei zu matschen.


    Ups....ist ein bisschen lang geworden. Hoffentlich bin ich nicht zu sehr vom Thema abgekommen. TS - dass ist irgendwie mein Ding, ich glaube, wenn ich da eine Rede halten würde, würde man denken, ich habe dieses Teil ins Leben gerufen. :)


    MfG
    Accent

    MfG
    Accent

  • Hi,

    sicher ist es Schwachsinn am einer Schaltung was zu verändern, wenn einem das Teil so
    gefällt, wie es ist.. Da kann ich Dir nur 100% Recht geben...!

    Der TS vom Grundcharakter her gefällt mir als Overdrive sehr gut. Was mich am Original (TS9 Pedal, was ich mal eine zeitlang besessen habe), sowie am Nachbau gestört hatte war halt
    der zu sweete Sound. Zu wenig Boost Reserven, kurz - zu brav...

    Eine RAT, ein Distorton Plus, ein VoodooLab Overdrive etc. klingen alle anders vom Grundcharakter her....

    Und ich habe für mich durch Stückweise Anpassung der TS Schaltung genau meinen Geschmack getroffen...
    - Charakteristisches Verhalten wesentlich näher am Verhalten eines übersteuernden Röhrenamps
    - besseres Zusammenspiel mit der Spieldynamik (Saitenanschlag / Gitarrenvolume)

    Ansich gefällt mir am besten Gitarre in meinen Amp... der Zerrsound allein ist mir am liebsten, aber für viele Songs gehts nicht... so... da stell ich den Amp halt cleaner und färbe den leiseren Ton mit Zerre vom Pedal.... und die Zerre soll halt mehr in Richtung die des Verstärkers gehen - das passt so jetzt bei mir echt gut....
    und für Leadsouds wird halt der Level der Schaltung einfach angehoben - die Kombination aus der rauheren Zerre mit der des weiter zerrenden Amps klingt weder vermatscht noch sonst was... kommt echt gut..

    Auch die Schaltung selbst voll aufgedreht klingt immer noch definiert und auch akkorde kommen sauber durch...

    Aber das ist alles Geschmacksache... da wird man sicher 10 oder mehr Meinungen zusammenkriegen...

    der Olli

  • Hallo Olli,
    ob du den Zerrzweig an Vref oder Masse legst ist technisch völlig egal, beides funktioniert ja.

    Wenn du auf Masse schaltest ändert sich der Charakter der Verzerrung, sie wird etwas dreckiger, vor Allem im Bassbereich. Das Ganze klingt etwas anders, halt nicht so sauber wie an Vref.

    Bei manchen ODs kommt die Verschaltung nach Masse besser, bei anderen ist es genau umkehrt (hängt u.A. auch vom verwendeten IC ab). Das Guyatone OD-2 ist ein TS mit Verschaltung nach Masse und festgesetzter Klangregelung (1,8k+18k), klingt dadurch etwas organischer als ein TS-808.

    Gruß, Jürgen

  • Hi,

    genau das war mir dabei auch vom Spielgefühl und über meine Ohren aufgefallen..
    Die Zerre fand ich wesentlich schöner, angenehmer, als an Vref.

    Hab mir grad auch mein NON-Buffer TS mit 1M statt den standard 10K am Eingang zu Vref
    angepasst... = TOP !!!!! scheiss auf die Buffer !!!! lach..

    Aber um das nochmal zu unterstreichen.... es zählt natürlich nur, was gefällt..
    Der eine mag es Sweet, der andere halt dreckig....

    Bin gespannt, was mein Fender Showman morgen bei der Probe dazu sagt.

    Gruss
    und DANKE für die vielen Tips und Infos !!!!!!

    Olli

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